Cannabis Schmerzmedizin Regelungen

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin will die Regelungen beim Cannabis auf Rezept endlich fair und gerecht aufstellen (Bild von Angelo Esslinger auf Pixabay).

Schon beinahe vier Jahre ist Cannabis auf Rezept in Deutschland erlaubt und doch gibt’s immer noch nicht ausreichend Gras in der Apotheke oder werden ständig Anträge auf Kostenübernahme von den Krankenkassen willkürlich abgelehnt. Was möglicherweise Methode hat im bräsigen System Merkel wird nun bei den Regelungen rund um Cannabis endlich von Vereinen wie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. scharf kritisiert. Wir dürfen gespannt sein, ob sich beispielsweise der Gesundheitsminister Spahn um Hanfpatienten nun genauso wenig kümmert wie um die Schutzbedürftigen im Pflegeheimen. Dort gibt’s nämlich keinen Schutz und kaum Impfungen gegen das Coronavirus – wie eben auch medizinisches Marihuana auf Verschreibung nur sehr selten zu haben ist für kranke Menschen in der Bundesrepublik. Wird die Kritik von einem der obersten bessere Schmerztherapie gehört und wird dem inszenierten Treiben bei den Krankenkassen endlich ein Ende bereitet oder dürfen Bürokraten auf Kosten der Volksgesundheit weiter wurschteln?

Warum ist der Antrag auf das Cannabis Rezept so kompliziert?

Wir wollen gar nicht von freien, fairen Staaten reden, wo die Bürger das selbstverständliche Recht genießen auch natürliche Medizin wie eben Cannabis gegen Schmerzen auszuprobieren. Dort können Patienten sowohl Gras kaufen im Fachgeschäft wie auch sich ohne Umstände ein Rezept holen beim Arzt – nur in Saudi-Arabien ist das verboten, in China und in Deutschland wird alles getan, damit kranke Leute die Lust verlieren auf den nachweislich hilfreichen Hanf als Medizin. Bei der üblichen Verfahrensweise in der BRD hat die Politik nämlich ersichtliche Fallstricke überall dort platziert, wo Patienten eventuell nachfragen und dabei dürfen und sollen wohl auch die Krankenkassen bei einer umfassenden Prüfung der Anträge möglichst viel ablehnen.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, Herr Johannes Horlemann, geht diese Praxis scharf an. Die Kassen würden beispielsweise behaupten, die Standardtherapie – sprich: die chemische Keule, an der die Pharmaindustrie dick verdient – sei nicht ausgeschöpft. Auch würde bei Schmerzen, die keinen Tumor zur Ursache haben und bei jungen Leuten das Cannabis Rezept auffällig oft verweigert bei der Kostenübernahme. Zusammen mit dem aufgeblasenen bürokratischen Popanz ist das Rezept für Hanfmedizin ein echtes Monstrum und das gehört nun sofort geändert.

Was ist eine „schwerwiegende Erkrankung“?

Konkret verwiesen wird auf wohl absichtlich sehr dehnbare Begriffe und die Politiker versuchen, das Cannabis den Patienten durch bewusst irreführende Vorgaben zu verweigern. So haben Ärzte in der Regel kaum Ahnung von der therapeutischen Potenz beim Marihuana, sollen aber entscheiden, ob eine „nicht ganz entfernt liegende Aussicht“ auf Besserung der Schmerzen durch das Gras ergibt – wie soll das fair und transparent möglich sein bei keinerlei Weiterbildung zum Thema? Der knochentrockene Dorfdoktor wird vielleicht gleich beim Pfarrer anrufen, wenn jemand nach Cannabis fragt und weil sich der genannte Spahn und seine verantwortliche Partei CDU/CSU sehr wohl in solchen Lebenswelten bewegen, ist in den letzten Jahren nichts getan worden in puncto einer besseren Schmerztherapie.

Schon mehrfach bemühten sich Verbände um das Gespräch mit der Politik, den Kassen, den vorgeblichen Suchtexperten – doch wie immer unter Angela Merkel passiert entweder nichts oder die Betroffenen werden sogar noch verunglimpft. Unterversorgte Patienten sind den Verantwortlichen sichtlich egal, werden doch sinnvolle Vorschläge seitens der Schmerzgesellschaften und anderer Organisationen wie die Einsetzung einer Schiedsstelle regelmäßig abgeschmettert. 

Also müssen die Fachleute selber die Initiative ergreifen und versuchen nun mit Hochdruck, den grotesken, unfairen Genehmigungsvorbehalt durch die Krankenkassen einfach zu kippen. Die AOK ist hierzu wohl schon bereit, vorausgesetzt die Cannabis verschreibenden Ärzte können Fachwissen nachweisen und das Pilotprojekt wird zusätzlich wissenschaftlich evaluiert. Am Ende sollen Patienten bei Wunsch unkompliziert das Gras auf Rezept erhalten, ohne Schikane und Drohungen und damit endlich so, wie es in vielen anderen Staaten dieser Welt bereits seit Jahren die Regel ist.