Cannabis News USA

Cannabis News USA: Autismus, das Recht auf Waffen, das neue THC-Limit in Florida und die Lage in New York, wo eigentlich Hanf im April 2019 legalisiert werden sollte. (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Gods own Country, das himmlische Amerika hat dieser Tage auch beim Cannabis und den entsprechenden News die Nase vorn – Wir präsentieren gemischte Nachrichten aus den USA von Colorado bis New York. So können Haschisch und Marihuana am Fuße der Rocky Mountains nun auch bei Autismus verordnet werden! In Oklahoma dürfen Kiffer auch automatische Waffen dabei haben, während Florida den Gehalt von THC im Hanf für Patienten bei 10% deckeln möchte. Und dann schauen wir mal nach New York, wo es eigentlich Gras schon legal geben sollte – Was ist da passiert in den letzten Wochen?

Colorado: Cannabis als Medizin bei Autismus erlaubt

Eine ganze Weile wurde das diskutiert, schließlich ist Autismus im engeren Sinne keine echte Krankheit, sondern ein Gendefekt und Mediziner sind sich nicht schlüssig, welche heilende Wirkung Cannabis dabei entfalten soll. Seit der Legalisierung von Hanf in Colorado sind nun schon fünf Jahre vergangen und diese Zeit wurde für intensive Forschung auch zu diesem Phänomen menschlicher Entfaltung genutzt. Die nun verkündete Aufnahme von Autismus in den Katalog von Anwendungsmöglichkeiten für Cannabis ist deshalb nicht überraschend und könnte Betroffenen und ihren Angehörigen schnelle Hilfe bei einem solch komplizierten Gendefekt bieten.

Die Rechte von Patienten werden dank Hanf verbessert

Zweifellos wirkt Cannabis als auch eine Art Booster für Persönlichkeitsrechte: Wer will, der soll mit Hanf auch therapieren können und politische Verweigerung einfach aus Borniertheit heraus wie in Deutschland sind in den Legal States der USA auf lange Sicht nicht möglich. Dafür sorgt der Wähler, während hierzulande die Wahl von Pest oder Cholera lediglich durch die grünen Pocken ergänzt wird, es also keine wählbare Alternative gibt beim Hanf. In Colorado jedenfalls kam ein neuer Gouverneur ins Amt, der schaut sich die Forschung und gab sein Ok für Cannabis bei Autismus – ausgerechnet am Welt-Autismus Tag wurde diese Änderung nun verkündet!

Hintergrund ist nicht nur eine ergiebige Wissenschaft zum Thema, sondern auch die Forderungen der Eltern nach Entlastung – verständlich. Wann gibt’s diese Diskussion zu Cannabis in Deutschland oder wird hier auch in Zukunft das autistische Kind einfach nur durch chemische Keulen ruhiggestellt? Viele Länder von Chile bis Israel forschen zum Verhältnis von Hanf und Autismus, während sich in der BRD vor allem mit dem Dieselmotor beschäftigt wird als besonders zukunftsträchtiger Investition. Und wenn Patienten nach Cannabis fragen, dann werden möglichst viele große, schwere Steine aufgerollt in der Annahme, man könne selbst Schwerkranke auf alle Ewigkeit für dumm verkaufen und einfach so leiden lassen. Deutsche, hört Ihr die Signale?

Oklahoma: Waffenbesitz und Hanfmedizin

Falls Ihr schon mal in Oklahoma wart, dann dürften vor allem zwei Sachen auffallen: Zum einen haben die allermeisten Leute vor Ort eine Knarre, am besten gleich am Revers und griffbereit und zum anderen ist echt stinklangweilig. Im vergangenen Jahr wurde nun ausgerechnet in diesem Bundesstaat per Wählervotum medizinisches Cannabis erlaubt – doch was bedeutet das für die Waffengesetze, ihres Zeichens wie wir alle wissen für die Amis und gerade jene in Oklahoma, eine Art Heiligtum? Gibt’s also wegen Haschisch und Marihuana im Blut bald Schießereien an High – Schools wie in den USA vielerorts immer mal wieder zu besichtigen?

Müssen die Bürger zwischen Joint und Knarre wählen?

Diese Befürchtung ging um in Oklahoma und man stelle sich vor, Ihr müsstet Euch für die halbautomatische Büchse mit der Möglichkeit zum Töten und dem Joint mit feinstem OG Kush entscheiden. Viele Amis können das freilich nicht. Außerdem ist ja noch ein Unterschied zwischen dem offenen Tragen der Pistolen und Co, dafür braucht es eine Lizenz, und dem bloßen Mitführen – der oberste Staatsanwalt meinte dazu, man könne doch einfach die Lizenz zum Tragen aufgeben und die Waffen einfach nur im Kofferraum mitführen, die Leute in den USA fahren ja ohnehin jeden Meter. Aber das ist unausgegoren und nun hat die Legislative vor Ort das Problem gelöst. In Oklahoma ist daher nun möglich:

  • Sowohl eine Knarre wie auch Cannabis dabei zu haben, vorausgesetzt für beides liegt die Erlaubnis vor,
  • ausreichend Munition für den Einsatz, gern auch bekifft, mitzuschleppen und
  • Bürger in dieser Hinsicht den Besitz und das Führen auch zu verweigern, wenn eine Eignung dafür nicht vorliegt und gerade die weiterhin damit kollidierenden Bundesgesetze hier zusätzlichen Einfluss ausüben.

