Nutzhanf Baustoff Zement

Nutzhanf als Baustoff könnte eine Option zum Co2-intensiven Zement bieten und wir schauen uns die Verwendung und Besonderheiten an (Bild von Ольга Константинова auf Pixabay).

Ob die Legalisierung von Cannabis durch die neue Ampel Regierung in Deutschland auch deshalb endlich beschlossen wurde, weil Hanf eine so vielseitige und für das Klima enorm wichtige Pflanze sein kann? Genau wissen wir das nicht, aber bekanntlich haben sich die Merkel Regierungen weder für den Jugendschutz beim Kiffen noch für die Umwelt interessiert und es ist schon nachvollziehbar, wenn nach dem Abgang dieser Charge nun die wirklich wichtigen, für Mensch und Umwelt entscheidenden Themen auf der Agenda stehen. Eine Option nämlich zum bekanntermaßen CO2-intensiven Zement ist Nutzhanf und wir schauen uns dessen Potential als Baustoff genauer an.

Häuser bauen mit Zement als wenig hilfreich für die Umwelt

Ok, wir können schlecht in Höhlen wohnen, auf dem Baum oder in einem Erdloch – Häuser bauen muss schon sein und aus guten Gründen gehört Zement seit vielen Jahren zu den Grundlagen für eine feste Burg. Hanf und Cannabis im Allgemeinen waren wie erwähnt lange verboten und so gab es bis dato bis auf Holz kaum Material, das als Alternative dienen konnte.

Heute verursacht die Verwendung von Zement als Baustoff gleich mal 8% der globalen Emissionen von CO2 und schon kündigen die Unternehmen in diesem Bereich eine Reduktion auf 0 bis zum Jahre 2030 respektive im Ganzen bis 2050 an. Wie genau das gehen soll wird noch nicht klar gesagt, aber Experten haben den Nutzhanf als Baustoff schon lange auf dem Zettel.

Die Pflanze bindet CO2 statt es freizusetzen und schon finden wir spezielle Isolierungen aus Hanf auf dem Bau, wofür eine Firma in den USA jüngst sogar einen Förderpreis bekam. Beton aus dem Nutzhanf herstellen ist dabei nicht so schwer und verwendet wird das Verfahren vom Nassmisschen mit Kalk, wodurch eine formbare Masse wird und die wiederum eignet sich für Wände, Decken und Böden beim Errichten von Bauwerken.

Nutzhanf als Nische auf dem Bau – noch!

Die allgemeine Entwicklung hin zu einer umweltfreundlichen Klima-Wirtschaft erkennt gerade, wie effizient Hanf sein kann. Schädlinge, Schimmel und auch Feuer lassen sich abwehren, wofür die thermische Masse verantwortlich ist bei diesem Material und der Trend zur Nachhaltigkeit kann das nicht mehr ignorieren. Ein immer noch großes Problem ist das durch die eingangs erwähnten Anti-Klima Politiker wie Merkel lange Zeit praktizierte Stigma gegenüber der Hanfpflanze, die man als Droge bezeichnet und vieles mehr und ohne Not Chancen für den Umweltschutz verschenkte, die in modernen Staaten längst umfassend genutzt werden.

Vorrangig beim Nutzhanf ist in diesen Tagen immer noch die Herstellung begehrter Cannabinoide wie CBD, das als Öl oder Grasblüten konsumiert wird, nicht berauscht und eine wohltuende körperliche Wirkung zu bieten hat. Interessanterweise sind es aber gerade europäische Länder, natürlich nicht die Bundesrepublik nach 16 Jahren Stillstand, die hier erste Wegmarken setzen und die Kulturpflanze als festen Bestandteil auf dem Bau fördern. 

Frankreich zum Beispiel ist beim Cannabis als Genussmittel zwar noch hinter dem Mond gleich links zu finden, hat aber immerhin schon rund zwei Millionen Häuser mit Nutzhanf Anteil seit den 1980er Jahren errichtet. Damals fungierte das Gras als schonendes Ersatzmaterial für Portlandzement, der bekanntlich überall in der Grande Nation verbaut wurde.

Schon vor Jahrzehnten wusste man im Elysee Palast in Paris von der hohen Isolierung durch Hanf, wusste um die Fähigkeit Wärme zu speichern und Schädlinge aller Art draußen zu halten. Doch wie in Deutschland wurde politisch zu viel blockiert und so bedienen sich heute Unternehmen aus freien Ländern wie Kanada am Knowhow in Europa, das wie in vielen anderen Bereichen als Ort gilt, wo man aufgrund politischer Dummheit das Tafelsilber für lau verscherbelt.

Besondere Herausforderungen für natürliche Baustoffe: Die immer noch präsente Stigmatisierung ist das eine, aber natürlich braucht der Baustoff aus Hanf auch Kalk und hier liegt zumindest ein vorübergehendes Problem. Durch die Pandemie und das neue Virus aus Fernost sind viele Lieferketten brüchig und hier steigen die Kosten genauso wie in den meisten anderen Wirtschaftsbereichen auch. Allerdings sind Hersteller innovativ und erfinderisch, was verschiedene Rezepturen mit einem Anteil Hanf hervorgebracht hat, die den Anteil von Kalk reduzieren – wir warten gespannt auf weitere Projekte und auf Optionen, durch natürliche Mittel wie Nutzhanf als Baustoff den CO2 Fußabdruck nachhaltig wie schonend zu reduzieren, ohne dass dazu irgendwelche Verbote wie bei den Grünen oder Beschimpfungen wie bei der Union in Deutschland nötig sind.