Kanada Quebec

In Kanada wie beispielsweise in Quebec wurden Hanf-Geschäfte geschlossen, weil nicht genügend Produkte vorhanden waren.

Falls Ihr schon den Flug über den Atlantik nach Kanada wagen wollt um bei den Ahornblätter legal Cannabis zu genießen, dann notiert dieser Tage bitte auch: Das Gras ist vielerorts schon ausverkauft! Egal ob in Neufundland oder in Ontario – überall berichten die Hanf-Geschäfte über eine massive Nachfrage im Zuge der seit gut zwei Wochen laufenden Legalisierung von Cannabis in Kanada. Interessanterweise gibt’s Berichte, nach denen der fehlende Nachschub an Haschisch und Marihuana wohl auf dem Schwarzmarkt gelandet ist – wie läuft das denn nun mit der Freigabe von Hanf bei den Kanadiern?

Blick auf die Provinzen

Mit der Legalisierung am 17. Oktober wurde Kanada zum weltweit größten Land mit derart liberaler Drogengesetzgebung. Aber faktisch, so wird uns berichtet, ist das nur ein Titel auf dem Papier! Es gibt derzeit nicht die wirklich rasante, schnelle, gründliche Umstellung der Genussgeschäfte hin zu einem reichhaltigen Angebot von Cannabis. Kanada kann zwar locker genug produzieren, man liefert bekanntlich auch ans drogentechnisch in der Steinzeit lebende Deutschland, aber langwierige Lizenzierungen und Verzögerungen bei der Rechtsaufsicht haben das Angebot zusätzlich verknappt.

Die Provinzen berichten ähnliche Zustände: In Quebec wurden die Dispensaries gerade für drei Tage geschlossen, weil kein Gras da war – und das obwohl die Hanfläden dort von der Regierung betrieben werden! Das dichtbevölkerte Ontario wird vor April 2019 gar keine Geschäfte mit Cannabis eröffnen, weil dort eine neue konservative Regionalregierung sich viel Zeit nimmt mit der Vorstellung der Regularien – es gab allerdings schon die Schließung zu bestaunen von immerhin 11 Geschäften mit Marihuana in der Auslage. Daher bestellen die Leute in Ontario jetzt vorzugsweise online – mehr als 150.000 Bestellungen gingen allein letzte Woche nur in diesem Staat ein, das ist in der Summe mehr als in allen anderen Provinzen von Kanada zusammen! Freilich streikt derzeit die Post und das Chaos beim Cannabis online kaufen und liefern lassen ist vorprogrammiert. Und im gleichfalls dicht besiedelten New Columbia mit dem wunderschönen Vancouver gibt’s sage und schreibe nur einen einzigen Laden für Hanf.

Zurück zum Gras kaufen beim Dealer?

Überall in Kanada gehen daher die Leute schon wieder auf den Schwarzmarkt, wo sich ja bis dato nicht viel geändert hat. Einige an der Eröffnung eines Headshops interessierte Unternehmer haben von ihren Vorhaben abgelassen, eben wegen der schlechten Situation beim Nachschub und wegen wenig optimal ausgearbeiteter Rechtsvorschriften. Warum auch im Internet bei den Shops der Regierung kaufen, wenn ohnehin wegen Streiks und fehlendem Gras ohnehin nicht prompt geliefert wird? Welcher Kiffer will schon lange Tage auf den Haschisch warten ohne Aussicht auf klare Infos? Schon sind immer mehr Menschen der Meinung, die Regierung meine es doch gar nicht ernst mit dem Austrocknen der Schwarzmärkte – warum sonst ist die Legalisierung von Cannabis so mangelhaft vorbereitet?

Warum ist das Cannabis ausverkauft?

Derzeit gibt es in Kanada 132 Produzenten für Hanfprodukte, allen voran natürlich die begehrten Marihuana-Blüten. Von diesen Herstellern dürfen aber wiederum nur 78 auch Gras weiter verkaufen – viele warten zudem auf die Lizenz und beschweren sich über endlose Prüfverfahren. Oftmals hatten sich vor allem kleinere Unternehmen rechtzeitig um die Konzession bemüht und die haben nicht sofort alle nötigen Kapazitäten, um den eigentlich reichlich vorhandenen Hanf fristgemäß zu verteilen und zu liefern. Das Gesundheitsministerium von Kanada hat hunderte neue Mitarbeiter eingestellt zur Bearbeitung der Lizenzen und immerhin gibt’s Stellungnahmen, die verweisen auf größte Anstrengungen auf Seiten der Beamten, um den gesamten Cannabis Prozess zu beschleunigen.

Und so sind dann auch die Cannabis-Aktien vor allem aus Kanada in den letzten Wochen unter die Räder gekommen: Die Legalisierung läuft nicht rund, Gras ist zwar legal, aber eben nicht im Laden vorrätig und es ist klar, das nun erstmal viele Anleger die Hanf-Papiere abstoßen – natürlich im Zuge der ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage mit Handelskriegen und Co. Trotzdem zeigt die enorme Nachfrage deutlich: Cannabis-Aktien haben ein vielversprechendes Geschäftsmodell und die derzeit niedrigen Kurse lassen sich vielleicht zum Einstieg nutzen, schließlich wird der Verkauf und Konsum von Haschisch und Marihuana in Kanada nach den anfänglichen Startschwierigkeiten wie vorgesehen einen riesigen Markt bedienen, mit Milliardenumsätzen und entsprechenden Chancen für Anleger am Aktienmarkt.