Rastafari Kiffer - Symbolbild

In Wisconsin ist Cannabis illegal, lediglich CBD ist erlaubt und so gibt es ständig Razzien gegen die Rastafari Kirche, deren Mitglieder Hanf aus religiösen Zwecken konsumieren. (Foto: Liberty Bell Temple in Los Angeles by Cholo Aleman [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)])

Bekanntlich ist im schönen, aber kalten Wisconsin im Norden der USA Cannabis nicht legal für Erwachsene und so gibt es Probleme mit dem Hanf. Was verboten ist, wird schließlich trotzdem konsumiert, wir kennen das aus Deutschland. Aktuell betrifft das eine wilde Auseinandersetzung zwischen den Cops und Sheriffs und der Rastafari Kirche, die Haschisch und Marihuana eine Art religiöse Stellung zusprechen. Jetzt gab es vor wenigen Tagen eine Razzia, bei der die Kirchenfürsten verhaftet wurden. Was ist da los an den Großen Seen?

Freie Religionsausübung auch beim Cannabis?

Das ist die entscheidende Frage, denn die Rastafari Kirche gibt Gras an ihre Jünger aus und diesen Umstand wollen sich Politik und Verwaltung nicht gefallen lassen. Als die Polizisten anrückten, gab es erstmal eins drüber mit dem Elektroschocker und mit dem Zielfernrohr am Gewehr wurde das selbsternannte Gotteshaus gestürmt. Beschlagnehmt wurde eine Menge Cannabis, das für Rituale bereitliegt überall zu Fuße des Altars. Gut 30 Cops waren im Einsatz und die Betroffenen berichten von äußerster Gewalt von Seiten der Polizei!

Wer ist die „Lion of Judah House of Rastafari” Kirche überhaupt?

Diese Religion öffnete ihre Pforten erst vor zwei Monaten und bewirbt sich selbst als Wisconsins einzige waschechte Cannabis Kirche. Offenbar fanden sich innerhalb kürzester Zeit mehr als 10.000 Gläubige ein, wurden Mitglied in der Hoffnung endlich friedlich kiffen zu können. Doch die Polizei war auch gleich da und es gab bereits Razzien oder zumindest Besuche vom Sheriff, wobei auch immer mal wieder etwas Hanf beschlagnahmt wurde.

So geben die Beamten auch offensiv an, dass selbst eine Kirche nicht von der aktuellen Lage der Gesetze ausgenommen ist – Cannabis bleibt illegal in Wisconsin, wo in 2013 lediglich CBD-Öl erlaubt wurde. Die ständigen Belästigungen der Kirche führten zu einer Klage der Gründer, was diese jedoch wie gerade zu besichtigen nur in falscher Sicherheit wiegte. Die Kirche meint, das vorhandene Gras käme vor allem von den Mitgliedern – Hanf ist also eine Art Spende, so wie beim Zakat im Islam als Gabe an die Bedürftigen.

Die Rastafari Kirche im Fadenkreuz der Behörden

In Wisconsin gibt’s Strafen für Besitz von Haschisch und Marihuana und kürzlich wurde auch in Mississippi ein Rastafari gleich mal für acht Jahre eingesperrt wegen des Umgangs mit Cannabis. Ganz nebenbei wird kräftig diskriminiert – die meisten Mitglieder der Kirche sind Schwarze und die werden in den USA vergleichsweise sehr häufig festgenommen beim Verdacht auf Hanf! Allerdings wehren sich die Jünger und klagen überall vor Gericht, so dass wohl auch der aktuelle Fall mt den Razzia und den Verhaftungen noch nicht abgeschlossen sein dürfte.