Psychedelika Forschung Bewusstsein

Psychedelika kann das Bewusstsein nachhaltig beeinflussen und wir schauen auf eine spannende Studie aus der LSD Forschung (Bild von Gordon Johnson auf Pixabay).

Psychedelische Substanzen von LSD bis Magic Mushrooms sind nicht nur beliebt, sondern offenbar auch für die Wissenschaft äußerst interessant. Das zeigen ständig neue, spannende Studien etwa zum Einsatz solcher Wirkstoffe gegen Traumata, Angststörungen oder bei Depressionen. Welchen Einfluss aber kann Psychedelika wie vor allem LSD auf das Bewusstsein haben und wie könnte die Forschung diesen Aspekt künftig therapeutisch nutzbar machen? Eine frische Untersuchung im Fachjournal „Frontiers in Psychology“ ist dieser Frage nachgegangen und findet heraus, dass Veränderungen in der Wahrnehmung durchaus dauerhaft sein können. Sind das gute Nachrichten für Vergewaltigungsopfer und für traumatisierte Soldaten und was bedeutet die mögliche permanente Verschiebung für den Freizeitkonsum?

Philosophie oder psychedelische Therapie?

Das zu entscheiden war für die Forscher nicht so ganz einfach. Durchgeführt wurde eine Umfrage unter Leuten, die öfters oder eben selten mit psychedelischen Substanzen experimentieren. LSD, Shrooms und zumindest teilweise MDMA gehören in diese Klasse der Wirkstoffe. Viele Befragte gaben an, auch nach nur einmaligem Konsum dauerhaft anders mit der Umwelt zu interagieren – was nach Ansicht der Wissenschaft wahrscheinlich vor allem philosophisch zu werten ist als dass man von einem klinischen Risiko ausgehen kann.

Gegenstände von der plötzlich singenden Wand bis zum riechenden Song aus der Musikanlage sind typisch für einen sogenannten LSD-Trip und weisen auf eine Veränderung in der Wahrnehmung durch unsere Sinnesorgane hin. 

Ein „Hängenbleiben“ auf LSD wie manchmal in der Szene formuliert ist das nicht. Die Befragten gaben vielmehr an, die Umwelt, die Menschen und überhaupt alle Umgebung seit der psychedelischen Erfahrung intensiver zu betrachten. Wir kennen diese Erfahrungen sehr auch vom Kiffen und grundsätzlich dürfte das nach Ansicht der Wissenschaftler noch viele weitere Substanzen wie Meskalin, DMT und Psilocybin aus den Magic Mushrooms betreffen.

Von Einhörnern und einer Heilung durch Psychedelika

Verschiedene Fragen wurden gestellt und die User gaben Auskunft zum möglichen Gehirn von unbelebten Objekten, zu Fantasiewesen und zum Denken der Tiere. Ganz klar haben die Konsumenten der psychedelischen Substanzen ein geschärftes Umweltbewusstsein – höchstwahrscheinlich haben Zauberpilze und Co eine ähnlich wichtige Rolle in der menschlichen Evolution gespielt wie Cannabis! Natürlich nicht im 20. Jahrhundert, wo Menschen für die Einnahme der Shrooms und von LSD eingesperrt werden durch verkommene Moralisten ohne Respekt und Verstand, leider aber in Regierungspositionen befindlich.

Woher das Bewusstsein stammt ist eine Frage für Philosophen. Immanuel Kant zum Beispiel hielt die Wahrnehmung und Begriffsbildung gegenüber den Dingen der Welt für einen Mix aus Sinnen und Denken, während Platon spezielle „Ideen“ als Idealbilder im Kopf aller Menschen als eine Art Erinnerung verankert sah. Um unsere Umwelt wahrzunehmen und beurteilen zu können braucht es die Verschaltungen im Hirn und natürlich ist die schnelle, am besten abgestimmte und erfahrene Reaktion auch heute noch ungemein wichtig für das (Über)leben.

Nun möchte man das „phänomenale Bewusstsein“ noch besser untersuchen und plant am „Johns Jopkins Center für Psychedelic und Consciousness Research“ dafür entsprechende Studien mit Psychedelika. Suchterkrankungen, Depressionen, PTSD und Paranoia gelten als Indikationen, die für eine Anwendung von LSD und Psilocybin vielleicht in Frage kommen – bekanntlich sitzen Patienten oft bei solchen Beschwerden in einer Art mentaler Falle und möglicherweise sind es die in Deutschland selbstredend zugunsten von Alkohol und Zigaretten verbotenen Psychedelika ein Schlüssel zur Auflösung solcher Erkrankungen.