Hanf anbauenZurzeit kursiert im Gesundheitsministerium ein Papier, nach dem es einige, wenn auch in der Summe geringe Risiken beim Anbauen von Hanf gibt. Offensichtlich haben Cannabisbauern, die in der Regel jeden Tag mit den Pflanzen und deren Produkten arbeiten, in Einzelfällen muskuläre Probleme und dabei ist immer wieder die Rede vom sogenannten Karpaltunnelsyndrom. Strenggenommen sind die Belastungen der Erntehelfer und THC-Züchter nichts wirklich Neues, schließlich kennen wir alle die Spargelstecher mit dem schmerzenden Kreuz und auch sonst gibt es schon immer Belastungen in einer besonders intensiv betriebenen Landwirtschaft.

Einleitend jedoch zum Verständnis: Die Studien beziehen auf Bauern, Züchter, Erntehelfer, die täglich viele Stunden oft in den mit LED ausgeleuchteten Hallen arbeiten – nicht auf die paar Weed-Spots, die du dir zu Hause im Keller heranziehst! Die Hanfpflanze ist weder giftig noch gefährlich, doch wie überall in der Landwirtschaft kann der intensive, dauernde Kontakt auch zu Irritationen führen.

Studie untersucht Auswirkungen von Cannabisanbau

Ganz konkret wird Bezug genommen auf das Karpaltunnelsyndrom. Dabei handelt es sich um Nervenschäden mit schmerzenden Gelenken. mit Taubheit und Kribbeln in den Extremitäten vom Finger bis zur großen Zehe. Das ist übrigens nicht so verschieden von den Belastungen etwa der Automechaniker und sogar Friseure, die bekanntlich den ganzen Tag über Arme und Oberkörper in ständig sich wiederholenden, ewig gleichen Körperhaltungen verbringen. Ist Cannabis anbauen also vergleichbar mit dem Leid des ständigen Bückens beim Spargelstechen?

Zugleich berichtet die Untersuchung aus den USA über milde Belastungen durch Sporen, daraus entwickeln sich manchmal Allergien und Erkrankungen der Atemwege. Für die Erhebung wurde eine Reihe von Hanfbauern befragt. Die konkreten Arbeitsbedingungen wurden ebenfalls analysiert und natürlich ist das keine wirkliche Überraschung. Auch der klassische Landwirt hat oft Rückenschmerzen und wenn beispielsweise Mais mit dem berühmten Pollenstaub die Felder mit feinem Dunst überzieht, dann ist nicht jeder Bauer vor Niesattacken und Co gefeit. Es fehlt aber ganz konkret an weiteren Untersuchungen zum Thema, weil zum einen auf Bundesebene in den USA Cannabis weiterhin streng verboten ist und weil zum anderen in den Legal States Anbau und Ernte von Haschisch und Marihuana nun mal erst seit einigen wenigen Jahren mit Volldampf laufen.

Darauf solltest Du beim Anbauen von Gras achten: Die Berichte zu Muskelverspannungen und kribbelnden Gliedmaßen sind sicher ernst zu nehmen, auch wenn Du jetzt auf keinen Fall deine Graspflanzen in der Growbox wegwerfen musst. Gerade bei mehreren Pflanzen und einem echten Indoor-Growing etwa auf dem Dachboden solltest Du zur Blütezeit eine Atemschutzmaske aufsetzen, die Hände öfters waschen und beim Verschneiden, Düngen und Bewässern auf deine Körperhaltung achten. Das sind zwar banale, aber wie die Studie zeigt wichtige Grundregeln für einen erfolgreichen und gesundheitlich möglichst wenig belastenden Anbau von Cannabis in den eigenen vier Wänden.