Cannabis in einer Hofladen BoxGrundsätzlich klingt das nach einer richtig coolen Geschäftsidee: In der Schweiz wurden jetzt ein paar Minderjährige erwischt und des Drogenhandels beschuldigt, weil diese Banausen tatsächlich Cannabis in einer Hofladen Box eingebracht und verkauft hatten! Solche Boxen ähneln der in Deutschland als Kasse des Vertrauens genannten Verkaufskäfige, in denen verschiedene Waren gegen Gebühren zum Verkauf stehen. Die Käfige lassen sich ungesichert öffnen, das Geld wird hinterlegt und die Produkte können sofort mitgenommen werden.

Was der Bauer anbaut…

Das wird oft in solchen Boxen verkauft, in der Schweiz jedenfalls ist das gängige Geschäftspraxis. Vom Apfel über Brot bis hin zu frischem Gemüse findet man gerade im ländlichen Raum überall Hofladen Boxen und das ist auch sehr beliebt. Das schauten sich die Beschuldigten mit Interesse an und installierten ähnliche Schubfächer mit Haschisch und Marihuana. Die Kunden griffen zu und offenbar wurde auch die Bezahlung für den Hanf stets verlässlich und in geforderter Höhe geleistet. Meistens freilich kauften Jugendliche ein und das zumindest ist bedenklich, sollte doch nach Auffassung von Experten und den allermeisten Kiffern das Cannabis eigentlich nur für Volljährige zur Verfügung stehen.

Mehrere Kilo Gras verkauft

Eine ganze Weile jedenfalls lief das ganz gut bis die Polizei dahinterkam und einschritt. Ein großer Fahndungserfolg, zweifellos, schließlich waren die „Dealer“ allesamt unter 18 Jahre und die Gesetzeshüter können sich rühmen, statt dem organisierten Verbrechen mit harten Drogen, Prostituierten und Waffenhandel endlich mal wieder ein paar gefährliche Kiffer geschnappt zu haben. Die Kommentare jedenfalls zu diesem Husarenstück, veröffentlicht in den Schweizer Zeitungen, reichen von Ironie bis hin zu blankem Zynismus und wenn sich die Eidgenossen endlich mal auf eine verlässliche, nachvollziehbare Cannabis Gesetzgebung einigen würden, dann hätte das Hofladen System gar nicht gebraucht werden müssen.

Bei einer Hanf Freigabe ist das aber durchaus einen Blick wert. Man könnte beispielsweise ähnlich wie beim Zigarettenautomaten eine Altersprüfung via Führerschein oder Ausweis einführen und jeder Kiffer käme auch in der Nacht oder am Wochenende problemlos an den begehrten Stoff. Bis das jedoch tatsächlich auf die Agenda kommt, dürfte noch viel Gletscherwasser von den Alpen hinabfließen.