Krankenkasse Cannabis Rezept

Die Krankenkasse bezahlt das Cannabis Rezept nicht, wenn Patienten den Hanf wegen Schlafstörungen einnehmen möchten. (Bild von Alexandra ❤️A life without animals is not worth living❤️ auf Pixabay).

Schlaflosigkeit ist vielleicht neben Schmerzen der häufigste Grund, um Cannabis als Therapeutikum zu konsumieren und seit Jahrtausenden rauchen die Menschen Hanf oder nehmen ganz modern innovativ aufgemachte Medizin für eine erholsame Nachtruhe. Und während in den USA, Kanada, Israel und vielen anderen modernen Ländern das auch die Ärzteschaft verstanden hat, die Forschung praktisch wöchentlich entsprechend positive Studien zum Thema vorstellt, gibt’s mal wieder ein Industrieland, das solchen Fortschritt schlicht nicht gebacken bekommt. Nur in Deutschland nämlich ist die Sichtweise auf hochwirksame Cannabinoide mal wieder anders und was beim Coronavirus deutlich wird, zeigt sich bei Haschisch und Marihuana seit vielen Jahren: Politik und angeschlossene Verbände sind unfähig, neue Entwicklungen zu verstehen und in entsprechende Regulierungen zu gießen. So verweigert eine bundesdeutsche Krankenkasse das Cannabis Rezept bei Schlaflosigkeit – wie tief kann ein Gesundheitssystem eigentlich noch sinken? 

Justitz entscheidet beim Cannabis zuverlässig pro Regierung

Kennen wir schon vom Lockdown, der erstaunlich lange ohne Gegenwehr und auf Basis höchst fragwürdiger Daten einfach so durchgezogen wird – verfassungsmäßig verbriefte Grundrechte über Jahre aussetzen ist zweifellos ein besonders krasser Rechtsbruch durch die übliche Mannschaft in der Bundesregierung, wird aber bis dato juristisch kaum wirklich angegangen. Beim Cannabis ist das nicht viel anders und die möglicherweise gar nicht so unabhängigen Richter mit der angeblich neutralen Waagschale leisteten sich in letzter Zeit einige üble, gegen Kiffer und Hanfpatienten gerichtete Urteile:

  • in Bad Kissingen wandert ein Hanfkonsument wegen als Eigenbedarf deklariertem Gras hinter Gitter trotz offensichtlicher medizinischer Einnahme,
  • in Fürth wird ein schwerkranker Mann zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er die Hanf Schmerzmedizin öffentlich einnehmen wollte,
  • in Würzburg, Nürnberg und andernorts werden völlig legale Automaten mit nicht berauschenden CBD-Blüte einfach mal abmontiert und Existenzen zerstört, ohne dass auch nur ein Jurist dem Treiben der Staatsanwaltschaften und Polizei Einhalt gebietet.

Bei Cannabis sollte also praktisch niemand in Deutschland Gerechtigkeit erwarten, dafür scheint das System aus Berufungen durch Parteien schlicht schon zu wurstig und die Mauscheleien rund um die Maskenaffäre in der CDU/CSU sind vielleicht gar keine Ausnahme, sondern eher die Regel für hochbezahlte Staatsdiener.

Berufung wird abgelehnt: Krankenkasse braucht Hanf nicht zu bezahlen!

Ganz frisch ging es um einen Patienten, der nicht nur Probleme hat beim Einschlafen, sondern auch an Zähneknirschen leidet. Weil hier sowohl die Forschungslage wie auch viele Erfahrungsberichte für eine erfolgreiche Anwendung von Cannabis sprechen ging der Mann zu seinem Hausarzt mit der Bitte um ein Rezept für Cannabis. Das wurde auch ausgestellt und dem Patienten ging es besser, doch dann kam die deutsche Bürokratie in Gang und die Kasse weigerte sich plötzlich, die Kosten zu übernehmen für die erfolgreiche Behandlung eines kranken Menschen. Der Mann leidet nämlich nicht einfach nur an ein paar schlaflosen Nächten, sondern an der gefährlichen Schlafapnoe und das kann mitunter bei Nichtbehandlung zum Tode führen.

Der Krankenkasse war das gleichgültig. Die Bürokraten im warmen Sessel dort meinten, der Patient solle zunächst erstmal schön Benzodiazpine und klassische Pillen aus der Apotheke nehmen, die zwar abhängig machen, aber egal – nur die chemische Keule könne helfen und diesem eiskalten Stumpfsinn direkt aus einer bundesdeutschen Amtsstube schloss sich tatsächlich auch noch das Landessozialgericht Stuttgart an mit seiner Weigerung, eine Berufung zu dem Fall überhaupt zuzulassen. 

Cannabis auf Rezept, so die Begründung, bekämen nur Menschen, die praktisch schon tot sind oder die an extrem seltenen (also fast nie auftretenden) Krankheiten leiden und weil das von der Politik so wunderbar willkürlich formuliert ist in den Vorschriften für die Verschreibungen, lassen die Bürokraten schwerkranke Leute in Deutschland regelmäßig im Regen stehen. Auch in der Pandemie sind von solchem Staatsversagen immer mehr Menschen betroffen, schließlich gibt’s weder ausreichend Impfungen noch Tests, aber wie eingangs erwähnt macht sich die Justiz damit gemein und die Bürger haben nur wenig Chancen, sich in einem solchen System zu wehren. Hoffen wir mal, dass der Patient sich das nicht gefallen lässt und mit einer Revision bis zum Bundessozialgericht geht – ob dort vielleicht mehr Sachverstand und vor allem Engagement für die Bürgerrechte vorhanden ist als in den niederen Instanzen?