Cannabis in den Religionen

Wie halten es die Religionen mit Kiffen, Cannabis und Joints im Allgemeinen? Dürfen Juden Hanf wirklich religiös fundiert verwenden und welche Glaubensrichtungen sind bei Marihuana besonders locker drauf?

Kiffen ist so alt wie die Menschheit und die Anwendung von Hanf in der Medizin ebenfalls. Aber wie stehen eigentlich die Religionen zu Cannabis? Ist da wirklich überall Verbot zu finden, wie etwa auch beim Alkohol im Islam oder halten einige Glaubensrichtungen den Hanf sogar für förderlich? Wir wollen hier nicht über die Marihuana-Kirchen in den USA abhandeln, das sind besondere Erscheinungsformen, die mehr oder weniger auf den Rastafari Kult auf Jamaika zurückgehen. Solcherlei Ansichten bewerten Gras als zentral und sind daher wenig gesellschaftsfähig, da die allermeisten Menschen zur Entspannung mal einen Joint rauchen oder Essstörungen und vieles mehr behandeln – sich jedoch kaum schon morgen dicke Blunts reinziehen, damit die Welt entsprechend wahrgenommen wird. Wie also stehen Juden, Christen, Hindus und so weiter zum Cannabis?

Der Körper als Tempel – Cannabis als Versuchung?

Was bei uns vielleicht noch kurios klingt ist für viele Menschen eine ernste Angelegenheit: Komme ich in die Hölle, wenn ich Hanf rauche? Bei den Juden, man schaue hier nach dem Exodus 30:22 – 30 wird direkt über eine besondere Pflanze gehandelt, die ganz offensichtlich Cannabis darstellt. Die Bibel wiederrum bezeichnet den Körper als Tempel und gerade sehr konservative Christen werden nicht müde, den Hanf als Sünde und Werkzeug des Teufels zu bezeichnen. Zieht Euch an dieser Stelle mal den Streifen „Reefer Madness“ rein, da ist dergleichen Abscheu bestens zu besichtigen.

Glaubensrichtungen wie die Mormonen, die bekanntlich an die Auserwählten als Amerikaner glauben, tun viel, damit Cannabis vor Ort auf keinen Fall legalisiert wird, die übliche Heuchelei inklusive. Aber solche Interpretationen sind Machtspielchen und wir schauen uns mal lieber die historischen Grundlagen an – wie stehts um Konsum von Hanf und um die Pflanze selbst?

  • Cannabis und Judentum

Hier müssen wir ebenso Jahrtausende zurückreisen und die Stelle 30:22 – 30 im Buch Exodus könnte auf Hanf hinweisen. Dort wird Moses aufgefordert von der Gottheit, eine Pflanze namens Kaneh-Bosem zur Herstellung eines heilsamen Öls zu verwenden. Darauf berufen sich viele Rabbis, die dem Hanf freundlich gegenüberstehen. Im Talmud finden sich dann sogar Hinweise, wie Cannabis angebaut werden soll und der berühmte Denker Maimonides ergeht sich in Therapiemöglichkeiten von Hanf bei Atemwegserkrankungen. Ist es also kein Zufall, dass ausgerechnet in Israel seit vielen Jahren Haschisch und Marihuana als Medizin erlaubt sind und die Forschung viele spannende Ergebnisse liefert? (Quelle: Tabletmag.com)

Zugleich finden sich aber auch Berichte, nach denen jüdische Geistliche den Hanf verwerfen. Auch dabei geht’s wie zu erwarten um den klaren Geist, denn nur so lässt sich die Thora studieren und die Gemeinschaft stärken. Trotzdem scheinen die Juden in ihrer Religion beim Cannabis relativ offen – so wird von der Gottheit dann auch in der Genesis berichtet:

„Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch gegeben alles samenbringende Kraut, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an welchem samenbringende Baumfrucht ist: es soll euch zur Speise sein“ (1:29)

Warum sollte der große mächtige Jahwe also Cannabis erschaffen, wenn nicht zum Nutzen durch das von ihm auserwählte Volk der Juden und der ganzen Menschheit?

