Cannabis Freigabe CSU

Der bayrische Gesundheitsminister Klaus Holetschek sorgt sich wegen der Cannabis Freigabe und hat wie bei der CSU üblich keine Ahnung (Bild von Bastian Riccardi auf Pixabay).

Der bayrische Gesundheitsminister hat große Sorgen. Dieses Mal freilich nicht wegen der Maskendeals in seiner Partei oder der Doktorarbeit vom neuen Generalsekretär Martin Huber, sondern mal wieder wegen Haschisch und Marihuana. Als Medizin und Genussmittel sollen die beliebten Cannabinoide nämlich für Erwachsene in Deutschland endlich legalisiert werden wie es sich für moderne Staaten gehört – doch genau solche Entwicklungen hin zu mehr Freiheit, Fortschritt und Selbstbestimmung versucht man bei den Christsozialen seit Jahren zu verhindern. Da wurde zum Beispiel eine Bundesdrogenbeauftragte ins Amt gehievt, die Bürger, Wähler, Steuerzahler wie unmündige Halbstarke für dumm verkaufen wollte, das ist gar nicht so lange her! Ganz folgerichtig schreit der Herr Klaus Holetschek von der CSU angesicht der alsbald angekündigten Cannabis Freigabe nun ganz besonders laut. Menschen für den Konsum von Hanfpflanzen bestrafen, das ist wissenschaftlich betrachtet vollkommen absurd und so muss dieser Politiker aus dem Freistaat mal wieder die üblichen Anti-Hanf Fake News zitieren und drohen, damit er als medial nützlicher Betonkopf überhaupt noch in den Nachrichten zum Thema THC vorkommt.

Die Hemmschwelle beim Cannabis Konsum…

…würde nach Ansicht von Holetschenk angeblich sinken und noch mehr Menschen kämen in Berührung mit Hanf. Wir kennen dieses „Argument“ aus den Jahrzehnten rund um den famos gescheiterten „Krieg gegen die Drogen“, der Millionen Menschen ins Unglück stürzte. Offenbar möchte die CSU das grandiose Erbe der Verbote, der Gängelei und laut Cannabis Forschung nachweislich sinnlosen Schikane fortsetzen und so wird das Vorhaben zur THC Freigabe durch die Ampelkoalition im Bund mal wieder ganz ohne wissenschaftliche Grundlage angegangen.

Karl Lauterbach gab vor einigen Tagen bekannt, die Legalisierung von Haschisch und Marihuana für Erwachsene schon in diesem Herbst bearbeiten zu wollen mit einem Gesetzesentwurf und das können die Kalkriesen von der CSU natürlich nicht einfach so stehen lassen. 

Die Bundesregierung möchte das Vorhaben mit den Ländern diskutieren, das meint Klaus Holetschek loben zu müssen – wir finden freilich, dass sich die nachweislich inkompetenten Ministerpräsidenten mit ihren Lügengeschichten über das Kiffen an dieser Stelle besser raushalten sollten! Parteien wie die CDU/CSU haben seit Jahren keinen einzigen durchdachten Vorschlag zu Gras legal präsentiert, sondern nur Verbote und lachhafte Figuren wie die eingangs erwähnte Daniela Ludwig als angebliche Experten mit dickem Salär versorgt!

Grüne, FDP und selbst der neue Bundesdrogenbeauftragte Blienert von der SPD haben in allen möglichen Welten mehr Ahnung von Cannabis und der aktuellen Forschung und der Bund sollte daher die Blockierer auf Länderebene am besten nur vor vollendete Tatsachen stellen.

Wie argumentiert die CSU gegen die Cannabis Freigabe für erwachsene Bürger?

Jenseits der Hemmschwelle und der durch zahllose Studien widerlegten Story von der „Einstiegsdroge“ Cannabis möchte Klaus Holetschek nicht, dass der Konsum von Hanfprodukten verharmlost wird. Achso? Hat die Ampel denn wirklich Kiffer Runden im Bundestag geplant? Wussten wir gar nicht, aber der bayrische Gesundheitsminister kramt bei seiner Kritik wie üblich ganz tief in der politischen Mottenkiste:

  • Cannabis macht süchtig,
  • Cannabis macht dumm, in seinen Worten als „Auswirkungen aufs Gedächtnis“ und
  • Cannabis macht krank, da nach Holetschek´s Ansicht das Gesundheitssystem durch Kiffer und Kifferinnen nach einer Legalisierung ebenso wahrscheinlich überlastet sei wie vor kurzem durch das Coronavirus.

Fehlt eigentlich nur noch, dass der Hanf Straßenunfälle verursacht und vor allem Kriminelle in Massen erzeugt – aber die eigene Strafverfolgung als Wirkung durch Cannabinoide hinzustellen ist mittlerweile selbst der CSU zu dumm!

Da keine Studien und keinerlei Fachwissen auf dem heutigen Stand genannt werden durch die Kommentare des Herrn Holetschek, hat man sich in Bayern vielleicht auch einfach mit dem Fortschritt abgefunden. Und so ist es schon jetzt wohl eine absehbare Ironie der Geschichte, wenn die CSU in ein paar Jahren angesichts einer boomenden Cannabis Wirtschaft in ihrem Parteiprogramm von „Vaporizer und Lederhose“ erzählt und versucht, die heute getroffenen Aussagen und Schwindeleien wie in dieser Partei üblich zu relativieren.