Cannabis Legalisierung in Indien

Eine Petition am indischen Gerichtshof könnte für Bewegung sorgen rund um Cannabis auf dem Subkontinent – wie ist die Lage beim Hanf in Indien?

Eigentlich erstaunlich, dass Hanf ausgerechnet in Indien nicht erlaubt und legal ist, doch diese zweifellos den lokalen Gegebenheiten auf dem Subkontinent zuwiderlaufenden Regeln sind ein Erbe der britischen Kolonialzeit. Puritanische Strenge auch für Inder – Kiffen war für die Kolonialherren schlecht und so folgten dem auch die örtlichen Politiker in ihrem Bestreben, wie die alten Herren wenn auch in lokalem Gewand zu gelten. Nun gibt’s Veränderungen in der größten Demokratie der Erde – der Gerichtshof in Neu-Delhi setzt sich mit einer Petition zum Cannabis auseinander.

Hanf als Medizin und Rohstoff

Darauf jedenfalls basieren die Argumente der Petition, die von einer Initiative zur Freigabe von Haschisch und Marihuana in Indien kräftig Dampf macht. Hanf müsse erforscht werden, sei medizinisch und für die Industrie von großem Nutzen. Absurde wäre die Einstufung als gefährliche Droge wie Heroin, zumal Hanf viel schonender und vor allem ohne die Gefahr einer Abhängigkeit in der Schmerztherapie eingesetzt werden kann.

Ebenso könne Cannabis bei Krebs helfen, zur Linderung der Symptome einer HIV-Erkrankung ist es auch sinnvoll – warum also ein Verbot, wenn sich mit dem Hanf viele aktuelle, brennende Probleme in der Gesundheitspolitik auf dem Subkontinent lösen lassen?

Auch der Umweltschutz ist wichtig

Und Greta Thunberg wirkt bis nach Indien: Die Antragsteller mit der Petition verweisen auf das Klima und die Veränderungen, auf die Auswirkungen der Umweltzerstörung und nehmen hier den Rohstoff Hanf in die Pflicht! Als Produkt der Landwirtschaft ist es Grundlage für Kleidung, Nahrung und sogar Treibstoff und nur bei einer Legalisierung ließe sich das alles noch besser erforschen, logisch. Nutzhanf ist deshalb ebenfalls ein Thema beim Gerichtshof – alles rund um Haschisch und Marihuana kommt in Indien nun auf den Prüfstand.

Ein Gesetz aus dem Jahr 1985 zum Cannabis

Dieses Betäubungsmittelgesetz stuft Hanf ein als gefährliche Droge ohne jeden Nutzen. In 2019 müssen wir sagen: Was für ein Unsinn! Und das tun auch die Inder, die endlich auch Bezug haben wollen auf die sehr hilfreichen, gut verträglichen Eigenschaften der Cannabispflanze. Im Parlament, so die Antragsteller mit der Petition, würde immer nur über Kriminalität debattiert, über abhängige Jugendliche und dabei wird regelmäßig Heroin, werden Prostitution, AIDS und eben auch Hanf ohne Sinn und Verstand zusammengerührt. Auch gibt’s tatsächlich so Kaffeebuden, die werden staatlich subventioniert und dort schenkt der Kellner Bhang aus, eine Art Kultgetränk der Inder, das wiederum aus Cannabis gemacht wird. Absurd, oder?

Hanf legalisieren oder entkriminalisieren?

Hier geht die Petition erstmal vorsichtig voran. Zunächst müssten die beschriebenen Aspekte in der Einstufung von Drogen bezüglich Cannabis geändert werden, es soll ein moderner und umfassender Ansatz her im 21. Jahrhundert. So wäre ohnehin das totale Verbot nicht mehr mit der Verfassung vereinbar und wenn die indischen Richter dieser Petition zustimmen, dann müsste auch die Regierung in Neu-Delhi selbst handeln – wir sind sehr gespannt auf eine Neubewertung von Hanf zwischen Mumbai und Bangalore, schließlich wurde in diesen Breiten schon vor tausenden Jahren gekifft an allen Ecken und Enden.