Kiffen Sucht Cannabis

Die Sucht nach dem Kiffen gilt als Abhängigkeit von Cannabis und wir schauen auf Symptome und Besonderheiten beim Umgang mit dem THC Konsum (Bild von Daniel Reche auf Pixabay).

Aktuell laufen die Beratungen zur Vorbereitung der Freigabe von Haschisch und Marihuana für Erwachsene in Deutschland und beteiligt an den Gesprächen sind auch Suchtmediziner. Die künftige Drogenpolitik hat potentielle Risiken durch Kiffen genauso im Blick wie all die Vorteile von Hanf legal und es lohnt sich ein Blick auf eine mögliche Sucht und Abhängigkeit von Cannabis. Als Menschen sind wir bekanntlich lustempfindlich und lustgetrieben und wenn Substanzen wie THC körpereigene Prozesse ankurbeln, dann ist das sicher nicht nur therapeutisch wohltuend, sondern mitunter auch gerade bei dauerhaft starkem Konsum manchmal problematisch. Freilich gilt es bei Suchtverhalten rund um Cannabinoide durchaus zu unterscheiden vom Craving nach Crack, Alkohol oder Heroin und mittlerweile weiß die Forschung ganz gut, dass viele Kiffer gerade wegen der Verbote und staatlicher Hetze in Schwierigkeiten landen. Was also ist die Abhängigkeit beim Hanf und wie kann man Betroffenen am besten helfen zumal nach einer Legalisierung und Normalisierung von Gras?

Was ist eine Abhängigkeit und wie äußert sich Suchtverhalten beim Cannabis Konsum?

Beginnen wir so allgemein wie möglich. Menschen werden von allen möglichen Dingen und Substanzen abhängig und daran beteiligt sind Chemikalien im Leib, gibt es Missbrauch und Zügellosigkeit und daraus resultierende Verwerfungen bis in den soziokulturellen Bereich hinein. Heute teilen die Suchtmediziner auch beim Cannabis eine sich darstellende Abhängigkeit in mehrere Stadien ein. Zunächst wird die Substanz genossen, das Fluten vom Dopamin und doch stellen sich nach einiger Zeit die ersten Entzugserscheinungen ein. Schlechte Laune gehört dazu, Schlafstörungen sind typisch und ein erneuter Konsum, der schließlich in immer höherer Dosis das ursprünglich so wohltuende Gefühl aufs Neue zu suchen beginnt.

Nomen est omen beim Wörtchen Suchen führt dann eben auch zum Wort Sucht und explizit bei Haschisch und Marihuana äußert sich das etwa durch:

  • physischen Beschwerden wie Atemnot und Schmerzen,
  • psychischen Problemen von Paranoia über Depressionen bis hin zur Vernachlässigung der Aufgaben im Alltag von Schule bis Arbeit,
  • ein ständiges Verlangen nach dem Kiffen,
  • emotionale Überlastung und
  • die Unfähigkeit den Cannabis Konsum auch nur ansatzweise zu kontrollieren.

Selbstredend ist die Form einer Abhängigkeit nicht so schwer wie bei Substanzen, die Leute in die Prostitution und Kriminalität zwingen. Kiffer werden allein wegen THC selten straffällig und drehen auch nicht durch wie der Crack Junkie auf der Suche nach Stoff! Hier sind viele Fake News im Umlauf und ganz nebenbei hilft Hanf heute bei ärztlicher Begleitung vielen Suchtkranken, die Finger von harten Drogen zu lassen. Das Gerede von der Einstiegsdroge Cannabis ist politisch konstruiert und doch sollte niemand eine sich entwickelnde Sucht nach Gras unterschätzen.

Welchen Einfluss hat eine Cannabis Sucht auf das Gehirn?