Es werden derzeit Daten gecheckt von Leuten, die eine Medical Card für Cannabis möchten und abgeglichen mit Einträgen in die üblichen Kriminalregister. Das geschieht lokal und die Bundesbehörden können kaum eingreifen, was gut ist für Kiffer, Hanfpatienten und Schießwütige, die Angst haben ohne Gewehr in Oklahoma.

Florida: Obergrenze für THC-Gehalt im Cannabis?

Erst vor kurzem wurden im Bundesstaat der Sonne und Orangen, dem mondänen Florida, die bei Kiffern und Cannabispatienten Marihuana-Blüten erlaubt für den medizinischen Einsatz. Nun kam heraus, dass die Politik auch eine Limitierung beim THC-Level beschließt – auf 10% und damit auf einen Wert, der nicht gerade sehr realistisch den Anforderungen in Zeiten einer Legalisierung von Cannabis entsprechen mag.

Eine willkürliche Zahl?

Sehr wohl, denn wie Anwälte und Patienten direkt nach diesem Beschluss richtig anmerkten ist es ein Problem, wenn einmal viel höherprozentiges Cannabis bereits auf dem Markt ist und von Unternehmen legal verkauft wird. Andererseits haben gerade Patienten oft eine höhere Dosis nötig, abhängig vom Krankheitsbild. Davon lassen sich Floridas Entscheider aber nicht beeinflussen und verweisen auf Studien, nach denen besonders potenter Hanf Psychosen verursachen kann. Eine willkürliche Ziffer ist aber suboptimal, da es für solche Limits eigentlich viel mehr Forschung bräuchte – Stroh 80 als Schnaps mit 80% ist ja auch frei verkäuflich im Supermarkt. Insgesamt 14 Bundesstaaten haben in den USA übrigens eine Deckelung des THC-Gehalts im Marihuana verfügt, meistens ebenfalls um die 10%.

Einziges Problem: Offenbar wird vielen Patienten in Florida schon länger konkret und tatsächlich bei ihrem Leid mit hochprozentigem Cannabis geholfen! Wenn nun beispielsweise ein Mensch, der an Schlafstörungen oder Schmerzen leidet, plötzlich nur noch eine halbe oder geviertelte Tablette bekäme – wie wäre das gerade auch medizinethisch vertretbar? In Florida haben gut 200.000 Leute eine Medical Card für den Hanf – Hier warten mit Sicherheit schon viele Kläger auf einen Termin bei Gericht.

New York: Legalisierung von Cannabis verzögert sich

Eigentlich war hier schon alles in Butter, doch als dann das Budget für New York vorgestellt wurde, da fehlte die Legalisierung von Cannabis! Warum denn das? Der Gouverneur Cuomo höchstpersönlich hatte die Freigabe als zentrales Anliegen für die ersten 100 Tage im Amt genannt, es gibt eine große Zustimmung für Cannabis in New York und die Steuern wollte die Stadt wie bereits verkündigt zur Sanierung der verrotteten U-Bahn verwenden. Was ist da passiert am Hudson River?

Ursachen für die Verschiebung lassen sich wie folgt subsummieren:

  • Skepsis von konservativen Politikern, die kräftig Lobbyarbeit gegen Hanf betreiben,
  • Unklarheiten zur Besteuerung
  • Initiativen, die Legalisierung im Sinne und nach dem Verständnis der Industrie zu gestalten, die bereits jetzt das medizinische Cannabis-Programm in New York leitet,
  • die komplizierte Lage beim Bundesrecht, gerade wenn es um Verkauf und Weitergabe geht.

Klar ist das alles auch irgendwo Pfeffer, weil Bundesstaaten von Vermont bis Nevada das auch hinbekommen, aber der Stadtstaat New York ist noch etwas anderes als Metropole.

Wie geht’s weiter mit Kiffen am Big Apple?

Schwer zu sagen. Das Ende der Freigabe ist das nicht, nur eine zeitlich völlig unklare Verschiebung und auch wenn sich derzeit massiver Protest formiert, könnte es nun wieder noch eine Weile dauern mit Haschisch und Marihuana für jeden auf der 5th Avenue. Viele geben dem Gouverneur die Schuld, der erst vollmundig ankündigte und nun zu bremsen scheint. Absurderweise haben Cannabis Aktien und damit Unternehmen einen Teil seines Wahlkampfs gesponsort – das ist im Fall des Andrew Cuomo fast noch eiskalter als bei Bundesgesundheitsminister Spahn, der hierzulande die Leute lieber leiden und verrecken lässt als ihnen ohne Komplikationen das Rezept für Medizinalhanf zugesteht! Klar ist die Legalisierung von Cannabis komplex und aufwendig, aber wer Wahlkampf macht in den USA (oder eben sich als Gesundheitsminister profilieren will), der sollte die Wähler (und Patienten) schon ernst nehmen, sonst ist die politische Karriere schnell wieder vorbei.