Cannabis multiresistente Keime

Bei einer neuen Untersuchung im Labor wurde herausgefunden, dass Cannabis offenbar sehr zuverlässig gegen multiresistente Keime wirkt (Bild von Arek Socha auf Pixabay).

Derzeit baut sich in China mal wieder ein Virus auf und die WHO warnt schon vor dem Wuhan – Erreger. Freilich gibt’s jenseits solcher Virenstämme auch bei uns ein ganz anderes Problem und das ist die Zunahme von Keimen und Bakterien etwa im Krankenhaus, die sprechen auf kein Antibiotikum mehr an – und diese Resistenz macht den Medizinern große Sorgen. Nun aber könnte ausgerechnet Cannabis gegen multiresistente Keime eingesetzt werden! Bei verschiedenen Tests wurde im Hanf ein Cannabinoid ausgelesen und gegen die Stabbakterien in den Kampf geschickt, was zu außergewöhnlich positiven Ergebnissen führte. Wird der Hanf als Antibiotikum unverzichtbar und bereichert das medizinische Arsenal gegen solche Mikroben?

Cannabinoide mit antibiotischen Eigenschaften

Insgesamt fünf dieser Bestandteile der Hanfpflanze wurden genauer untersucht und dabei stellte sich CBG, das ist das Cannabigerol, als sehr potent gegen die bis dato resistenten Staphylococcus Aureus Bakterien heraus – diese kurz MRSA genannten Keime sind ein großes Problem in so mancher Klinik. CBG nun ist nicht psychoaktiv wie etwa das THC im Cannabis und bewährte sich im Labortest umgehend. Nicht nur die MRSA Mikroben gingen ein, sondern auch deren Depots in den Zellen, von wo aus öfters eine eigentlich überstandene Infektion wieder ausbrechen kann! Ein typischer Film, eine Art biologischer Abdruck der Keime, wurde ebenfalls auf Haut oder medizinischen Implantaten gemessen, doch durch Cannabigerol nachhaltig entfernt.

Tierversuche mit Hanf

Natürlich ist das nicht schön für die Ratten und anderes Getier, aber nach dem sich CBG als sehr potent im Labor und in der Petrischale aktives Antibiotikum herausstellte, wollten die Forscher die Probe aufs Exempel sprich am Tier machen. Und siehe da – Infektionen mit den MRSA Bakterien bei Mäusen wurden geheilt und das funktionierte so gut wie mit dem wirklich letzten chemischen Mittel, dem Vancomycin, das Mediziner bei Bakterien wegen starker Nebenwirkungen ungern anwenden. Im Prinzip arbeiten Cannabinoide aus der Hanfpflanze deshalb wie Medikamente und die Wissenschaftler können sich in mittlerer Zukunft den Einsatz von Cannabis in den Kliniken vorstellen.

Multiresistenz als Herausforderung: Ungeheuer schnell werden immer mehr Keime resistent und die Ursachen – Medikamente im Abwasser, inflationärer Einsatz, mangelnde Kontrolle im Krankenhaus – sind bekannt, was aber bisher noch zu keiner Verbesserung geführt hat, ganz im Gegenteil. Immer mehr Antibiotika werden wirkungslos, zumal die Präparate schon Jahrzehnte alt sind. Cannabis hingegen wird jetzt erst umfassend erforscht und könnte eine Art natürliche Abwehrwaffe bieten, die lange Zeit von den Menschen ohnehin verwendet wurde. 

Bakterien VS Cannabinoide

Die zirkulierenden Bakterien werden je nach Zellstruktur unterschieden und die genannten MRSA Keime haben eine einzelne, dicke Membran. Andere hingegen haben mehrere solche Schichten und hier ist eine Behandlung durch ständige Mutationen immer schwieriger – bei der Weltgesundheitsorganisation WHO werden gleich mehrere Bakterienstämme als kritisch und äußerst gefährlich weil kaum zu behandeln eingestuft. Interessanterweise kann das Cannabinoid CBG auch eine Interaktion eingehen mit Antibiotika zur Schwächung der Zellmembrane der Keime und das wiederum macht den mikrobischen Biestern noch schneller den Garaus.

Cannabis, da sind sich die Forscher einig, steckt voller antibiotischer Power und wir können das vergleichen mit bekannten Pflanzen respektive deren Produkten wie Knoblauch, Teebaumöl oder Kurkuma. Diese Potenz beschützt das Gewächs vor Bakterien und vor Pilzen und wir dürfen gespannt sein, wie eine Anwendung solch aussichtsreicher Cannabinoide wie dem CBG möglicherweise bald zum Standardrepertoire im Kampf gegen Infektionskrankheiten gehört. Ob auch der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn angesichts solcher Studien weiterhin vom therapeutisch wirkungslosen Hanf schwätzen wird?