Cannabiskonsum in Amerika

Eine neue großangelegte Untersuchung hat die Amerikaner zu deren Einstellungen gegenüber Cannabis befragt und dabei Konsumgewohnheiten und Prioritäten analysiert. (Bild von mohamed Hassan auf Pixabay)

Untersuchungen zum Kiffen und zur Hanfmedizin gibt es eine Menge außer in Deutschland und derzeit wandert eine Studie durch die amerikanischen Medien, die zeigt den Umgang mit Haschisch und Marihuana, die Beurteilung durch Abstinenzler und allgemeine Konsumgewohnheiten der Amis besonders umfassend auf. Müssen wir uns also mal genauer anschauen, schließlich zeigen sich schon nach wenigen Jahren der Cannabis Legalisierung eine Menge Vorteile gegenüber der längst überholten Prohibition und die Argumente der Anti-Hanf Lobby geraten immer mehr ins Hintertreffen. Insgesamt wurden fast 9000 Leute zwischen 21 und 64 in 21 Bundesstaaten angerufen und ausgefragt, dabei zeigten sich schnell entscheidende Aspekte:

  • 49% haben den Einsatz von Schmerzmittel dank Cannabis drastisch reduziert,
  • 37% schränkten den Genuss von Alkohol zugunsten von Haschisch und Marihuana ein.

Konkret geht’s um drei Gruppen, das sind Familien mit Kindern, dann die Generation der Babyboomers und eben die Leute, die in den Cannabis Shops einkaufen und dabei Angaben machen, worum es ihnen beim Erwerb von Hanf im Detail geht. Auch unterscheidet die Studie zwischen aktiven Konsumenten und Menschen, die Cannabis grundsätzlich akzeptieren, es aber selbst nicht verwenden als Genussmittel oder Medizin.

Welches Konsumverhalten beim Hanf haben Familien mit Kindern?

Hier geht’s vorrangig um den Mittelstand, der ordentlich verdient und hier sind rund 39 Millionen Haushalte in den USA auch bereit, in Cannabis zu investieren. Im Schnitt geben solche Sippen 50 Dollar bei einem Besuch in der Hanf-Dispensarie aus und sie wählen den Laden vor allem anhand des Angebots bei den Cannabissorten, danach folgen aber gleich der Preis und der persönliche Bekanntheitsgrad eines Geschäfts. Konsumiert werden Haschisch und Marihuana in den Familien zur Reduktion von Stress und Schmerzen. Auch bevorzugen die Leute einen Hanfhändler, der regional anbaut und verarbeitet – alles Bio also beim Cannabis!

Dazu gehen vor allem die Väter Gras kaufen und wechseln über den Monat gerechnet schon öfters mal das Hanfgeschäft. Die Mamis hingegen sind eher loyal und kaufen beim gleichen Laden Cannabisprodukte ein – freilich hängt das wie oben erwähnt vom Angebot ab und vom Preis als Gründe für oder gegen den Besuch in einer Hanfverkaufsstätte.

Wie kiffen die Babyboomer?

Diese Bevölkerungsgruppe ist zahlreich, wohlhabend und deshalb bei jeder demografischen Erfassung auch zum Cannabis selbstredend dabei. Und siehe da: Die Babyboomer kaufen kräftig Gras und Hasch, sind auch bei höheren Preisen in der Summe von mehr als 75 Dollar pro Einkauf dabei! Und natürlich akzeptieren diese Leute als erfasste Gruppe den Hanf am allermeisten, sogar mehr als die zeitlich eigentlich näher dran befindlichen Millenials zum Beispiel. Offenbar hängt die Beliebtheit von Cannabis bei den Babyboomern mit deren nun in die Jahre gekommenen Körpern zusammen – es zwickt und schmerzt und brennt an vielen Ecken, wofür der Hanf vorzügliche Entlastung bietet. Auch schätzen die Menschen eine freundliche Bedienung im Cannabisladen, das wird explizit als Grund für einen erneuten Einkauf genannt.

Gelegentliche Cannabiskonsumenten im Blick

Hier wird gelegentlich gekauft im Grasgeschäft, wobei die Gruppe sich vor allem aus den Millenials und der Generation X rekrutiert und Stressreduktion als Hauptgrund für den Erwerb der Hanfprodukte am häufigsten zu finden ist. Zudem lieben diese Leute Werbeaktionen, Rabatte, Sonderveranstaltungen, bei denen sich im Headshop Schnäppchen machen lassen – sie sammeln auch gerne Punkte, die dann einen Rabatt in Zukunft ermöglichen oder irgendwelche Treueprämien. Die reagieren dann selbstverständlich auf eine Mail oder einen Anruf von der Dispensarie mit Infos zu den Aktionen – allerdings sind die gelegentlichen Cannabiskonsumenten wie zu erwarten gegenüber einem oder mehreren Geschäften nicht besonders loyal.

Ebenfalls erfasst und befragt wurden eine Menge Personen, die eher am Zaun stehen und die nicht kiffen, wohl aber eine Meinung haben zum Cannabis und der Legalisierung. Hochgerechnet stehen diese Leute für ein mögliches Umsatzpotential von gut zwei Milliarden Dollar! Die Informationen zum Hanf ziehen sie sich meistens aus dem Internet, unterhalten sich dazu weniger mit dem Doktor selbst. Vorrangig interessieren sich die Abstinenzler für Cannabis als Medizin, dabei sind erwartungsgemäß Schmerzen und eine Verbesserung der Lebensqualität die zuvorderst genannten Gründe für eine mögliche Verwendung.