Religionsfreiheit bei Cannabis

Nur ohne Joint in den Himmel? Die USA haben eine Reihe von Staaten kritisiert, die gängeln vor allem die bekannten Rastafari-Kirchen, bei denen als Religionsfreiheit vor allem das Kiffen von Hanf eine große Rolle spielt. (Symbolbild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Aktuell ist gerade ein Report zur Lage der religiösen  Freiheit auf unserem Planeten erschienen und die USA haben dabei Menschenrechtsverletzungen festgestellt, wenn es um Cannabis und ums Kiffen als religiöse Praxis geht. Zwar werden in Texas und Alabama immer noch Leute für ein paar Joints viele Jahre hinter Gitter gesperrt und die Hanf Kirche der Rastafaris steht zum Beispiel in Minnesota ständig unter Beschuss durch die Behörden, aber egal – Uncle Sam kritisiert beim Thema Cannabis vor allem das Ausland und das ist schon ein bisschen absurd.

Cannabis als Symbol der Freiheit?

Offensichtlich, denn warum sonst wird der Hanf und dessen Bezug zur religiösen Meinungsäußerung so oft in dem besagten Bericht behandelt? Mehr als ein Dutzendmal berichtet die Studie von Diskriminierung vor allem der Rastafaris, die zwar hier und da mittlerweile etwas besser dastehen, in der Gesamtlage jedoch weiterhin von staatlichen Stellen gegängelt werden rund um den Globus. Als Schurkenstaaten an dieser Stelle werden zum Beispiel genannt:

  • Bahamas, wo zwar die Amerikaner gerne Urlaub machen und Steuern hinterziehen, doch dort werden Kiffer mit dem Rastafari eben auch für geringe Mengen Marihuana eingesperrt, egal ob das Gras nun gekifft wird als Genussmittel oder im Rahmen von religiösen Zeremonien,
  • Sierra Leone, das Cannabis gleich vollständig verbietet und damit den im Lande befindlichen, zahlreichen Jüngern der THC-Kirche ein Grundrecht verweigert,
  • Dominica, wo das Gesetz zwar Kiffer bei Zeremonien in Ruhe lässt, ansonsten aber jede Gelegenheit nutzt, um zu gängeln und ständig zu prüfen in den Heiligen Hallen, ob alles wirklich erlaubt und in Ordnung ist,
  • Barbados, wo Frauen bei der Einreise und an den Checkpoints besonders häufig nach Gras durchsucht werden und
  • Malawi, das als afrikanisches Land zwar viel Sonne hat, doch bei den Behörden und Cannabis offensichtlich einen Sonnenstich, werden die religiösen Kiffer doch immer wieder an der Ausübung ihrer zeremoniellen Pflichten gehindert.

Rastafaris als gleichberechtigte Religion?

Ja, durchaus. Warum müssen wir jeden Muslim und seine fünf Gebote respektieren, den kiffenden Rastafari aber ausschließen? Bei Aspekten wie Vielehe und Tierquälerei beim Schächten sieht der Staat weg, doch wenn Haschisch und Marihuana am Start sind, dann wird eingegriffen? Das klingt schon nach massiver Willkür und auch wenn die USA nun wirklich keine Leuchten sind beim Thema Menschenrechte und Hanf, so ist die bloße Erwähnung der Cannabis-Kirchen und ihrer verfolgten Jünger schon ein großer Schritt hin zur Normalisierung.

So habe dann auch bereits Südafrikas Gerichte im letzten Jahr den Konsum als reine Privatangelegenheit eingestuft, was für Religion genauso gilt wie dann eben am Kap der guten Hoffnung für Cannabis. In der Tschechei urteilt das höchste Gericht, dass der Antrag einer Hanf Kirche der Rastafaris auf Zulassung zu prüfen und wohl auch zu gewähren ist – eine Glaubensgemeinschaft kann ihre Sakramente selbst bestimmen und so lange damit keine dritten Personen geschädigt werden, sollte Hanf als religiöse Pflanze für alle Menschen weltweit bei Bedarf zur Verfügung stehen dürfen.