US-Senat Wahlkampf Kiffen

Kiffen im Wahlkampf macht ein Kandidat für den US-Senat in Louisiana salonfähig und es geht dabei auch um den Kampf gegen Diskriminierung (Bild von Jens Junge auf Pixabay).

Man stelle sich vor in Deutschland…nein, natürlich wäre diese Story hier bei uns nicht möglich und die Hanfpflanze auf der Dachterrasse von Cem Özdemir ist wahrscheinlich das höchste der Gefühle wenn es um den Konsum der noch illegalen Cannabinoide geht. In den Vereinigten Staaten jedoch greifen Bewerber für die Parlamente schon mal zum Joint zum Verbreiten der politischen Botschaft! So geschehen in Louisiana, wo ein schwarzer Kandidat für den US-Senat Kiffen im Wahlkampf für die bestmögliche Methode hält. Wir finden das selbstredend auch besser als immer nur Plakate, Flyer und hohle Phrasen in der Fußgängerzone. Im Detail geht’s Mr. Gary Chambers von den Demokraten um den Kampf gegen Diskriminierung von Minderheiten, die bekanntlich in Übersee wie auch bei uns oft genug durch einen unsäglichen Verweis auf Cannabis durch Behörden schikaniert werden.

In den USA werden wegen Hanf besonders viele Schwarze verhaftet

Impfgegner, Schwule und sonstige Minderheiten sollten sich mal die Kiffer und deren Leid anschauen, schließlich wird man für den Konsum von Cannabis oft härter bestraft als für Diebstahl oder Vergewaltigung. Diese Schikane läuft seit Jahrzehnten und immerhin haben Länder wie Kanada, Malta und Uruguay reagiert, eine Legalisierung von Hanf durchgesetzt und so zumindest ein bisschen Entlastung geschaffen und Fairness.

Auch in Deutschland und in den USA sowieso sitzen unzählige Leute wegen Gras im Knast und diese völlig überholte Gesetzgebung stiehlt den Menschen unverfroren Lebenszeit für den Konsum einer Pflanze. 

Der Demokrat Gary Chambers ist schwarz und aktiv und statt rumzujammern oder auf Demos zu randalieren geht er den Gang durch die Instanzen. Um auf die statistisch gesehen viel höhere Verhaftungsquote bei den Afro-Amerikanern hinzuweisen zitiert der Mann offizielle Daten rund um Cannabis – und raucht dazu im Werbespot für seine Wahl einen sogenannten Blunt vor der Kamera! Solche Blunts bezeichnen eine Sonderform vom Joint, wobei das Marihuana oder der Hasch in braune Tabakblätter gerollt werden.

Ständig kommt es zur Festnahme von sogenannten „People of Color“ in den Staaten und zwar für Delikte, die in irgendeiner Form mit Hanf zu tun haben – einer uralten, vielseitigen und laut Wissenschaft nachweislich therapeutischen Pflanze! Eine absurde Situation und Louisiana ist einer der Bundesstaaten, in denen sich bisher nur sehr wenig ändert. Demgegenüber haben 18 US-States und der District of Columbia als spezielle Verwaltungseinheit die Cannabinoide bereits legalisiert.

Cannabis Legalisierung hat eine Menge Vorteile

Das hat mittlerweile Karl Lauterbach von der SPD Kapiert! Zum Glück singt der Kandidat in den USA nicht wieder das abgedroschene Lied vom Rassismus, sondert liefert echte Fakten und unterstreicht damit die Glaubwürdigkeit der Botschaft:

  • alle 37 Sekunden arrestiert die Polizei wegen Gras schwarze Menschen,
  • für Weiße ist es viermal unwahrscheinlicher, beim Kiffen Probleme mit dem Sheriff zu bekommen,
  • die Bundesregierung in Amerika vergeudet Milliarden an Dollar für die Strafverfolgung und bestraft in den allermeisten Fällen Konsumenten statt Dealer oder gar Kartelle.

Werden die Gesetze endlich geändert profitieren Jugendschutz, Gesundheitsfürsorge, Recht und Freiheit und natürlich auch der Staatshaushalt durch höhere Steuereinnahmen. Immerhin ist Louisiana nicht ganz so schlimm wie Bayern und der Besitz von bis zu 14 Gramm Cannabis wird lediglich mit einer Geldstrafe von 100 Dollar sanktioniert. Doch das reicht nicht und der Kandidat für den US-Senat fordert auch den schläfrigen Joe Biden im Oval Office auf mehr zu tun für die Freigabe der beliebten Cannabinoide.

Diskriminierung in jeder Form ist schändlich und doch findet sie oft genug Eingang in staatliches Handeln vor allem rund um Polizei und Justiz. Obwohl wir nicht kandidieren fordern wir trotzdem im Geiste des mutigen Kandidaten den für Deutschland zuständigen Justizminister Marco Buschmann auf, die Strafverfolgung von Kiffern und Kifferinnen sofort einzustellen. Die eigentliche Freigabe von Weed und der Verkauf im Fachgeschäft sollte selbstverständlich mit Umsicht vorbereitet werden, doch jede Sanktion und jeder Einriff in das Leben von Leuten, die lediglich eine Pflanze konsumieren, gehört umgehend beendet.