Cannabis im Handelskrieg

Wir werfen einen Blick auf die Auseinandersetzung dieser Tage und fragen direkt nach der Auswirkung des Handelskrieges auf die amerikanische Cannabiswirtschaft.

Endlich kriegen die Chinesen mal bisschen Druck auf ihre Kopierwerkstätten: Seitdem Donald Trump als US-Präsident wie der Elefant im Porzellanladen durch die Weltpolitik poltert, kann China nicht mehr einfach nur Ideen stehlen und diese dann abgekupfert billigst auf den Markt werfen – doch ist hier eigentlich auch der Hanf ein Thema? Sowohl als Genussmittel wie auch als Cannabismedizin ist Gras in den USA vielerorts legal, dazu kommt ein massiver Ausbau der Kapazitäten beim Nutzhanf. Wer sich mit Rohstoffen beschäftigt weiß: Die Chinesen kaufen derzeit keine amerikanische Baumwolle, der Preis fällt ins Bodenlose – sind Haschisch und Marihuana inmitten des Handelskrieges in ähnlicher Form betroffen?

Hintergründe zu den Zöllen und die Verbindung zur Hanfwirtschaft

Seit gut einem Jahr schon sticht Trump gnadenlos ein auf den gelben Drachen China und dessen unfaire Praktiken vom Diebstahl geistigen Eigentums über Industriespionage selbst durch Studenten bis hin zur aktuellen Situation in Hong-Kong verdienen auch nichts weiter als Verachtung. Trotzdem müssen wir mit dem Riesenreich auch Geschäfte machen und Trump knallt Zölle auf die Waren aus Fernost, das geht beim Umfang in den Bereich von vielen hundert Milliarden Dollar. Anstatt sich zu ändern und besser zu arbeiten als nur zu stehlen und zu kopieren, verhängt der Chinese im Gegenzug auch Zölle – fertig ist der perfekte Handelskrieg, Ausgang ungewiss.

Bekanntlich ist im gleichen Zeitraum die Cannabisbranche in den USA massiv gewachsen. Gut bezahlte Jobs, Steuern, steigende Immobilienpreise – Hanf ist ein ökonomischer Faktor geworden dank der freien und fairen Politik für die Bürger in Übersee. Trumps Aktionismus hängt auch mit der Hoffnung zusammen, dass amerikanische Unternehmen statt in China doch wieder zu Hause investieren und die öffentliche Meinung zu den Zöllen ist eher gemischt. Doch wer genauer hinsieht, der erkennt die ersten Anzeichen von Problemen auch beim Cannabis – es fehlen offensichtlich Komponenten aus China für den Konsum von Haschisch und Marihuana!

Gras wächst in den USA, Kartuschen kommen aus Fernost?

Das ist die Globalisierung: In China warten überall willige Spitzel, die euch für das Kiffen sofort an die Partei verraten und ihr werdet dann mit Sicherheit auch viele Jahre im Knast verschwinden – doch die Kartuschen für den Vaporizer lassen die Hanfverkäufer aus den USA sehr wohl im Fernen Osten herstellen! Zwar gab und gibt es wie immer bei chinesischen Beteiligung Beschwerden über schlechte Qualität, aber die schiere Masse an Bedarf und damit die Nachfrage von Kiffern wie Hanfpatienten lässt gelegentlichen Ausschuss eben zu. So kommen beispielsweise aus China:

  • einige Modelle Vaporizer zum Gras verdampfen,
  • Batterien für die Verdampfer,
  • Kartuschen zum Befüllen,
  • Gläser und Boxen zum Verpacken von Cannabis,
  • Beleuchtungssysteme für den Hanf Indoor Anbau,
  • Bauelemente von Trägern bis Regalen für die umfassende Cannabisplantage uvm.

Wenn wir nun uns vorhalten, dass Verdampfen von Marihuana extrem beliebt ist und zulegt, dann ist der Handelskrieg beim Cannabis direkt angekommen. Die Verkäufer in den USA müssen höhere Preise wie immer an die Konsumenten weitergeben – die Folge sind negative Renditen und damit schwierige Bedingungen für eine Branche, die eigentlich gerade richtig loslegen will.

Ähnlich ist es dann auch mit den Cannabis-Aktien an der Börse: Zwar legen die Umsätze zu und die Konsumzahlen steigen, doch neben verschiedenen rechtlichen Hindernissen von fehlenden Krediten bis Importverboten ist es gerade der Konflikt um die Zölle mit China, der den Kursen derzeit überall am Aktienmarkt rote Zahlen beschert! Damit wiederum gehen den Firmen Einnahmen verloren, die dringend zum Investieren benötigt werden.

Auch Nutzhanf ist betroffen!

Dieses Cannabis berauscht nicht im Kopf, sondern entspannt den Körper – wohltuend also als Medizin, aber auch als Textil und Grundlage für ganz unterschiedliche Materialien wird Nutzhanf verwendet. In den USA ist der Anbau nun auch bundesweit legal. Allerdings haben die Chinesen auf Hanfsamen und auf den Nutzhanf selbst die 25% Zoll draufgeschlagen, wohlwissend wie sich auf diese Weise die amerikanische Cannabiswirtschaft schädigen lässt. In 2017 etwa importierten die USA Hanf für mehr als 3 Milliarden Dollar aus China – im Gegenzug kauft das selbsternannte Reich der Mitte aber so gut wie keine Agrarprodukte mehr!

Der heimische Anbau gerade für die Produktion von CBD-Öl aus Nutzhanf wird das zunehmend abfangen und es ist vorstellbar, dass trotz aller Unkenrufe am Ende die Chinesen das Nachsehen haben. Deren Ökonomie basiert nicht auf Erfindungsreichtum und Unternehmergeist, sondern auf Planung und Diebstahl, was in Krisenzeiten schnell zu Problemen führt. Eine gläserne Decke ist dort Realität und die Hanfbauern in den USA sowie die Dispensaries und Online Cannabis Lieferdienste werden wahrscheinlich den Ausgleich aus heimischer Produktion suchen. Warum sollte man auch auf Dauer Produkte aus einem Land kaufen, das für den Gebrauch eben solcher Hanfprodukte Menschen foltert und zum Tode verurteilt?