Cannabisanbau in BayernWenn Du im Freistaat Bayern mit einem Joint in der Hand erwischt wirst, dann ist Dir die volle Härte des Gesetzes sicher, schließlich gelten vor Ort allein Weißbier und vielleicht noch der Obstler von der Alm als akzeptables Rauschmittel. Umso erstaunlicher sind deshalb die Meldungen, nach denen die bayrischen Behörden nun nach Wegen suchen, um künftig Hanf in großen Mengen und bester Qualität anbauen zu können. Natürlich steckt ein wirtschaftliches Interesse dahinter, die Bundesregierung braucht bekanntlich jede Menge Haschisch und Marihuana für die vielen Patienten, die heute schon in den Apotheken für den großen Ausverkauf sorgen. Verrät Bayern also mal wieder für ordentlich Schotter die eigene Seele?

Medizinische Therapie statt Rausch, natürlich

Die vor Kurzem in einer Maischberger Talkshow ziemlich arrogant und unwissend argumentierende Gesundheitsministern Huml jedenfalls wird nicht müde zu betonen, dass vom Arzt verschriebener Hanf allein der Versorgung von Schwerkranken dient, keinesfalls aber für einen Rausch. Den sollten sich die Leute wie beschrieben auf dem Oktoberfest ansaufen, Zigaretten gehen auch noch, aber das war es dann schon.

Zugleich gibt es mit dem bösen Teufelskraut aber auch einiges zu verdienen, Steuern vor allem und jetzt wurde bekannt, dass der Freistaat in München und in der Oberpfalz Unternehmen unterstützt, die an der Erforschung und am eigentlichen Anbau von Cannabis Medizin arbeiten. Nach jahrelangen Verlusten, das Produkt selbst war ja fast vollständig illegal, herrscht nun Aufbruchstimmung in der Branche, zumal die medizinischen Anwendungen mittlerweile immer besser verstanden werden. Vor allem die Ärzte selbst müssen nun mehr Zeit in das Verständnis der Hanf Pflanze investieren, um die entsprechenden Präparate sprich Grasblüten an die Patienten ausgeben zu können.

Forschungszentren in Bayern

Geplant ist unter anderem ein Geschäft für Hanf und dessen Produkte, wobei dort logischerweise erstmal nur die Patienten mit Rezepten vorstellig werden. Aber es soll zugleich auch angeschlossene Praxen geben mit Spezialisten, es geht um Schmerztherapien, Behandlungen von Schlafstörungen, Muskelkrämpfen und so weiter. Dafür wird von Unternehmen jetzt Geld gesammelt und selbst die Ministerin ist dem nicht abgeneigt, hält aber das Ganze für unzureichend, wenn ein solches Behandlungszentrum nur in München stünde. Offenbar stellt man sich in Bayern mehrere Cannabis Polikliniken vor und auch wenn das lobenswert ist – die Ernsthaftigkeit im Umgang, die absolute Humorlosigkeit zeigt ebenfalls deutlich, dass man Haschisch und Marihuana eben nicht als Konsummittel zur Entspannung für Erwachsene, sondern im Grunde genommen als eine Art giftige, aber hilfreiche Medizin betrachtet und wir dürfen gespannt sein, ob das auf Dauer auch die Bevölkerung als Erklärung akzeptieren wird.