CDU für Cannabis legal

Merkeleien nun also auch beim Cannabis, wo die CDU/CSU gerade versucht sowohl Kiffer und Hanfpatienten wie auch die Gegner von Gras legal als Wähler einzusammeln – ist das wirklich eine Verbesserung? (Bild von bernswaelz auf Pixabay)

Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch die CDU/CSU unter Angela Merkel – oh sorry, die Parteichefin ist ja die verwirrende AKK, aber die hat wohl zu tun mit der Sicherheitszone in Syrien – sich etwas bewegt in Richtung Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Zumindest deuten derzeit einige Hinweise auf eine baldige Veränderung beim Hanf. Es wäre für diese Partei ja auch fatal, bei allen erdenklichen Fragen von Gender bis Multikulti dem Zeitgeist hinterher zu hecheln, doch ausgerechnet beim Cannabis weiterhin auf den Rohrstock und auf die Gefängnisstrafe zu setzen im 21. Jahrhundert. Was also sind hier die neusten Meldungen zum Hanf bei der CDU und ist das mehr als nur die politische Kaffeesatzleserei?

Gesundheitspolitiker der Union zum Hanf

In der Regel haben sich die etwas zurückgebliebenen Politiker von der CDU/CSU immer sehr negativ gegenüber Haschisch und Marihuana geäußert. Vom Kiffen als Sünde bis zu den berühmten Psychosen bei Jugendlichen waren und sind oft noch alle bekannten Schauermärchen und Lügen dabei, so dass ein gerade veröffentlichtes Interview mit der Gesundheitsexpertin Karin Maag aufhorchen lässt. Die meinte jüngst in einer Lokalzeitung in NRW:

„Selbstverständlich denken wir darüber nach und zwar schon seit Jahren. Natürlich wird man nicht vom einmaligen Gebrauch süchtig. Genau deshalb sehen wir uns auch verschiedene Projekte einer kontrollierten Abgabe angesehen.“

Zwar klingt das ziemlich heuchlerisch, da auch in den letzten Jahren unzählige Kiffer und Hanfpatienten in den Knast gesperrt wurden, oft für einen simplen Joint und eben nicht für Dealerei, wie gerne behauptet. Auch wissen wir jetzt nicht genau, welche Projekte die Frau Maag meint, da die CDU/CSU entsprechende Vorschläge etwa aus den Kommunen immer ablehnt. Ist es also nur Geschwätz, um mal wieder vom eigenen Versagen abzulenken wie unter Kanzlerin Merkel üblich?

Auch die Bundesdrogenbeauftragte ändert zum Hanf ihre Meinung

Zumindest sollen wir das glauben, wenn die Frau Daniela Ludwig ein Ende der Verbotspolitik einfordert, einen Neuanfang und so weiter. Aber was passiert denn nun konkret? Werden Politiker wie Markus Söder, Jens Spahn und eben Merkel wirklich in der Lage sein, etwas für die Menschen im Land, für die Freiheit und Demokratie zu tun? Schwierig angesichts des massiven Versagens beim Cannabis, das sich seit Jahrzehnten in höheren Zahlen bei kiffenden Kindern und Jugendlichen zeigt, dazu die Clans eingeladen hat, hierzulande illegal mit Drogen zu handeln. Immerhin fragt die Frau Ludwig schon mal konkreter:

„Was schützt am Ende des Tages die Gesundheit der Menschen, insbesondere von Jugendlichen, am besten und welcher Weg ist für die Situation hierzulande der sinnvollste?“

Nach den totalen Denkverboten zum Cannabis unter der unfassbar inkompetenten Vorgängerin Mortler („Cannabis ist verboten, weil es eine illegale Droge ist.“) scheint es Bewegung zu geben, wenigstens auf dem geduldigen Papier. Eine Legalisierung, so die eingangs zitierte Politikerin Maag, könne beim Hanf aber nicht durchgeführt werden, weil eben Jugendliche darunter leiden würden – der alte Zirkel also, das Totschlagargument, das wir schon kennen.

Auch Suchtexperten schalten sich ein und verweisen auf Alkohol: Das ist sicher eine Nebelkerze, wenn diese Spezialisten eine Verschärfung beim Alkohol fordern – was hat das jetzt mit Cannabis zu tun? Es brauche hier belastbare Vorschläge für eine mögliche Legalisierung wie sich Heranwachsende schützen lassen. Hirnschäden durch Kiffen sind zu vermeiden, so diese Experten und das geht nur durch einen umfassenden Jugendschutz. Freilich ist das nicht so schwer – siehe USA und Kanada, wo die Verpackungen für Gras oder auch Haschischkekse äußerst sicher sind als Schutz vor Unbefugten – aber soweit ist das Denken in der deutschen Gesundheits- und Drogenpolitik offenbar dann doch noch nicht vorgedrungen.