Kalifornien Kiffen Mieter

In San Francisco im schönen Kalifornien ist für Mieter in der eigenen Wohnung kiffen ab sofort erlaubt, Zigaretten rauchen aber nicht mehr (Bild von Nicolás Borie Williams auf Pixabay).

Wer in Deutschland im Park oder auf einem schönen Rastplatz am Strand einen Joint raucht, gilt als mindestens genauso kriminell wie jemand ohne Maske auch unter freiem Himmel. Und während sich die Bierparteien dank Coronavirus nun endlich frei vom störenden Parlament dauerhaft im Biedermeier einrichten, sind Ecken wie San Francisco schon Lichtjahre weiter ab sofort ist dort in Kalifornien für Mieter das Kiffen in der eigenen Wohnung im Gegensatz zum Rauchen offiziell erlaubt! Bei uns ist es ok und wird immer wieder von Gerichten bestätigt, wenn die Kippen das Haus vollstinken, die Wände und Zähne der Konsumenten dunkel färben, schließlich kassiert die Politik eine Menge Geld durch die Tabaksteuer und selbstverständlich bleibt auch die Werbung für das schlimme Suchtgift Tabak in der Bundesrepublik überall gut sichtbar erlaubt. Cannabis hingegen wird zwar von der UNO endlich fair bewertet, beim Europäischen Gerichtshof und in der Wissenschaft sowieso, was in Amerika und in wirklich demokratischen Staaten dann auch schon länger Gehör findet. Was ist los an der Bay und der Golden Gate Bridge und wann hört auch bei uns das Geschrei auf, nur weil ein Mieter im Haus kiffen und eben kein von Markus Söder befohlenes Weißbier trinken möchte?

Anpassung der Cannabis Gesetzgebung

Bei uns nicht möglich wie die Bundesdrogenbeauftragte betont, dafür habe die Politik keine Zeit und keine Lust und Kiffer wie Hanfpatienten müssen auf Fortschritt und Fairness beim Gras in ferne Länder schauen. So hatte San Francisco schon länger festgelegt, dass Rauchen in den eigenen vier Wänden zumal zur Miete verboten wird doch Hanfkonsumenten insistieren zu Recht. Kippenqualm hält sich sehr lange und hat schlicht einen widerlichen Geruch, während die Schwaden der Cannabinoide sich vergleichsweise schnell auflösen und sich viel leichter auslüften lassen. Beim Voting der Stadtpolitiker gab es 10 zu 1 Stimmen gegen die schädlichen Zigaretten, doch die Abstimmung zu Haschisch und Marihuana fand einen anderen Ausgang, als dass Kiffen künftig erlaubt bleibt zu Hause.

Contact High und bekifft sein durch Passivrauchen: Diese Mythen sind ein berühmter Teil von Lügenstories über Cannabis, mit denen jahrzehntelang der idiotische, in Deutschland weiterhin mit vollen Segeln und Spenden aus der Bierindustrie vorangetriebene Krieg gegen die Drogen ausgeschmückt warniemand wird von THC high, das der Nachbar auf dem Balkon konsumiert! Klar riecht es kurzzeitig etwas exotisch, aber das bedeutet weder Schäden noch Abhängigkeit. Von einem Joint auf dem Grundstück nebenan breit sein und bekifft ist wissenschaftlich betrachtet ungefähr genauso gut möglich wie sich im Freien beim Vorbeilaufen an anderen Leuten mit dem Coronavirus zu infizieren. Ganz folgerichtig haben die kompetenten, bundesdeutschen Politiker mit Verweis auf eigens definierte Risikogruppen, sprich: Wähler, sowohl das Cannabis verboten wie auch die Maske befohlen für alle zu jeder Zeit und überall. 

Die neue Normalität für Kiffer und Hanfpatienten

In den USA ändert der Gesetzgeber endlich die starre Blockade gerade wegen der Coronavirus Pandemie – die Cannabis Clubs in Kalifornien sind geschlossen wegen Ansteckungsgefahr und direkt auf der Straße kiffen ist nicht erlaubt zum Schutze der Jugend. Logisch also, die Wohnung wenigstens dafür freizumachen und Raucher müssen künftig 1000 Dollar Strafe zahlen für Kippen, dürfen den Hanf aber einnehmen. Natürlich kann diese Regeln auch der Hausbesitzer selber regeln und wer ein vollständiges Marihuana freies Mietobjekt anbieten möchte ohne jede Art von Geruch, der kann das tun. Aber die Tendenz ist eben deutlich, geht von jahrelanger Verfolgung hin zum Respekt gegenüber dem Bürger, zumal auch Joe Biden als neuer Präsident genau weiß, wie viele Wunden das aus China stammende Coronavirus gerissen hat.

 Und in Deutschland? Das genaue Gegenteil. Rauchen ist in Ordnung, auch wenn nebenan kleine Kinder wohnen, doch bei Cannabis kommt die Polizei und wer dann keinen Mund-Nasenschutz trägt, kann sich im Prinzip schon auf jahrelange Diskriminierung und auf die Zerstörung der eigenen Existenz einstellen. Wiedergutmachung für die nun schon beinahe ein Jahr anhaltenden Grundrechtseinschränkungen? Auf keinen Fall, das ist nicht mal ansatzweise Thema vielmehr wünschen sich viele Politiker die Pandemie als Dauerzustand, erhoffen sich exzellent dressierte Bürger ohne jede alte und neue Freiheiten und wir können an der offiziellen Drogenpolitik ziemlich leicht ablesen, von was für Leuten mit welcher Motivation ein Land regiert wird im 21. Jahrhundert.