Esken SPD kiffen

Saskia Esken von der SPD hat kein Problem mit dem Kiffen und unterstellt vielen Politikern, sie würden den eigenen Hanfkonsum verleugnen (Bild von fsHH auf Pixabay).

Die Chefin der Sozialdemokraten fällt öfters mal auf durch Querdenken und was einige blasierte Beobachter als fehlende Erfahrung bloßstellen wollen, ist nicht selten der Wunsch nach einer ehrlichen Debatte. In einem aktuellen Interview bekennt sich Sonia Esken von der SPD zum Kiffen, fordert eine Legalisierung beim Cannabis und hält den meisten Kollegen bei diesem Thema Heuchelei vor. So würden Politiker Joints rauchen und Haschkekse essen, das aber vor dem Wähler verschweigen wie ja jüngst der Oberheuchler Steinmeier im Urlaub ebenfalls ohne Maske und Abstand gesichtet wurde. Esken ist mit ihrer Direktheit zwar nicht immer korrekt, legt den Finger aber in die Wunde und bei der Drogenpolitik in Deutschland braucht es dringend frische, klare und vor allem realistisch-faire Ansätze jenseits vom Bierkult, den die CDU/CSU zelebriert.

Cannabis: Ein Unding in der Debatte deutscher Drogenpolitik?

So ungefähr können wir das bezeichnen, wenn einmal unzählige Studien die Popularität, Verbreitung und Wirksamkeit von Cannabis als Medizin und Genussmittel nachweisen – zugleich aber die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig das schiere Gegenteil behauptet! Sie schwätzt von großen Gefahren, droht mit dem Untergang wegen Hanf, preist zugleich aber die Alkoholkonzerne aus Bayern. Sonia Esken von der SPD nun ist nicht so tief verstrickt wie die CSU-Politikerin, muss weder mit dem süffisanten Markus Söder kungeln noch in der bayrischen Provinz mit Dirndl rumlaufen. Also hat sie mehr Mut beziehungsweise Realismus und bringt das auch beim Cannabis zum Ausdruck. Die „Bunte“ stellt direkt die Frage nach dem Kiffen und Esken antwortet:

„Natürlich – wie viele andere auch. Wer anderes sagt, lügt oft.“ 

Man stelle sich vor, die Ludwig von der CSU bekäme diese Frage gern auch ironisch gestellt! Sie würde wahrscheinlich bierernst die Gefahren und Risiken von Cannabis beschwören, sich davor verwahren wie der Teufel vor dem bayrischen Weihwasser aus dem Maßkrug und ein großes Drama aufführen über die Verbreitung von Hanf in Deutschland. Esken hingegen sagt einfach ja, wohlwissend, dass hierzulande Millionen Leute lieber Joint und Vaporizer verwenden als Weinglas und Schnapsflasche. Diese Normalität ist erfrischend und gefällt sicher auch dem Wähler, dem die bräsig-arrogante Ignoranz der Machtpartei CDU/CSU in wirklichen alle soziokulturellen Zukunftsfragen schon seit Jahren auf die Nerven geht.

Wird die SPD das Cannabis legalisieren – mit einem Kanzler Olaf Scholz?

Der Scholzomat aus Hamburg ist ja gerade nominiert worden als Kanzlerkandidat, ist aber persönlich kein besonders großer Freund von einer vernünftigen Hanfpolitik. Zu tun hat das mit der extrem engen, fast jahrzehntelangen Verquickung mit dem System Merkel, das korrumpiert und wahlweise zum Nichthandeln wie bei der CDU Angela auffordert oder eben zur totalen Ablehnung wie bei der CSU Daniela. Scholz hat aber mit Esken und Norbert-Walter Borjans Leute hinter sich, die sehr offensiv pro Cannabis argumentieren, endlich Veränderungen wollen und so dürfte der Olaf im Kanzleramt wahrscheinlich für den Hanf legal stimmen. Aber ob die SPD regieren wird? Das ist eine ganz andere Frage und wenn Cannabiskonsumenten und Graspatienten derzeit auf diese Partei schauen, dann sehen sie auch echte Freaks mit dem Drang nach Macht und Verantwortung.

Karl Lauterbach und die Cannabis Entkriminalisierung: Ein Beispiel dafür ist dieser Politiker, der kein Salz isst, FFP-3 Masken mit Filter, Schlauch und Sauerstoff im Alltag fordert, dazu die Schulen bis auf Weiteres und das kulturelle Leben dauerhaft schließen will – solche Schreckensszenarien gehören auch zum Weltbild der SPD in diesen Tagen und wer Esken wählen möchte beim Hanf, bekommt am Ende Lauterbach als Gesundheitsminister! Dieser strebt das Leben unter einer perfekt überwachten Käseglocke an, spricht beim Thema Haschisch und Marihuana weiter von der völlig nutzlosen Entkriminalisierung. Wie soll jemand Gras konsumieren, ohne es sich legal besorgen oder anbauen zu dürfen? Jede Meldung von den Sozialdemokraten, die beim Cannabis hoffnungsfroh stimmen mag, kommt deshalb mit einer Prise Risiko daher und doch schätzen wir den neuen Realismus rund um das Kiffen, das nun wirklich außer im tiefsten Bayern für die allermeisten Menschen im Land kein Problem mehr darstellt.