  • Christentum und Cannabis

Ein Blick in die Paulusbriefe zeigt uns beim Korinther-Brief an der Stelle 6:19-20 die Bedeutung des Körpers als Tempels, auch soll Lukas als Apostel von Jesus Christus ein Arzt gewesen sein, der Medizin verschrieb (Kolosserbriefe 4:14). Im Psalm 104:14 wird sogar berichtet, dass die Gottheit Kräuter und wirksame Pflanzen geschaffen habe, damit menschliche Gemeinschaft bereichert wird – damit kann natürlich Basilikum für den Salat gemeint sein, sehr gut aber auch Cannabis! Gut möglich, dass Hanf also sehr häufig auch in der Urgemeinde der Christen zum Einsatz kam, gerade eben zur Anwendung bei Erkrankungen.

Beim Genussmittel Marihuana oder Haschisch wird’s hingegen komplizierter. Bekanntlich hat Jesus Wasser zu Wein verwandelt und gesoffen wird bis heute im Gottesdienst aus goldenen Bechern, doch einen Joint haben wir in der Kirche noch nicht kreisen sehen. Wein wird als zentrales Element und als Blut des Herrn im übertragenen Sinne geradezu enthusiastisch gefeiert, wenn auch der ganz große schwere Suff nicht geduldet ist. Offenbar ist die moderate Anwendung von Cannabis im Christentum durchaus ok – der erste Petrusbrief fordert lediglich, dass unser Geist klar bleiben soll für die Hilfe in der Gemeinschaft (ebd. 5:8). Wenn wir freilich kiffen und uns das hilft, in Stimmung zu bleiben und konzentriert auf die christlichen Werte, dann ist Cannabis wohl soweit in Ordnung für Jesus und seine Anhänger.

  • Cannabis und Islam

Die etwas zu spät gekommene Ideologie der Araber setzt bekanntlich auf Abschreiben bei Juden und Christen plus Ansichten aus der Wüste und der Islam ist beim Cannabis nicht sonderlich tolerant. Das liegt aber nicht an der Schrift Koran selbst oder an irgendwelchen Hinweisen aus der Sunna! Es gibt keine Textstellen, die Hanf und dessen Anwendungen diskutieren, wenn wir mal den berühmten Vers 219 in der zweiten Sure und die Verse 90 wie 91 in der fünften Sure weglassen. Dort freilich geht’s um die giftigen Effekte von Pflanzen und auch wenn gemeinhin der Alkohol gemeint ist, so dürften die tief Religiösen im Islam das auf alle Drogen ausweiten.

Spaß gibt’s im Islam vor allem beim gemeinsamen Teetrinken der Männer und vielleicht auch beim Sex mit den bis zu vier Ehefrauen, die in dieser Religion nur Gefäße sind ihrer Besitzer. Die endlose Diskussion um Halal oder nicht ist dabei aber immer auch machtpolitisch geprägt und wir warten weiterhin auf die ersten Geistlichen im Islam, die hier für eine Lockerung sorgen. Verbote und Drohungen mit Verweis auf den großen Allah funktionieren in diesen meistens recht zurückgebliebenen Gesellschaften bestens und warum sollte man hier etwas an der ewigen Herrschaft der Männer und bärtigen Ajatollahs ändern, wenn wir mal im Jargon der Schiiten bleiben wollen?

  • Cannabis und Buddhismus

Vergleichsweise entspannt erscheint demgegenüber das Verhältnis der Jünger Buddhas zum Hanf. In dieser Religion geht’s um die Spiritualität des Geistes und Körpers, was zur Erlösung durch verschiedene Praktiken von Askese bis achtfachen Pfaden und so weiter führen soll. Es gibt auch Buddhisten, die preisen THC als den Geist öffnend und zugleich als entspannend, was für die berühmten Meditationen ja nur hilfreich sein kann. Auch sind die Hinweise des Buddhas wie wir alle wissen nur Anleitungen zum Verlöschen im Nirwana, aber eben keine gültigen und alles bestimmenden Gesetze zur Struktur der Gesellschaft wie in den oben beschriebenen Abrahamitischen Religionen.

