DEA Cannabis anbauen

Die DEA als oberste Drogenbehörde in den USA will in 2020 gleich mal drei Tonnen Cannabis anbauen zu Forschungszwecken – eine Steigerung um 30% (Bild von tommy pixel auf Pixabay).

Gleich mal 30% mehr Gras für das Labor und Reagenzglas – die DEA will in 2020 rund 3 Tonnen Cannabis anbauen! Passieren soll das zu Forschungszwecken und die stark gestiegene Menge zeigt den enormen Bedarf bei der obersten amerikanischen Drogenbehörde. Ringsum in den Bundesstaaten wird Hanf schon legalisiert als Medizin und Genussmittel und um hier nicht komplett wie von gestern auszusehen, will die Drug Enforcement Agency zumindest die Untersuchungen am Gras ausbauen. Experten hatte eine kleinere Menge erwartet, denn auch in Übersee tricksen die Behörden wie in Deutschland gerne herum beim Cannabis. Wird das zu einer Freigabe von Hanf in den gesamten Vereinigten Staaten führen?

Wer legt die Anbaumenge überhaupt fest beim Cannabis?

Wir kennen in Deutschland ja die Einrichtung von sogenannten Expertengruppen vom Kohleausstieg bis zur Organspende. Solche Runden nehmen immer das Gespräch dann auf, wenn die Politik inkompetent ist oder sich ein bisschen Gelaber zur Unterhaltung des Wahlvolks wünscht. In den USA hingegen wenden sich Experten wie Ärzte, Betreiber von Kliniken, Wissenschaftler, Politiker aller Couleur und sogar ganz normale Bürger an die DEA – und die muss dann reagieren.

Das gilt übrigens auch für andere Drogen wie die berüchtigten Opiate. Bei den süchtig machenden Tabletten schlug die Drogenbehörde eine Drosselung der Produktion vor und viele Leute gerieten in Panik, fürchteten um den Nachschub mit Oxycodon und Vicodin für die Abhängigen. Bei der DEA stieß das aber nicht auf Verständnis und die Herstellung der Opiate musste gesenkt werden um gleich mal 5 Tonnen – angesichts solcher Zahlen können wir sehen, dass die halben Vereinigten Staaten derzeit süchtig sind nach dem Rausch aus der Schlafmohn-Pflanze.

Spiegelt die Menge Hanf für die Forschung die öffentliche Meinung wider?

Mit diesem Hinweis jedenfalls rechtfertigt die DEA den Anbau der drei Tonnen Gras. Man reagiere mit der Ausweitung der Forschung nur auf Impulse, die kommen in erster Linie zustande wegen:

  • des starken medialen Interesses an Cannabis,
  • die Notwendigkeit einer stärkeren medizinisch relevanten Erforschung von Gras,
  • der Ausarbeitung von Regularien für das Hanf produzierende Gewerbe,
  • dem möglichen Export von Cannabis in andere Länder und
  • der enormen Nachfrage nach geprüftem Marihuana, das staatlicher Aufsicht ausgesetzt und so sicherer gemacht wird.

Alles edel, alles fein und auch der Hinweis auf das mittlerweile anteilig sehr starke THC im Hanf darf nicht fehlen. Die DEA zeigt sich hier mal nicht als brutale Behörde wie noch vor wenigen Jahren, sondern als bürokratisches Instrument, das dem Bürger in den USA dienen soll. Ob freilich dazu die einzige Forschungsanstalt in Mississippi ausreicht, sei dahingestellt – die dortige Farm soll die Menge abwerfen und dort wird dann gleich vor Ort untersucht, was beim Cannabis wichtig ist für die Behörden. Es gab ja schon Pressemeldungen von der DEA, dass man mit Hanfbauern zusammenarbeiten will bei der Zucht, aber das war wohl eher eine der üblichen Nebelkerzen zur maximalen Verzögerung.

Zweitklassiger Hanf aus Staatsproduktion: Klingt nach DDR und Sowjetunion, aber tatsächlich ist bekannt, dass Cannabis vom Behörden-Feld entweder viel zu dran ist genetisch am wirkungslosen Nutzhanf – oder aber viel zu geringe THC-Werte erreicht für eine empirisch belastbare Untersuchung. Die für den Hanf wichtigen Cannabinoide sind beim Staatsgras häufig reduziert und wir können schon fragen, wie mit zweitklassigem Cannabis ernstzunehmende Forschungsergebnisse aufbereitet werden können durch die DEA.