Cannabis Konsum Japan

In der Pandemie steigt der Cannabis Konsum auch in Japan und die meistens sehr alten Sittenwächter fürchten beim Hanf um die Moral (Bild von Masashi Wakui auf Pixabay).

Japan hat die mit Abstand höchste Schuldenquote der Industrieländer, eine schwierige Demografie und folgt bei manchen moralischen Ansichten immer noch der Zeit vor dem Eintreffen des Matthew Perry im Hafen von Tokio. Der Amerikaner hatte 1853 die auf ihrer Insel vor hin sich hinsiechenden Adelshäuser zur Öffnung und zum Handel gezwungen und so der Moderne einen mindestens genauso entscheidenden Schub gegeben wie die Niederlage im Zweiten Weltkrieg. Beim Cannabis Konsum freilich befindet sich Japan immer noch und besser gesagt wieder im Mittelalter, denn Hanf war eigentlich ein sehr beliebtes Anbauprodukt in der Landschaft, diente wie überall auf der Welt als Medizin und Genussmittel. Aktuelle Zahlen der gewissenhaften Polizei im Land zeigen eine stark steigende Popularität von Haschisch und Marihuana bei jungen Japanern und das hat in diesen Tagen logischerweise auch mit den Coronavirus Maßnahmen zu tun.

Mehr als 5000 Leute kiffen in Japan!

Was für eine Zahl und was für ein Skandal: um sage und schreibe 713 mehr erfasste Fälle ist der Konsum von Cannabis auf der Insel gestiegen und die Japanischen Behörden zeigen sich besorgt, ob denn angesichts solch hoher Zahlen am nächsten Morgen wirklich wieder die Sonne aufgehen wird – in der Bewertung von Hanf sind politische Insulaner in Asien genauso beschränkt wie bayrische Waldschrate. Während bei uns die Maskenpolizei erst seit einigen Monaten den Staat umbauen darf wie gewünscht zur totalen Überwachung ist das in Japan schon lange die Regel und das mediale Gerede von der tollen digitalen Nachverfolgung beim Coronavirus repräsentieren Kontrollfantasien, die sich selbst George Orwell nicht hätte ausdenken können.

Regelmäßig werden zum Beispiel Popstars vor die Kameras gezerrt und müssen wegen eines gerauchten Joints öffentlich Abbitte leisten als hätten sie gerade den Kaiserpalast abgefackelt! Die soziale Ächtung ist ungeheuer stark in Japan und Behörden, Politikern und sonstigen Aufsehern des Staates fällt es leicht, das harmlose Cannabis als sündhaft und nützlich für entsprechende Kampagnen zu verwenden. Beim Alkohol ist das wie üblich ganz anders und es gibt ebenfalls wie in Bayern sogar eine Art Pflicht, sich nach Feierabend mit den Kollegen ins Delirium zu saufen, Leberschäden und vieles mehr inklusive.

Wer sind japanischen Kiffer und warum ist Hanf beliebt?

Vor allem junge Leute würden Marihuana rauchen, so die Polizei und kritisiert die angeblich allzu „positiven Informationen“ über Cannabis im Internet. Was die Cops mit dem Schlagstock im Anschlag genau meinen wird nicht berichtet, aber die vielen Studien über Hanf als Medizin können kaum gemeint sein, sonst käme das Land ja um eine faire, moderne und an den Menschen orientierte Drogenpolitik nicht herum. Fake News sind also wie bei uns die Devise und man möchte statt Aufklärung und Freigabe viel mehr Überwachung und vor allem die Sozialen Medien nach Kiffern absuchen. Immerhin 5 Japaner*innen um mal ein bisschen zu gendern pro 100.000 Einwohnern rauchen gerne Gras und weil das als Bedrohung aufzublasen so absurd ist kommen wir um ein bisschen ironischen Unterton hier nicht herum.

Pandemie Maßnahmen zerstören Gesellschaften: Als das Coronavirus von Wuhan aus auf seinen Feldzug gegen die Welt ging, wurde natürlich auch Japan davon getroffen, bekam die Infektionszahlen aber ganz gut unter Kontrolle. Der Preis dafür sind zerstörte Biographien ohne Ende, sind Angst und Depressionen und Wirtschaftskrisen, die erst noch bevorstehen – aber hinter einer Maske zu leben ist zwischen Tokio und Osaka schon länger normal und angesichts solcher Verhältnisse erscheint es mehr als normal, wenn gerade junge Leute ein gut verträgliches, entspannendes Genussmittel wie eben Cannabis verwenden. Bier wie in Bayern und Japan gepriesen macht krank und dumm und die Jagd auf Hanfkonsumenten ist bei uns wie in Fernost am Ende genauso absurd inkompetent wie endlose Lockdowns und die Reduktion der Bürger zu Insekten.