Von Psychosen durch Kiffen ist vor allem in Deutschland immer dann die Rede, wenn sich mal wieder ein CDU-Politiker profilieren will und doch ist jenseits solcher Angstmache eine Wirkung der Cannabinoide auf die Hirnstrukturen nicht zu leugnen. Sucht beeinflusst immer die Fähigkeit zur Regulation und Entscheidungen wie Impulse unterliegen einem starken Verlangen nach dem wiederholten Konsum. Reaktionen auf Stress zum Beispiel werden dysfunktional. Die Forschung konnte zeigen, wie Kiffer nach vielen Jahren des Gebrauchs von Gras quasi abstumpfen angesichts von Problemen – während andere Leute mit einer Ausschüttung von Adrenalin und Co reagieren.

Auch das Dopamin-System ist beeinflusst wie schon weiter oben erwähnt. Ein Zug am Joint bedeutet sozusagen Belohnung im Kopf und dieser „Rausch“ sowohl vorteilhaft etwa in einer Therapie wie nachteilig bei Gewöhnung und eben Sucht sein. Für eine Abhängigkeit muss der Konsum dauerhaft sein, chronisch und ständig wiederholt – niemand ist süchtig, wenn gelegentlich gekifft wird etwa am Wochenende oder an ein paar Tagen nach Feierabend! Das Belohnungssystem im Hirn zeigt sich nur überstimuliert und damit süchtig, wenn der Gebrauch dauerhaft ist, alles andere an Erzählungen über das Kiffen gehört mittlerweile ins Reich der Fantasie und politischen Intrige.

Sind einige Menschen besonders gefährdet und werden schneller vom Kiffen abhängig?

Diese Frage interessiert nicht nur Suchtmediziner brennend. Es scheint eine Menge Faktoren für die Ausbildung einer Sucht zu geben von Genetik bis Gehirn und dieses Thema ist lange noch nicht abschließend verstanden. So kann etwa der sozioökonomische Status wichtig sein und vieles mehr, wobei vor allem ein früher Konsum etwa während der Pubertät als besonders riskant gilt. Eine Legalisierung von Cannabis ist deshalb ausschließlich für Erwachsene gedacht und laut Studien werden junge Menschen durch die Normalisierung und eben den Verkauf in regulierten Fachgeschäften viel effizienter vom Gras ferngehalten als durch nachweislich sinnlose Verbote wie in Deutschland derzeit noch täglich überall zu besichtigen. Liegt bei erwachsenen Kiffern eine Depression vor kann es ebenfalls eher zu Abhängigkeiten kommen und wer Cannabis auf Rezept gegen Schmerzen oder bei anderen Beschwerden bekommt, der sollte regelmäßig Rücksprache mit dem Hausarzt halten mit Blick auf einen möglicherweise problematischen Konsum.

Suchtpotential durch THC und Cannabinoide deutlich geringer als bei vielen anderen Substanzen: So viel Ehrlichkeit gehört schon in die Debatte und Experten aus der Medizin fragen sich schon länger, warum eigentlich das extreme Suchtgift Alkohol legal ist und das vergleichsweise harmlose Cannabis verboten. Auch Heroin und Nikotin, Kokain und Crystal Meth zeigen sich in Untersuchungen als deutlich gefährlicher mit Blick auf die Ausbildung einer Abhängigkeit als Hanf. Das hat unter anderem mit der Intensität rund um die Ausschüttung von Dopamin zu tun und nicht umsonst wird Gras immer häufiger erfolgreich als Ausstiegsdroge verwendet. 

In jedem Fall sollte die Einnahme von Cannabis in welcher Form auch immer kritisch und umsichtig geschehen. Nach der Freigabe von Marihuana dürften sich freilich mehr Menschen zur Suchtberatung wagen und Probleme eingestehen, was dann eine adäquate Behandlung statt Schikane oder gar Strafe nach sich zieht. Auch helfen die allgemein beliebten Produkte mit CBD ohne das typische High durch THC vielen Leuten bei einem Entzug. Ob es sich beim Kiffen um Sucht oder Entspannung handelt wird sich jedenfalls nach einer Legalisierung besser zeigen und die Forschung kann Hilfemaßnahmen entwickeln, die bei einem normalen Umgang mit der Substanz allemal effizienter sind als heute.