FressflashJeder Kiffer weiß, dass eine gute Hanf-Sorte Hunger macht auf Chips und Schokolade und dieses als „Fressflash“ bekannte Phänomen wollen wir beim THC.Guide mal genauer anschauen. Untersuchungen zufolge, die vor allem an Ratten durchgeführt werden, gibt es eine klare Verbindung zwischen Gehirn und Darm und hier scheint Cannabis eine ziemlich eindrucksvolle Wirkung auszulösen. Die Neurowissenschaft liefert dazu bereits höchst bemerkenswerte Ergebnisse, die übrigens für die Anwendung von Hanf als Therapeutikum einer Vielzahl von Menschen endlich Linderung versprechen könnten.

Der Darm und seine Bedürfnisse

Klingt natürlich immer etwas komisch, aber tatsächlich sorgt die Besiedlung des Darms mit den bekannterweise hilfreichen Bakterien auch für Appetit: Die Darmflora hat Einfluss auf Hunger, Stimmung, Lernprozesse und selbst Aspekte wie eine Abhängigkeit von Drogen werden durch unser mit Abstand größtes Organ stark beeinflusst. Nun wollen wir beim THC.Guide keinen Kult für Veganer aufmachen oder von Darmsanierung, Entschlackung und ähnlichen Dingen reden rund um Cannabis, aber es ist schon was dran am gesunden Darm und einem körperlichen wie geistigen Wohlbefinden.

Welche Bedeutung hat das Endocannabinoid-System?

Tatsächlich wird die Kommunikation zwischen Gehirn und Darm über das körpereigene Endocannabinoid-System gesteuert. Zentrale und periphere Nervenabschnitte sind damit verbunden und eine Regulation von Appetit, Stimmung und auch die Bereitschaft zum Sex ist hier nachweisbar. Die beiden dominierenden Rezeptoren sind im Fachjargon CB1 und CB2, die werden durch Hanfkonsum angeregt und hier liegt dann auch die Ursache für die berühmt-berüchtigten Fressattacken. Forschern ist es sogar gelungen, diese Aktivität abzukühlen, sprich den Appetit durch eine gezielte Hemmung dieser Rezeptoren zu reduzieren! Das ist sowas wie ein umgekehrter Fressflash und damit können Leute zum Beispiel leichter abnehmen. Wird das Endocannabinoid-System und werden die genannten Rezeptoren entsprechend beeinflusst, dann ist selbst ein Entzug von Zigaretten möglicherweise bald ein Kinderspiel, solch massive Wirkung hat unsere körpereigene Andockstelle für Cannabis!

Ist Cannabis deshalb eine Wunderdroge?

Natürlich nicht: Es ist zwar eine echte Mega-Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet der seit Jahrzehnten verbotene Hanf sich nun als Allzweckwaffe für alle möglichen Krankheiten entpuppt, aber unkritisches Anwenden ist logischerweise nicht empfehlenswert. Ein Medikament, das das System stimuliert oder eben hemmt, ist aber noch umfassend zu testen, weil es Nebenwirkungen geben kann, welche die Forschung derzeit noch nicht so ganz kapiert. Die ungemein mächtige Kooperation zwischen Kopf und Darm über die Cannabinoide ist nicht zu unterschätzen und kann bei falscher Herangehensweise auch gesundheitliche Risiken bedeuten.

Wer Essstörungen hat, für den bietet sich Cannabis auf jeden Fall an. Wir reden ja hier nicht von der Abschnürung des Appetits, sondern beispielsweise von Erkrankungen, die konkret mit der Aufnahme von Nahrung Probleme bereiten. Das kann die Krebstherapie betreffen mit den wenig köstlichen Psychopharmaka, aber auch viele andere Störungen mit grobem Gewichtsverlust.

Wie erforscht die Wissenschaft den Hanf?

Beim Thema Fressflash und Cannabis setzen Forscher neuerdings auch nicht mehr auf die Injektion von THC in die Blutbahn der Laborratte. Wer injiziert sich schon Hanf? Also wurde in den USA eine spezielle Kammer errichtet, in der bekommen die Ratten über eine Art Vaporizer das Gras zugeführt und hier setzen die Wissenschaftler häufig auf das belebende Sativa-Cannabis. Schnell steigen dann die THC-Level im Rattenleib an und die Biester werden hungrig, was zugleich mit aufwendiger Gerätschaft genau dokumentiert und analysiert wird. Es ist schon lange klar, dass Hanf den Appetit anregt, doch nun wissen wir dank dieser Versuche auch, wie das konkret abläuft.

Cannabis hat direkten Einfluss auf Gene, die Glutamate kodieren und diese wiederum haben zu tun mit Neurotransmittern im Hypothalamus – wo Appetit und Hunger ihren Ausgangspunkt haben! Legt der Glutamat-Spiegel zu, dann wird gefressen – so einfach ist das im Tierreich und bei uns Menschen ebenfalls. Hanf wirkt hier regulierend und selbst wenn die Ratten natürlich berauscht sind vom THC – den Weg zum Buffet im Labor finden die Tiere allemal. Weitere Untersuchungen zu speziellen Hormonen kommen dazu, die verzögern den Appetit und wer kifft, der schiebt diesen ganzen recht komplizierten Prozess im Körper entsprechend an. Die Forschung zum Zusammenspiel von Glutamat und dem Hormon namens Grehlin wird hier weitere Auskunft geben über die Frage, warum Kiffer einfach nicht Nein sagen können zur Chipstüte.