Kiffen Medizin Öffentlichkeit

Ein aktuelles Gerichtsurteil bestätigt als pure Schikane eine Geldbuße für das Kiffen in der Öffentlichkeit als Cannabis Medizin auf Rezept (Bild von Jan Hennemann auf Pixabay).

Wer es ganz finster mag beim Hanf und bei den Grundrechten derzeit, der schaut nach Bayern in das Reich des Markus Söder. Dort werden seit vielen Jahren selbst schwerkranke Hanfpatienten schlechter behandelt als Terroristen und arabische Clans und natürlich weiß jeder im Land, dass durch die absurden Fake News über das Gras nur die bayrische Alkopholindustrie beschützt werden soll. Suff und schwere Alkoholsucht sind nämlich nicht nur wichtig für die CSU, sondern auch gewünscht und so darf ganz nebenbei auch noch eine Bundesdrogenbeauftragte ganz Deutschland diese zutiefst mittelalterlichen Vorstellungen aufzwingen. Wie krass dieses System wirkt, zeigt ein frisches Gerichtsurteil aus Fürth. Dort rauchte ein Hanfpatient Cannabis in der Öffentlichkeit und obwohl die Einnahme als Medizin und nicht als Kiffen zu werten ist, muss der Mann nun tatsächlich eine Geldbuße zahlen! Offenbar wird im Freistaat nun auch die demokratisch verbindliche Gewaltenteilung kassiert, anders lässt sich diese Entscheidung kaum noch erklären?

Cannabis auf Rezept nur zu Hause konsumieren?

Angenommen jemand hat starke Schmerzen, Krebs und ähnliches Unheil zu erdulden und findet wohlgemerkt in Bayern einen Arzt, der Cannabis verschreibt als gut wirksames Heilmittel aus der Natur. Es ist dann noch lange nicht klar, ob das Gras in der Apotheke auch vorrätig ist – bekanntlich haben Politiker wie Jens Spahn als Gesundheitsminister es selbst in vier Jahren seit der Freigabe der Hanfmedizin nicht geschafft, stets ausreichend Marihuana für Patienten heranzuschaffen. Ein Schelm wer hier direkt und unverblümt an den dieser Tage fehlenden Impfstoff denkt.

Aber nehmen wir mal guter Dinge an, das klappt alles und der betreffende Patient geht dann zum Beispiel vor die Tür um einzukaufen, was derzeit gerade noch so erlaubt ist in der Corona-Republik. Was aber passiert, wenn plötzlich die gefürchteten Schmerzen einsetzen? Darf der Betroffene dann einen Joint mit verschriebenem Cannabis zücken, rauchen und so die Beschwerden lindern wie ja zum Vergleich andere Schmerzpatienten eine Pille Morphium einwerfen? Nein sagen Politik und  Gerichte! Erwartet wird offenbar, dass diese Menschen leiden, sich winden und lieber den Einkauf abbrechen, schnell nach Hause rennen um einzig und allein dort die legale Medizin zu konsumieren. 

Gemüsebauern schnuppern Gras und rufen die Anti-Hanf Polizei

Denunzieren ist in Bayern nun wirklich Staatsräson und wird vom genannten Markus Söder immer mal wieder gefordert um dessen persönliches Versagen in der Pandemie zu verschleiern. Kennen wir alles und der Hanfpatient in Fürth hätte gewarnt sein müssen, als er sich mitten auf dem Gemüsemarkt von Fürth einen Joint anzündete. Sofort rief ein anwesender Bauer auf dem Marktplatz die Cops an, die kamen wohl gleich mit einer Hundertschaft, bissigen Hunden und Maschinenpistolen wie bei einem Einsatz gegen sogenannte Maskenverweigerer. Großes Drama also und sprichwörtlich dazu auch noch Rauch um Nichts, doch das damit befasste Amtsgericht entschied: Der kranke Mensch, ein Patient mit Rezept, wollte provozieren! Deshalb soll eine Geldbuße von 50 Euro bezahlt werden. Natürlich lachte der Beklagte über solche Willkür und meinte, sich bei einer höheren Instanz wehren zu können, doch Pustekuchen – auch das Bayerische Oberste Landesgericht bestätigte das Urteil und so gelten im Freistaat nun Cannabis Konsumenten auch mit legalem Hanf Rezept ganz offiziell als Verbrecher.

Sündenböcke gesucht: Haschisch und Marihuana sind in fortschrittlichen Staaten nicht nur eine hochwirksame, immer besser erforschte Medizin, sondern für Erwachsene selbstverständlich auch legales Genussmittel – während bei uns in Deutschland und vor allem im beschriebenen Bayern alle längst überholten Schwindeleien über das Gras verbreitet werden dürfen. Die Gerichte, ihres Zeichens eigentlich die wahren Sturmgeschütze der Demokratie, sind freilich erstaunlich leise geworden und die Gewaltenteilung wird vielleicht gerade genauso abgeschafft wie die eigentlich in der Verfassung verbrieften Grundrechte. Wenn ein Hanfpatient als Provokateur eingestuft und verurteilt wird, dann ist das ein böses Zeichen und man kann nur hoffen, dass möglichst viele Wähler alle Parteien endlich abstrafen, die für jene durch Gerichte zu beurteilende Drogengesetzgebung verantwortlich sind.