Ärztin - Symbolfoto

Ist es sinnvoll oder gar gefährlich, Cannabis vor oder nach einer Operation zu konsumieren?

Einige unserer Leser haben schon die eine oder andere Operation über sich ergehen lassen und THC.Guide möchte dazu mal das Thema Cannabis besser beleuchten. Immerhin wirkt Hanf schmerzlindernd und wer die Pein kennt etwa nach der Knie-OP, der dürfte den helfenden Joint gerade heute als legale Medizin kaum mehr ablehnen. Auch dient Cannabis etwa als Ausstiegsdroge bei schweren Abhängigkeiten zum Beispiel von Heroin, das ist ebenso mit starken Schmerzen und seelischen Herausforderungen verbunden. Natürlich solltet Ihr immer zusätzlich den Doktor fragen zur Nachsorge bei der Operation, aber ein paar grundsätzliche Dinge sind rund um den Hanf wirklich bemerkenswert bei diesem Thema.

Kiffen und Cannabis vor der Operation

Logischerweise gibt’s hierzu sehr wenige Studien. Jahrzehnte der Jagd auf Cannabis und Kiffer haben ihre Spuren hinterlassen und es ist eine Menge Forschungsarbeit zu leisten. Und es ist fast unmöglich, sich einen Joint vor der OP reinzuziehen – wenn wir uns an die Vorgaben der Ärzte halten. Es gibt ja auch Regeln im Krankenhaus! Wer in den Stunden vor einem ambulanten Eingriff kifft, dürfte auch wieder klar sein zur Operation, denn Hanf wirkt nicht so lange wie es vielleicht immer noch einige Leute denken. Eine Option sind hier Speisen und Getränke mit Cannabis, doch meistens darf nichts verzehrt werden, häufig bis zu acht Stunden und länger vor dem Eingriff.

Wichtig ist jedoch den Anästhesisten zu informieren! Diese Ärzte sind keine Polizisten, keine Sorge, aber Dauerkonsum von Haschisch und Marihuana oder eben der Joint noch vor der OP, das sollten diese Fachmediziner wissen, um die Narkose im Zweifelsfall anpassen zu können. Und diese Betäubung ist bekanntlich ein wilder chemischer Cocktail, der sehr wohl mit Cannabis interagieren kann – Kiffen vor einer Operation ist deshalb nicht empfehlenswert.

Kiffen und Cannabis nach der Operation?

Wer eine OP am Herzen hatte oder an der Lunge, der wird natürlich erstmal keinen Hanf rauchen. Es gibt aber in den USA schon Ärzte, die erforschen sehr zielgerichtet das Endocannabinoid-System unserer Körper und hier sind vielversprechende Ansätze publiziert in der Wissenschaft, nach denen Cannabis helfen kann beim Verzicht auf die berühmt-berüchtigten Schmerzmittel nach der Operation. Da gibt’s meistens starke Opiate und nach wenigen Wochen können Patienten hier eine Abhängigkeit entwickeln – die Opioid Krise in den Vereinigten Staaten hat ihre Ursache im Missbrauch von Schmerzmitteln!

Hanf ist hier wahrscheinlich eine gute Option, wenn auch als Essen oder im Getränk und nicht als brennbares Marihuana. Sehr gut möglich, dass Cannabis schon bald bei entsprechender Forschung als Therapeutikum zum Einsatz kommt nach der Operation, vor allem im Bereich Schmerzbekämpfung und als Alternative respektive Ergänzung zu den erwähnten Opiaten. Noch ist die Wissenschaft sich nicht klar und die vielen positiven wie negativen Berichte etwa im Internet sind individuell, also nicht empirisch mit Daten belastbar. Wenn Euch also eine Operation bevorsteht, dann sprecht mit dem Arzt über Cannabis und probiert es wenn gewünscht selbst aus, alles Weitere wird uns in nächster Zeit dann die Forschung genauer erklären.