THC Nachweisbarkeit Autofahren

Die Nachweisbarkeit von THC bedeutet laut einer neuen Studie nicht automatisch, dass bei Cannabis am Steuer das Autofahren riskanter ist (Bild von Dayron Villaverde auf Pixabay).

Neue Untersuchungen aus der Wissenschaft zeigen ein weiteres Mal, dass in Blut oder Atem nachgewiesene Cannabinoide keineswegs automatisch die Fahrtüchtigkeit von Verkehrsteilnehmern beeinträchtigen. In Deutschland herrscht bei diesem Thema leider totale Willkür und von Führerscheinbehörden bis zur angeblich neutralen Justiz hinein wird bei Hanf am Steuer stets politisch und eben nicht anhand der aktuellen Forschung entschieden. Zugleich macht die neue Studie deutlich, dass eine Nachweisbarkeit von THC auch nichts über den Zeitpunkt vom Cannabis Konsum und die Sicherheit beim Autofahren aussagt! Für die überfällige und von der Ampel Koalition versprochene Weed Legalisierung sind solche Erkenntnisse wichtig, denn Grenzwerte für Gras wie etwa Promille beim Alkohol festzulegen ist gar nicht so einfach. Solcherlei Limits beim Kiffen sagen laut Wissenschaft nämlich gar nichts aus über die Fähigkeit, ein Auto sicher und ohne Unfall im Straßenverkehr zu lenken – führen wir also in der Bundesrepublik mal wieder eine nutzlose Scheindebatte?

Individuelle Faktoren bestimmen die Fahrtüchtigkeit beim Cannabis Konsum

Eine sehr dünne Person wird vielleicht anders auf Cannabinoide und dann auch am Steuer reagieren als Menschen mit einem hohen Gewicht und selbst Aspekte wie Geschlecht oder das Lebensalter können direkten Einfluss haben auf Nachweisbarkeit und Effekt von THC. Eigentlich ist das in der seriösen Forschung zum Hanf mittlerweile Konsens, doch in Deutschland regieren an dieser Stelle in die drei Affen mit ihrer Weigerung, die Fakten wenigstens aus den zuständigen Wissenschaften zur Kenntnis zu nehmen.

Häufig behaupten unsere selbsternannten Volksvertreter einfach so und ohne jeden Bezug zur Realität, dass Kiffen immer und in jedem Fall fahruntüchtig macht und versuchen auf diese Weise vom eigenen Versagen in der Drogenpolitik abzulenken. 

Das ist umso fataler als dass eine Menge Menschen auf Basis von völlig absurden Regeln den Führerschein verlieren und auch deshalb nur wegen Cannabis um ihre Existenz bangen müssen! Die neue Studie entlarvt solches Handeln in Behörden als pure Schikane und ein Schelm ist, wer wie hier beim Gras Konsum überdeutlich zu sehen, vielleicht auch auf vielen anderen Gebieten im Land eine enorme Inkompetenz vermutet.

Einfluss der THC Dosierung und Relevanz der Studie über Cannabinoide am Steuer

Im Fachmagazin berichten die Forscher von den Probanden, die allesamt täglich Cannabis konsumieren und deshalb auf ihre Fahrtüchtigkeit untersucht wurden. Wie hoch ist der nachweisbare Anteil von THC im Blut und im Atem sowohl wie auch nach der Einnahme der beliebten Hanf Produkte? Meistens wurden Werte von um die 5 Nanogramm angezeigt, was natürlich mehr ist als die offiziell in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern gesetzlich erlaubten THC Grenzwerte im Straßenverkehr.

Freilich zeigte sich bei entsprechenden Tests dadurch überhaupt keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit! Einen Zusammenhang zwischen Gras im Blut und Unsicherheiten am Steuer gibt es laut dieser Studie gar nicht und die Untersuchung reiht sich ein in ganz ähnliche Analysen, die seit Jahren regelmäßig zu einem ähnlichen Resultat kommen. Woher die Story vom Kiffer kommt, der angeblich Unfälle verursacht ist leider nicht geklärt, aber mit Sicherheit steckt hinter solchen Fake News die übliche politische Hinterlist und Verzerrung.

Ist Autofahren nach dem Kiffen sicher?

THC hat eine berauschende Wirkung und wer verantwortlich handelt im Straßenverkehr nimmt nach dem Konsum von Cannabis im Zweifelsfall den Bus. Trotzdem sollten Behörden ihre Regeln gerade für den angedrohten Entzug vom Führerschein auf den aktuellen Stand der Wissenschaften bringen. Studien aus Australien haben ebenfalls deutlich zeigen können, wie konstruiert Behauptungen zum unsicheren Autofahren nach der Einnahme von Hanf sind. Auch bei Meta-Untersuchungen und dem Vergleich von Daten rund um Verkehrsunfälle wird immer wieder deutlich, dass der Zusammenhang zwischen Marihuana und angeblicher Fahruntüchtigkeit keineswegs per se existiert und es vielmehr auf viele weitere Faktoren ankommt.

Auch Wochen nach dem Konsum lassen sich die Cannabinoide aus der Hanfpflanze wie eben das THC nachweisen und auf Basis solcher Werte dann den Führerschein wegzunehmen und andere Strafen zu verhängen ist pure Willkür. Die Testverfahren gehören dringend überarbeitet. In Deutschland nimmt man wahrscheinlich an, es verhalten sich beim Gras so ähnlich wie bei Schnaps und Bier – doch wissenschaftlich haltbar ist das in keiner Weise! Kiffer können Hanf konsumieren und problemlos Autofahren, doch mehrere Flaschen Wein trinken und sich dann ans Steuer setzen wird wohl bei den allermeisten Menschen zu Risiken führen.

Bei drohendem Führerscheinentzug unbedingt Anwalt einschalten: Ihr solltet unbedingt die aktuelle Studienlage anführen und keineswegs hinnehmen, wenn irgendein Beamter oder Polizist meint sich aufspielen zu müssen! Zwar ist Klagen und sich vor Gericht wehren für Betroffene nicht immer garantiert hilfreich, da wie beschrieben bei uns viele Richter gemeinsame Sache machen mit Politikern anstatt diese in deren Willkür einzuhegen. Mittlerweile ist die Forschung zur Wirkung und Dosierung von Cannabis aber auch sehr weit und eigentlich unübersehbar fortgeschritten, so dass umtriebige Advokaten vielleicht doch einiges tun können für mehr Gerechtigkeit in der Bundesrepublik Deutschland.