Großbritannien Kosten Cannabisverbot

Ein neuer Bericht zeigt auf, wie hoch die Kosten für das Cannabisverbot in Großbritannien sind – Milliarden Pfund werden für das Einsperren kleiner Kiffer vergeudet (Bild von Tumisu auf Pixabay).

Ein recht selten angeführtes, weil per se eher schwieriges Argument für eine Legalisierung von Hanf auch in Großbritannien, sind die Kosten für das bestehende Cannabisverbot. Natürlich können wir ein Verbrechen nicht gegenrechnen etwa bei den gesellschaftlichen Risiken, aber Kiffen oder auch Cannabis anbauen als kriminell zu bezeichnen mit allen erforderlichen Sanktionen, das funktioniert nur noch bedingt, zum Beispiel in Bayern unter Markus Söder. In UK hat man sich mal des Themas angenommen und herausgefunden, dass in den letzten Jahren mehrere Milliarden Pfund aus den öffentlichen Haushalten in die Bestrafung einiger tausend Kiffer geflossen sind – ist das zu Beginn der 2020er Jahre moralisch oder rechtlich überhaupt noch zu rechtfertigen?

Ein Prozent aller Gefängnisinsassen sitzt wegen Hanf!

Das hat uns jüngst der britische Justizminister vorgerechnet, der Ehrlichkeit halber und wohl auch um eine Debatte anzustoßen. In Deutschland hat gerade die Gewerkschaft der Bayernpolizei die strengste Bestrafung auch noch so kleiner Mengen Cannabis als wichtigste gesellschaftliche Aufgabe formuliert – in Großbritannien hingegen öffnet sich die Hanf Diskussion endlich nach vielen Jahren Stillstand und Repression. Bei dem genannten einen Prozent in UK spielten Haschisch und Marihuana die Hauptrolle für die Verhaftung und wenn wir mal die üblichen moralischen Unkenrufe beiseitelassen, dann steht fest: Das Verbot von Cannabis kostet die Steuerzahler ungeheure Beträge!

Anti-Hanf Ideologie blockiert staatliche Fürsorge

Und zwar auf ganzer Linie: Anstatt sich um Hanfpatienten zu kümmern und Kiffern Bürgerrechte im 21. Jahrhundert zuzugestehen ist die Politik in Großbritannien und Deutschland auf Bestrafung eingestellt und so wandern viele Millionen Pfund respektive Euro pro Jahr in diese ideologische Politik. Das Geld fehlt in vielen wichtigen Bereichen von Gesundheit und Pflege bis Jugendschutz, aber das scheint den Politikern erstmal egal. So teilen sich die zweifellos vergeudeten Steuergeld wie folgt auf:

  • die britische Polizei braucht 212 Millionen Pfund für die Kifferjagd,
  • weitere Strafverfolgungsbehörden wie der CPS benötigen 47 Millionen Pfund,
  • 60 Millionen Pfund werden fällig zur Übernahme der Gerichtskosten für den Pflichtverteidiger und
  • 141 Millionen Pfund werden für den Knast und die dortige Einkerkerung von Kiffern und Hanfpatienten verwendet.

Macht in der Summe seit 2015 rund 2,5 Milliarden britische Pfund – in Deutschland dürften die Kosten noch höher liegen wegen der größeren Bevölkerung.

Ändert sich die britische Hanfpolitik?

Die Angelsachsen sind immer schon ein wenig fixiert auf Geld und auf Einsparungen, während die Große Koalition hierzulande vor allem auf soziale Wohltaten setzt zur Beruhigung der Bevölkerung. Wenn nun tausende Leute jedes Jahr in den Knast wandern und das in der Regel für wenige Gramm Haschisch und Marihuana, dann ist das absurd angesichts der Legalisierung in befreundeten Staaten wie USA und Kanada. Gelten dort andere Bürgerrechte als in Europa? Immerhin scheint die Polizei in UK oft nicht mehr genau hinzuschauen, wenn es um kleinere Mengen Gras geht, das zeigt die seit Jahren sinkende Rate bei den für viele Jahre wegen Cannabis verurteilten Delinquenten.

Boris Johnson und das Kiffen: Während bei uns der Merkel-Mehltau durch den Kramp-Karrenbauer Mief wohl bald ersetzt wird, herrscht auf der Insel ein Premier, der den Konsum von Cannabis zu früheren Zeiten freimütig einräumt. Die Freigabe von Cannabismedizin ist ein gutes Zeichen und bei den anvisierten großen Abkommen mit den Staaten in Übersee könnte Hanf Legal schnell eine Rolle spielen – die Briten brauchen Steuereinnahmen und innovative Geschäftsmodelle nach dem Brexit noch dringlicher als das im eigenen Saft schwimmende Öko-Deutschland.