Singapur Netflix Cannabis

Singapur hat Netflix jegliche Inhalte von Cannabis untersagt – der Stadtstadt der Chinesen in Südostasien geriert sich mal wieder als Anti-Hanf Sittenwächter (Bild von Jason Goh auf Pixabay).

Derzeit gilt Singapur als besonders hart getroffen vom Coronavirus, was mit den vielen Chinesen im Stadtstaat zu tun hat. Während freilich Infizierte problemlos passieren können und die Bürger vor Ort anstecken, ist man beim Thema Cannabis weiterhin sehr empfindlich bei der Regierung, was nun auch der Streamingdienst Netflix erfahren musste. Der Anbieter für Streaming Inhalte von House of Cards bis Orange is the new Black gab jüngst mal einen Einblick in Auseinandersetzungen mit Staaten, die unbedingt Zensur wollen und zwar vor allem bei Haschisch und Marihuana. Selbstverständlich darf da Singapur beim Cannabis nicht fehlen und wir zeigen Euch mal, wie Kiffer und Hanfmedizin heute auch außerhalb von Deutschland ideologisch verunglimpft sind.

Hanf auf der Leinwand und im Fernsehen…

…ist bei uns im Westen seit längerer Zeit normal und wir kennen alle ein paar Serien oder Kifferfilme, dazu Dokumentationen und Reportagen etwa von den Coffee Shops in den Niederlanden. In Singapur jedoch möchte die Regierung unbedingt verhindern, dass die Menschen Cannabis überhaupt kennen! Es kann nicht sein, was nicht sein darf – das Credo aus dem Mittelalter gilt in einigen asiatischen Ländern immer noch und statt Hanf im Fernsehen zu schauen sollen die Leute doch besser eine Fledermaussuppe essen gehen auf den diversen Seafood Märkten oder sich im Shoppingcenter vergnügen beim Konsumieren, so jedenfalls das offizielle Menschenbild vor Ort.

So wurde Netflix von der Behörde mit dem Stock im Hintern gezwungen, gleich mal mehrere Inhalte von der Streaming Plattform in Singapur zu löschen:

  • Cooking on High als Cannabis Koch-Show,
  • The Legend of 420 als informative Dokumentation zum Hanf und
  • Disjointed als beliebte Kiffer-Serie.

Auch zwei Filme (The Last Temptation of Christ und The Last Hangover) wurden entfernt und zwar weil sich darin Szenen befanden von Leuten, die Spaß haben, feiern, einen Joint rauchen oder ähnliches. Sowas geht nicht in Singapur, aber wenigstens macht Netflix das soweit öffentlich und Kiffer wie Hanfpatienten sollten keinen Cent mehr in den verklemmten Stadtstaat schaffen etwa bei einer Reise.

Warum Chinesen Cannabis ablehnen

Singapur ist im Prinzip das kapitalistisch hochpolierte Schaufenster der Chinesen außerhalb vom Kernland, ein ehemaliges Piratennest, das sich heute als Erfolgsmodell mit Prügelstrafe aufspielt. Doch zwischen Wohntürmen aus Glas steckt das Grauen im Detail, bohrt die Langeweile und wer kein Geld hat und keinen offiziell verliehenen Heiligenschein, der wird sich in diesem Staat nicht besonders wohlfühlen. Aber bei Cannabis und überhaupt Drogen, da spielt man sich mächtig auf und wenn Ihr nur ein kleines bisschen Gras dabeihabt, drohen gleich 10 Jahre Knast und noch mal 20.000 Dollar Strafe dazu! Wer mit Hanf handelt, der wird selbstverständlich wahlweise erschossen, aufgehängt, gevierteilt – das entscheidet dann die Inselbehörde wie bei Franz Kafka in der Strafkolonie. Hintergrund ist das konfuzianische Weltbild, das ähnlich den Nazis das Credo „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ voranstellt und so jede individuelle Regung oder gar Kreativität unterdrückt.

Kein Teil der globalen Welt: Chinesen und ihre Gebiete wollen zwar Handel treiben, Geld einnehmen und sich aufspielen, doch ansonsten weder teilhaben an der Weltgemeinschaft noch erforderliche Entwicklungen etwa bei den Bürgerrechten akzeptieren. Hände waschen und keine seltenen Tierarten essen zumal voll mit Viren, das ist bei uns seit Jahrhunderten selbstverständlich, wird aber in Singapur und China weiterhin als kulturell hochwertig angesehen beziehungsweise ignoriert! Auch brächte die Freigabe beim Cannabis nur Unheil, so die Regierung, die Länder des Westens verrotten, verblöden – während man in Südostasien dank strengster Gesetze solcherlei Übel nicht zulassen werde. Klingt so bisschen wie Markus Söder in Bayern und wir sind als zivilgesellschaftliche Advokaten pro Hanf gefordert, zum Beispiel mit einem Boykott von Waren aus China und Singapur, an denen zurzeit vielleicht ohnehin das Coronavirus klebt.