Preis für CannabisDie lange erhoffte Legalisierung von Cannabis lässt weiter auf sich warten in Deutschland, aber immerhin gibt es Gras auf Rezept beim verständigen Arzt und auch wenn sich hier Politik im Verbund mit den Krankenkassen als lähmender Bestandteil präsentiert, sind das schon Fortschritte gegenüber der jahrzehntelangen Kriminalisierung. Hanf hat aber auch seinen Preis und darüber gibt es heftigen Streit, zumal sich angesichts der hohen Kosten selbst viele Patienten beim Nafri Dealer auf der Straße mit Haschisch und Marihuana eindecken, was die zumindest vorgeblich guten Absichten der deutschen Gesundheitspolitik massiv konterkariert.

Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis für Cannabis

Das jedenfalls wären die klassischen Preiskomponenten, die in einer Marktwirtschaft dann auch den fairen Wert von Cannabis festlegen würden. Global betrachtet ist das ökonomisch sinnvoll, doch in den einzelnen Ländern mischen sich Ideologie, Paternalismus und immer auch ein Stückchen Gier in die Preisgestaltung beim Hanf ein. Man kann hier zwischen Cannabis als Medizin und als Rauschdroge trennen, doch ist das eher ein Scheinproblem, weil sich der Kiffer im Zweifelsfall in Zukunft eben ein Rezept besorgen wird.

Klar ist: Haschisch und Marihuana sollten nicht allzu billig und etwa im Kaugummiautomaten verfügbar daherkommen, das würde die Hemmschwelle drastisch senken und unser Gras bleibt am Ende immer auch eine berauschende Substanz, deren Verkauf entsprechende Vorgaben zum Jugendschutz erfüllen sollte. Auf der anderen Seite sind kriminell hohe Preise für Medizinalhanf wie dieser Tage in deutschen Apotheken nicht hinnehmbar, weil dann die Leute eben wieder zum Dealer gehen.

Wie hoch ist der Bedarf an Cannabis?

Im Moment bietet Kanada hervorragende Perspektiven, dort wird der Hanf bekanntlich nächstes Jahr landesweit legalisiert und Politik und Wirtschaft machen sich Gedanken, wie hoch die Menge für den Verkauf und Verbrauch an Cannabisprodukten ausfallen könnte. Schätzungen zufolge werden rund eine Million Kanadier kiffen, sobald es legal ist, wobei hier nicht genau bekannt ist, wie viele dieser Leute dann auch eher Patienten als sich berauschende Gelegenheitssmoker sind. Bei solch hohem Bedarf ist es möglich, dass schon bald nach der Freigabe das Gras in Kanada ausverkauft ist! Immerhin handelt es sich um ein nachwachsendes Produkt, doch die Planung für Verteilung und Weitergabe, für Vorrat und Handel muss exakt getaktet werden, sonst drohen böse Überraschungen.

Nun ist William Francis Morneau, der Finanzminister von Kanada, leider nicht Wolfgang Schäuble, dem es nur um das Tilgen von Schulden geht. Morneau interessiert sich im bevölkerungsarmen Kanada vor allem für zu erwartende Steuereinnahmen, sowohl aus dem Verkauf wie auch vom Hanfanbau und dieses offensichtliche Interesse der Politik am Cannabis führt zu dieser sorgfältigen wie raschen Vorbereitung einer Legalisierung. Gut möglich, dass der Geldhüter dafür sorgt, dass die bisher diskutierten 15 Kanadischen Dollar für ein Gramm Marihuana gesenkt werden, sonst kaufen die Leute am Ende nur bei den Dealern und dem Staat gehen Millionen Dollar an Steuern verloren.

Zum Vergleich: In Uruguay wird dieser Tage die Freigabe von Cannabis bereits landesweit durchgeführt und hier liegt der Preis bei etwas mehr als 1 Euro – pro Gramm! Kanada oder auch die USA, wo die Preise für Hanf ebenfalls heiß diskutiert werden, haben doch eigentlich viel mehr Ressourcen als das kleine lateinamerikanische Land und so sind es möglicherweise wie in Deutschland gierige Konzerne respektive Apotheken, die vorerst die Preise hochdrücken.

Was ist Eure Meinung? Wie viel soll ein Gramm Gras oder Shit kosten und würdet Ihr in der Apotheke auch etwas mehr bezahlen, wenn die Qualität stimmt?