Fressflash und Schlafstörungen

Beim Kiffen bekommen viele Leute Hunger und dieser Mechanismus, beeinflusst durch das körpereigene Endocannabinoid-System, läuft genauso ab wie bei mangelndem Schlaf. (Bild von Ryan McGuire auf Pixabay)

Jeder Kiffer und die meisten Hanfpatienten kennen den Heißhunger beim Konsum von Cannabis. Meistens werden die im Englischen Munchies genannten Fressattacken ironisiert, doch gerade bei einer medizinischen Anwendung der Cannabinoide wie THC und CBD ist eine Steigerung des Appetits auch gewünscht. Forscher haben hier nun herausgefunden, dass beim Fressflash die gleichen Mechanismen wirksam sind wie bei Schlafstörungen – wer schlecht schläft, ist meistens auch schneller dick und das wollen wir uns mal genauer ansehen.

Ruhephasen des Organismus und der Konsum von Cannabis

Ärzte wissen genau, wie sich mangelnder Schlaf auf die Gesundheit auswirkt. Wir brauchen hier gar nicht von Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Depressionen reden, das ist alles gut bekannt und untersucht. Wenn wir freilich ständig weder durch- noch ausschlafen, dann greifen viele Leute auffällig oft zu Fast Food, zu fetten Speisen, gern noch massiv gezuckert und damit für den kurzen Energieschub in einem ermüdeten Organismus gut.

Hier haben die Wissenschaftler angesetzt und just die neuronalen Verbindungen zwischen Schlaflosigkeit und Heißhunger genauer beleuchtet. Wer demnach nur vier statt der meistens empfohlenen sieben oder acht Stunden pro Nacht schläft, dessen körpereigenes Endocannabinoid-System wird auf Appetit geschaltet und zwar auf möglichst energiereiches Essen und Trinken! Das System reguliert Aspekte wie Schlaf, Hunger, Körpertemperatur bei allen Säugetieren. Stimuliert wird durch natürliche Cannabinoide oder eben durch die Zufuhr jener Cannabinoide, die uns die Hanfpflanze offeriert. Wenn wir also kiffen, dann werden die gleichen Verfahren in Gang gesetzt wie beim schlechten Schlaf – und wir stopfen uns nur allzu gerne voll mit Burger, Chips und Schokolade.

Überblick zur Untersuchung von Heißhunger und Hanfkonsum

Bei der aktuellen Studie wurden 25 Teilnehmer über eine Woche beobachtet im Labor, sie schliefen im Durchschnitt sieben bis neun Stunden pro Nacht. Danach musste die Hälfte der Leute für eine Woche auf die Hälfte der üblichen Schlafzeit verzichten, die anderen schliefen wie sonst auch weiter. Die Forscher ließen die Probanden dann an einem prall gefüllten Buffet wählen und das bevorzugte Essen wie Trinken wurde dokumentiert, auch die Menge und Häufigkeit beim Nachholen.

Dabei wurde klar: Wenig Schlaf erhöht zwar nicht die Menge an Nahrung, die eingenommen wird – wohl aber deren Zusammensetzung. Kalorienreiche Speisen werden bevorzugt, fettig und süß und das setzt sich selbst noch am nächsten Tag fort. Zudem wurden Gehirnscans durchgeführt und die Leute mussten an bestimmten Gerüchen schnuffeln, wobei das Denkorgan bei schlechtem Schlaf besonders dick leuchtete auf dem Scan, wenn Fast Food unter die Nase gehalten wurde.

Wenn wir kiffen, laufen die gleichen Prozesse bei der Aktivierung des Endocannabinoid-System ab. Das ist der Grund, warum Chips und Co so beliebt sind für Kiffer und die Forscher erhoffen sich nun weitere Kenntnisse, wie sich mit Hilfe von Cannabis beispielsweise Fettleibigkeit bekämpfen lässt. So sich nämlich das System stimulieren lässt mit Hanf, dann ist auch das Gegenteil möglich, aber das ist noch Spekulation. Haschisch und Marihuana jedenfalls werden für die Wissenschaft immer wichtiger, da die Verfahrensweise der Cannabinoide in unserem Organismus ganz offensichtlich viele entscheidende Prozesse quasi abbildet.