Cannabis Legalisierung Kommunisten

Diverse Kommunisten stellen sich gegen die Legalisierung von Cannabis und die Anti-Hanf Dialektik ist wahlweise lachhaft dumm oder bedrohlich (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay).

Immer mal wieder öffnet sich die Gruft der Geschichte und neben Neonazis gucken da gerne auch Marxisten und ähnlich tickende Personen raus. Weil den Kommunisten aktuell offenbar die Themen ausgehen und auch die Wähler, konzentriert man sich bei der MLPD und Co nun auffällig oft auf eine Art Kampf gegen die Legalisierung von Cannabis. Wir haben Euch von der dabei verwendeten, verdrehten Anti-Hanf Dialektik schon berichtet – die Kommis mit der roten Fahne machen sich bei der Frage nach dem Kiffen doch tatsächlich gemein mit Polizei und Staatsanwaltschaft! Lustig, oder? Aktuell findet sich schon wieder eine wütende Abrechnung mit Haschisch und Marihuana im einschlägigen Journal der Szene und wer Freiheit will, Eigenverantwortung und legales Gras, der sollte von solcherlei wichtigtuerischem Maoismus im Geiste unbedingt den gebotenen Mindestabstand einhalten. 

Marxisten und die medizinische Hanf Forschung

Nun laufen außer „Harold und Kumar“ und anderen Titelhelden in einschlägigen Kifferfilmen nur sehr wenige Leute durch die Gegend, die dem Cannabis jegliche Gefahr absprechen, aber gut – die Kommunisten wollen wahrscheinlich das Gras als Feindbild ähnlich aufblasen wie früher die Imperialisten aus den USA. Wer sich ein bisschen auskennt in Geschichte und Politik kann hier durchaus auch ein paar Zusammenhänge erkennen. Die Vereinigten Staaten sind Vorreiter bei Gras legal und das passt den Kommis hier in Deutschland überhaupt nicht! Vielleicht steht auch in den der Marx-Engels Werksausgabe irgendwo eine Fußnote oder auch nicht, aber schauen wir uns lieber mal die zitierten Studien durch die neunmalklugen Kommunisten an.

Nach deren Ansicht muss der Konsum der Cannabinoide strafbar bleiben und Kiffer wie Kifferinnen sollten unter allen Umständen in den Knast wandern. Als Beweisführung werden einige Studien aufgezählt, die freilich unter den vielen tausend gegenteiligen Untersuchungen in der tatsächlichen Debatte über eine Legalisierung von Cannabis so gut wie keine Rolle spielen:

  • die Universität Ulm hätte eine Verfünffachung der Behandlungen wegen Cannabis in 18 (!) Jahren festgestellt,
  • laut Analysen aus den USA steigt der Konsum von Hanf durch Minderjährige in Bundesstaaten mit Gras legal – wir haben die zitierte Studie auch nach längerer Recherche im Netz nicht finden können, wohl aber einen bei den Kommis verlinkten Artikel in der SZ, die als Presseorgan aus Bayern Marihuana gegenüber ebenals verteufelt.

Wer nur die Rote Fahne liest und vielleicht noch das „Kapital“ in der Fassung von Benedikt Kautsky wird diese Verweise auf „Studien“ also für wahr halten, doch faktisch wird polemisiert ohne das seriös untermauern zu können. Die Kommunisten lügen also wie damals in der DDR um die eigenen Märchen zu verbreiten.

Ein sinnerfülltes Leben für Werktätige im Kommunismus geht nur ohne Gras!

Nach ziemlich langweiligen, unschlüssigen Ausführungen über die angebliche Schädigung des Gehirns durch Kiffen, selbstverständlich ohne jede wissenschaftliche Forschung als Grundlage, wird der internationale Drogenhandel mit seinen “500 Milliarden Dollar“ Umsatz beschrieben und vielleicht möchte man auf diese Weise – streng dialektisch natürlich – irgendwie eine Verbindung zwischen den verhassten Dollars, den bösen Drogen und gierigen Kartellen mit der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene in Deutschland verknüpfen. Das misslingt und wir kommen endlich zum interessanten, weil ideologisch endlich klar durchschaubaren Teil der Anklage gegen Freiheit und Selbstbestimmung.

Ernsthaft versucht man dabei zunächst noch schnell den Alkohol zu entlasten – der wäre in geringen Mengen vollkommen in Ordnung und „Wein gilt als Kulturgut der Menschheit.“ THC hingegen mache sofort süchtig und führe zu einer Psychose! Da denken wir gleich an die frühere Bundesdrogenbeauftragte Ludwig von der CSU aus Bayern, die Suff und Alkoholismus ebenfalls ständig versucht zu verharmlosen und wir sehen gut, in welcher Gesellschaft sich am Ende Parteien wie die MLPD und ihr Journal namens „Rote Fahne“ befinden. 

Dann wird vom Leder gezogen und der „Drogensumpf“ durch Cannabis direkt in Beziehung gesetzt zum Zocken am Computer, zur Internetsucht und so weiter. Es gelte „die Jugend zu erziehen, sich mit der objektiven Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen.“ Kiffen und überhaupt die Einnahme und Befürwortung von Gras sei eine „reaktionär-idealistische Einstellung“ und echte Rebellen müssten sich demgegenüber die „dialektisch-marxistische Einstellung“ als Leitbild wählen – also den Schießbefehl, den KGB, die Mangelwirtschaft und vor die Leistungen wie in Kuba oder dem wirklich großartigen Nordkorea, um mal ein paar historische wie aktuelle Beispiele für diese Denke zu nennen. Kiffer sind zwar sozial und die Hippies waren eine wichtige Bewegung, aber die Kommunisten halten das für fake und fordern Kollektivgeist wie früher bei der LPG! Ob sich dieser „proletarischen Lebensweise“ im 21. Jahrhundert noch Leute anschließen möchten ist eher zweifelhaft und so lassen wir die Neomarxisten wüten bis die heiße Luft endgültig raus ist aus dem roten Ballon.