Cannabis und die Jamaika KoalitionNomen est omen? Bekanntlich wird die neue Koalition im Landtag von Kiel und damit Schleswig – Holstein aus CDU, FDP und Grünen bestehen und dafür verwenden Medien wie Beobachter gerne den Namen Jamaika. Nun ist diese Insel in der Karibik quasi ein Synonym für Kiffen, für Haschisch und Marihuana und aktuelle Berichte zeigen dann auch, dass möglicherweise von diesem Bundesland aus neue Initiativen hin zu einer weitergehenden Liberalisierung von Cannabis entstehen könnten.

Cannabis und die Jamaika Koalition: Modellprojekte im Fokus

Vor wenigen Tagen wurde die Ehe für alle Paare beschlossen und warum sollte hier nicht auch Cannabis endlich den soziokulturellen Fortschritt erleben, der bei Schwulen, Lesben und anderen Geschlechtern schon in Gesetzesform gegossen werden soll? Die Stimmung in der Bevölkerung ist dem Hanf gegenüber nicht mehr so feindlich wie vor Jahren, was auch an der nachlassenden Propaganda etwa von der CSU liegen mag, diese dringen mit ihren Verschwörungen in puncto Cannabis einfach nicht mehr durch. Modellprojekt heißt das neue Zauberwort, wenn es um Weed geht, und Städte wie Berlin und Düsseldorf sowie einige namhafte Universitäten nehmen sich dem Thema an.

Grüne Heuchler oder Realpolitiker?

Nun wird berichtet, dass die Grünen besonders viel Druck gemacht haben sollen hinsichtlich einer geplanten Abgabe von Cannabis an Erwachsene und es ist denkbar, dass sich diese Initiative dann auch konkret in Schleswig – Holstein in einer flächendeckenden Entkriminalisierung zeigt. Der Koalitionspartner FDP ist ohnehin dafür und die CDU in Kiel wird von Leuten geführt, die nicht wie in Bayern oder Sachsen ausschließlich der Bierflasche den Vorzug geben. Allerdings saßen die Grünen auch 5 Jahre mehr oder minder nutzlos herum in einer Koalition mit der SPD in Nordrhein – Westfalen und auch dort hatte man damals vor den Wahlen großspurig von bevorstehenden Veränderungen getönt. Die Grünen sind ziemliche Heuchler, das ist bekannt, und so wird eine mögliche Verbesserung der Lage wohl vor allem von den Partnern in der Jamaika Koalition abhängen.

Ein Streitpunkt für ein geplantes Modellprojekt zur Abgabe von Hanf an Erwachsene ist der Verkauf selbst: Eignen sich dafür die bekannterweise gierigen Apotheken oder sind Coffeeshops a la Niederlande die bessere Wahl? Auch der Verbraucherschutz und die Suchtberatung werden in die Beratungen der Politik im Norden mit einbezogen, schließlich sollen Kinder und Jugendliche auf keinen Fall mit Cannabis in Berührung kommen. Prävention spielt gleichfalls eine Rolle. Experten jedenfalls sehen angesichts dieser Bündelung von Kompetenzen und bei einer entsprechenden Vorarbeit keinen Grund dafür, dass ein solches Modellprojekt scheitern sollten und wir Kiffer sollten immer mal verfolgen, was es zum Thema Haschisch und Marihuana aus Jamaika respektive Schleswig – Holstein Neues gibt.

Gegner der Freigabe: Erwartungsgemäß stellt sich die Gewerkschaft der Polizei gegen die Pläne und das wie so oft aus purem Eigennutz! Die Statistik der Gesetzeshüter wird immer wieder geschönt, indem man Cannabis Vergehen mit hineinzählt und dann behaupten die Cops, angesichts solcher Zahlen brauche es am besten noch mehr Polizei. Manche Beamte haben sich quasi eingerichtet in der gezielten Verfolgung von Kiffern und es ist nachvollziehbar, wenn auch nicht akzeptabel, dass hier intensive Lobbyarbeit gegen den Hanf betrieben wird. Allerdings dürften die Polizisten kaum eine gesellschaftliche Entwicklung aufhalten, das ist so ähnlich wie mit der Homo – Ehe und der Kirche.