Allerdings ist es diesen Asketen auch wichtig, dass der Geist klar bleibt – was auch immer das bedeuten mag! Mit Sicherheit wird sich kein Buddhist bei der Einnahme des körperaktiven CBD ereifern und gerade in den Ausprägungen, die viele westliche Gläubige anzieht, ist Cannabis als hilfreiches Mittel zur Entspannung beliebt. Am Ende müssen die Anwender dieser Religion eben selbst entscheiden, was nützlich ist auf dem Weg hin zum Verlöschen und zum Ausbruch aus dem Kreislauf der angeblich ewigen Wiedergeburt.

  • Cannabis und Hinduismus

Indien war und ist ein Hotspot für Kiffer und gläubige Hindus behaupten, gnädige Götter hätten den Hanf als Heilmittel und zur Unterhaltung erschaffen. Sogar sexuelle Stimulanz durch Cannabis wird explizit besprochen! Es gibt Berichte, nach denen Marihuana gewissermaßen aus einer Art göttlichem Kochtopf auf die Erde tropft, wenn wir uns der bildlichen Sprache der Hindus bedienen möchten. Die wichtigste Theorie aber ist, dass Götter und Dämonen auf der Suche nach einem Unsterblichkeitstrank die Ozeane durchwühlten – und dabei auf Cannabis stießen! Cool, oder?

Jedenfalls scheinen Haschisch und Marihuana im Hinduismus eine positive Bedeutung zu haben. Warum ist Gras dann im modernen Indien nicht legal? Das liegt an der idiotischen Übernahme britischer Rechtsvorschriften, ohne die sich die indischen Autoritäten wohl nie in die Moderne als unabhängiger Staat hätten hinüberschiffen können – und diese Regeln sind besonders strikt. Das lässt sich überall in ehemaligen britischen Kolonien beobachten – in Hongkong und Singapur werden schon mal Jahrzehnte Knast verhängt für einen Joint.

  • Cannabis in Tibet und bei den Chinesen

Viele Berichte aus den Jahrhunderten vor Christus zeigen, dass im Taoismus sehr wohl auf eine Kombi aus Cannabis und beispielsweise Ginseng gesetzt wurde. Allerdings durften das, hier grüßte damals schon der berühmte asiatische Stock im Hintern, nur die Mönche und als dann die bekannte Han-Dynastie mit der Ausrottung der Taoisten begann, da war auch der Gebrauch von Cannabis am Ende bei den Chinesen. Diese scharfe Verurteilung von Hanf ist bis heute erhalten geblieben. Im Hintergrund ist dafür der Konfuzianismus verantwortlich, der in seinem Wahn die untergegangen Shou-Dynastie neu erwecken wollte. Dabei soll laut Ansicht von Meister Kung der Mensch nichts gelten, da das Endziel – Himmel, Kaiser und Erde in ewiger Harmonie – auf keinen Fall durch individuelle Entspannung gefährdet werden darf! Wer verstehen will, warum asiatische Gesellschaften immer noch getreu dem Motto „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ handeln, der muss auch beim Hanf bis zu diesem Denker um 500 vor Christus zurückgehen.

Anders siehts aus im besetzten Tibet. Dort herrschte das Wort Buddhas und dessen leichten Umgang mit Cannabis haben wir weiter oben beschrieben. Allerdings haben die Eroberung durch die Scheinkommunisten aus Peking, Hochhäuser aus Stahl und Beton und der allgegenwärtige Konsumkult der Chinesen ziemlich sicher die letzten Refugien von Hanf in Tibet ausgetrieben und Ihr solltet in Lhasa und Co besser nicht direkt nach Haschisch und Marihuana fragen in 2019.