Cannabis GroßbritannienIn diesen Tagen werden die britischen Inseln von einer ganzen Reihe von Problemen geplagt, das Land liegt unter Feuer von Terroristen, wird regiert von einem etwas wirr agierenden Pudel und nun brennen auch noch die Hochhäuser in London! Da passt es ganz gut, dass Großbritannien wenigstens beim Thema Cannabis einige positive Nachrichten vorweisen kann und wer weiß, vielleicht retten Haschisch und Marihuana ja auch die einstige Weltmacht nach dem Brexit und dieser Premierministerin?

Politischer Druck und knappe Kassen

So wurde es vor wenigen Wochen auch hier bei uns berichtet, dass die Liberaldemokraten in England ordentlich Druck machen hinsichtlich einer Legalisierung von Hanf, auch und gerade mit Hinsicht auf den Brexit. Es ist eine Binsenweisheit, dass UK fast nichts produziert außer Finanzdienstleistungen und im Moment gibt es keinen Grund, an eine sonderlich rosige Zukunft zu glauben. Cannabis könnte hier helfen, doch dazu müsste geforscht werden, müsste man den Anbau einfacher gestalten und überhaupt bräuchte es Konzept, um aus dieser mit Sicherheit in den nächsten Jahren erwachsenden Weed Industrie Kapital zu schlagen.

So dürfte dann vor allem eine Zahl für Teresa May bei der durch die Liberaldemokraten angestoßenen Diskussion interessant klingen: Schätzungen zufolge könnte legales Cannabis in Großbritannien um die 1 Milliarde Pfund in die Kassen spülen, über Steuern und entsprechende Abgaben für Konsumenten und Verkäufer. Die Briten brauchen Geld, für alte EU Rechnungen und neue, unkalkulierbare Risiken und da wäre der Handel mit Haschisch und Marihuana sicher eine gute Möglichkeit.

Die Wissenschaft als Hoffnungsträger

Bis auf weiteres bleiben das aber die grünen Träume der Liberalen, es gibt weder einen Plan noch konkrete Überlegungen von Seiten der neuen Koalition aus Konservativen und (!) Nordiren für eine Legalisierung von Cannabis. So müht sich dann eben die Forschung auf eigene Kosten ab und jüngst gab es positive Nachrichten vom Unternehmen Medipen. Diese Firma verkauft nicht nur den immer beliebteren Vaporizer, vor allem zum Gebrauch von CBD Cannabis, sondern im Moment handelt man gerade auch eine Konzession aus, um Hanf importieren und untersuchen zu dürfen. Daraus soll in der Summe eine Forschungseinrichtung werden.

Medipen hat übrigens auch E-Zigaretten im Angebot und will sich nun verstärkt um Cannabis als Medizin kümmern. Als Ziele genannt werden unter anderem eine Reduzierung der Nebenwirkungen einer Chemotherapie mittels Hanf, auch der konkrete Kampf gegen den Krebs wird vom Unternehmen als wichtige Herausforderung betrachtet. Nun ist das englische Unternehmen hier vielleicht ein wenig spät, möchte der beobachtende Kiffer sagen, doch Medipen möchte gern als Pionier der wirklich relevanten Menschenversuche zum Thema Cannabis etwas beitragen! Da müssen wir natürlich erstmal abwarten, was herauskommt, aber offenbar halten selbst die Tabakkonzerne den Hanf für ein Geschäft der Zukunft. Wie sonst sollte man erklären, dass sich selbst Imperial Brands als englische Hersteller für Zigaretten neulich Experten an Bord holte, die direkt aus dem Cannabis Business stammen?