Cannabis Rennpferde

Lohnt sich Cannabis für Rennpferde? Wie wirkt rauscharmer Hanf bei den Vierbeinern auf der Weide und Rennbahn und worauf müssen Reiter achten? (Bild von Babil Kulesi auf Pixabay).

Pferde sind für viele Menschen das liebste Tier und dabei geht’s nicht gleich um die sprintende Version auf der Rennbahn. Nun gehört der Gaul aber auch zu den recht nervösen tierischen Begleitern und beim echten Wettkampf vor dem Glockenschlag zum Start drehen selbst Profis mit vier Hufen manchmal durch, was möglicherweise den Einsatz von Hanf rechtfertigt. So jedenfalls der Tenor in so mancher Studie, die gerade zu Cannabis für Rennpferde veröffentlicht wird. Für Hund und Katze ist das rauscharme Cannabidiol schon recht umfassend getestet, akzeptiert, als Therapie im Einsatz – kommt nun auch CBD zunehmend auf dem Reiterhof ins Futter für Schimmel und Rappen?

Nutzhanf macht den Weg frei für Pferde

Zumindest in den USA ist die industriell genutzte Hanfpflanze in aller Munde und wächst auf immer mehr Feldern legal, was die Herstellung von Cannabidiol zu einem boomenden Wirtschaftszweig gemacht hat. Beruhigend, hilfreich bei Entzündungen – das rauscharme Cannabis wurde in den letzten Jahren schnell ausprobiert in der Veterinärmedizin und bei einigen Haustieren lohnt sich das auch in der Anwendung. Stress und Schmerz und aufgeriebene Gelenke, das kennen Pferde noch viel mehr als wir Menschen nach einem harten Ritt und Wettkampf. Hier haben Forscher aus Texas genauer nachgeschaut, dort gibt’s bekanntlich auch eine Menge Rösser, die nun dank der Gesetzesänderung beim Nutzhanf zunehmend in den Genuss kommen einer Versorgung mit geeigneter Marihuana Medizin.

Wie viel Cannabis verträgt ein Rennpferd?

Die Dosierung ist natürlich entscheidend, denn niemand möchte aus dem Sattel fliegen oder das Pferd einschlafen sehen vor dem Startschuss. Die Wissenschaftler an der Tarleton State University testet daher vor allem CBD-Öl und verzehrbare Pellets, schaut sich im Anschluss die Blutwerte der Rösser an, deren Reaktionen und

  • dokumentiert die Herzfrequenz,
  • misst den Kortison-Level und Anzeichen von Entzündungen,
  • untersucht mögliche Verhaltensauffälligkeiten wie Ängste oder besonderen Stress.

Pferde können wir schlecht befragen, aber diese edlen Tiere erkennen sich bekanntlich selbst im Spiegel, sind also recht schlau und die Forscher spüren hier einer Behandlung mit Cannabis genau nach. Die wichtigsten Erkenntnisse sollen in wenigen Monaten schon veröffentlicht sein, aber schon jetzt zeigt man sich sehr positiv gestimmt, offenbar gibt’s keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen.

Im Rennsport ist Hanf noch nicht erlaubt

Und da hat die amerikanische Pferdesportvereinigung auch ein gutes Argument: Wird ein Ross behandelt mit Cannabidiol, dann sinkt dessen Angstgefühl und es könnte auf der Rennbahn ohne Rücksicht lospreschen – ein Wettbewerbsvorteil? Die Züchter und Reiter engagieren sich hier aber für Regeländerungen, etwa damit Nutzhanf dem Futter beigemischt werden darf, zumal die üblichen Medikamente zur Beruhigung eben nicht so ganz beliebten Risiken aufweisen. Wenn die Wissenschaftler etwa in Texas hier nun den Nachweis erbringen, wie der CBD-Hanf schonend hilft und die chemische Keule in Form der üblichen Sedativa ersetzen kann, dann wäre das ein großer Fortschritt hin zu einer Akzeptanz dieses für Säugetiere ganz offensichtlich so hilfreichen Medizin.

Forschungsgelder zum Cannabis stehen bereit: Selbst der bei Haschisch und Marihuana Konsum wenig erbauliche US-Präsident Donald Trump hat in einem jüngsten Entwurf für den Bundesetat immerhin eine halbe Million Dollar vorgesehen für weitere Untersuchungen von Cannabis für Tiere, damit dort eine belastbare Sicherheit formuliert werden kann bei entsprechenden Produkten! Da hilft es natürlich, wenn auch die Reiter selbst den rauscharmen Hanf verwenden, von den beanspruchten Knöcheln im Steighalter bis zum wundgescheuerten Hintern im Sattel gibt’s im Pferdesport auch für die Menschen eine Menge Verwendungsmöglichkeiten von CBD als Medizin.