Zugang zu Cannabismedizin

In der Schweiz können Patienten Cannabis nun direkt vom Arzt verschrieben bekommen und brauchen dazu keinen Antrag bei Behörden stellen – ist das der Anfang einer umfassenden Hanf Freigabe? (Bild von Heidelbergerin auf Pixabay)

Die Schweiz ist neutral und bei vielen Fragen der direkten Demokratie verpflichtet, was dann auch beim Thema Cannabis zu einer etwas liberaleren Herangehensweise führt im Vergleich etwa zu Deutschland. Auch Hanfmedizin ist bei den Eidgenossen schon länger legal und das Problem liegt hierbei vor allem in der Verfügbarkeit durch Patienten – die Zugangsvoraussetzungen für ein Cannabis Rezept waren bis dato absurd hoch. Die Politik wird diesbezüglich nun tätig und wer Haschisch und Marihuana vom Arzt möchte, der soll es nun in der Schweiz auch viel leichter bekommen.

Schweizer Regierung kümmert sich um Hanfpatienten

In Deutschland ist das Gras in den Apotheken meistens ausverkauft und viele Mediziner halten sich an die Weisung, den Patienten lieber teure und mit starken Nebenwirkungen versehene Präparate aus der chemischen Pharmaküche als Cannabis zu empfehlen – doch die Schweiz ist mehr um das Wohl der Leute im Land bemüht und arbeitet bei der Hanfmedizin an wichtigen Veränderungen. Derzeit müssen die Kranken tatsächlich selbst noch um einen Bescheid schreiben an das Gesundheitsministerium, viel idiotische Bürokratie also, doch von nun an ist es den Ärzten überlassen, ein Rezept schnell und unkompliziert auszustellen.

Europa wird grün: Natürlich sind die Niederlande schon lange ein Hotspot für Kiffer mit den Coffee Shops, doch auch in Portugal und Spanien ist die Entkriminalisierung faktisch vorhanden, in Deutschland gibt’s Hanf auf Rezept, wenn auch mit etwas Winden und Verbiegen und das gilt mittlerweile auch in Polen, der Tschechei, in Dänemark und sogar auf den britischen Inseln, die freilich wohl bald nicht mehr zur EU gehören dürften.

Hanf auf Rezept in der Schweiz in der Praxis

Im vergangenen Jahr haben gut 3000 Patienten die erwähnte Erlaubnis auf Antrag zum Erhalt von Cannabis bekommen. Hier wird nun massiv vereinfacht und der Gesetzgeber überlegt bereits, wie die Aufzucht und Ernte von Haschisch und Marihuana in der Schweiz machbar wären, etwa im Rahmen einer Hanfagentur, die das Ganze überwacht und kontrolliert. Es wird sich in der Regierung über die miese Forschungslage bei Cannabis beschwert – diese Krokodilstränen übersehen wir mal freundlich, denn zum einen ist diese Unbedarftheit in der Cannabis Wissenschaft politisch immer beabsichtigt, zum anderen gibt es viele tausend Studien etwa aus Übersee.

Kommt die Cannabis Legalisierung früher als gedacht?

Im Gespräch ist auch eine Erlaubnis für den Anbau von Hanf. Auch die Gemeinden selbst könnten mehr Rechte bekommen etwa für Ausgabestellen rund um THC-Produkte, was im weitesten Sinne so ähnlich funktioniert bei der Ausgabe von Heroin und sauberen Spritzen für süchtige Junkies. Cannabis wird allerdings dann verkauft, nicht einfach verschenkt, denn Kiffer sind keine abhängigen Leute, sondern stehen in der Regel auch als Patienten mit Zipperlein voll im Leben. Eine überfällige Maßnahme, zweifellos, und wer Cannabis mag und gerne nutzt, der sollte die aktuelle Entwicklung in der Schweiz im Auge behalten.