Führerscheinentzug bei zu hohem THC-Wert

Obwohl die Schweiz beim Cannabis etwas liberaler aufgestellt ist, droht selbst Hanfpatienten der Entzug der Fahrerlaubnis, wenn Polizei und Justiz THC-Grenzwerte im Blut für zu hoch halten. (Bild von Pexels auf Pixabay)

Immer wieder geht’s beim Cannabis auch um den Führerschein und selbst wenn die allgemeine Legalisierung samt neuer Drogentests und Grenzwerte beim THC voranschreitet – es gibt auch immer mal wieder Rückschläge, wie jetzt in der Schweiz zu besichtigen. Dort hat gerade das Bundesgericht einem Kanton Recht gegeben, der einer Hanfpatienten die Fahrerlaubnis wegnehmen will – trotz Ausnahmegenehmigung vom Bundesamt für Gesundheit! Was ist das los bei den Eidgenossen?

Der übliche Drogentest für Verkehrsteilnehmer

Eine Dame aus Solothurn war mit dem Auto unterwegs, als sie in eine Verkehrskontrolle geriet. Die Cops rochen verdächtigen Duft im Fahrzeug, tippten auf Cannabis, lagen richtig – und griffen erbarmungslos zu. Auch soll die Patientin bekifft gewirkt haben – was auch immer das heißen mag! Torkeln? Lallen? Beleidigungen der Ordnungshüter? Keine Ahnung, aber der Test fiel positiv aus auf Hanf und so würde der Führerschein eingezogen. Ein Joint, wie böse, wurde auch noch gefunden. Bei der Blutabnahme im Krankenhaus wurde festgestellt, dass der Grenzwert beim THC von 1,5 bei dieser Dame um das mehr als Vierfache überschritten ist, soweit so gut.

Wenn sich Hanfpatienten gegen Willkür wehren…

…dann ist längst nicht immer ein faires Verfahren garantiert! In der Schweiz zog die Dame bis vor das Bundesgericht und forderte die Rückgabe sowohl der Fahrerlaubnis wie auch die Unterlassung der verkehrstechnischen Untersuchung, bei uns besser als Idiotentest bekannt. Sie gab an, dass sie das Auto immer anständig führen würde, zudem sei der Joint vom kiffenden Sohn und es liegt auch eine ärztliche Verschreibung vor, nach der sie Cannabis-Öl gegen chronische Schmerzen konsumieren darf. Das hat sogar der Hausarzt in einem Gutachten bestätigt!

Das Bundesgericht jedoch fixierte sich auf den hohen Wert an THC im Blut und hält die Fahrtüchtigkeit für nicht gegeben, Punkt. Auch hätten die Beamten rote Augen gesehen und die Frau habe müde gewirkt, was schon ziemlich konstruiert klingt! Obwohl die Eidgenossen derzeit intensiv über eine Cannabis Legalisierung bis in die höchsten Kreise und Kommissionen hinein diskutieren – beim Thema Kiffen und Führerschein ist immer noch die ganz alte Gängelei in der Schweiz am Start.