THCP Cannabis

Wir schauen uns mit dem frischen Cannabinoid THCP die Wirkstruktur innerhalb vom Cannabis an und checken mögliche therapeutische Verwendungen (Bild von MasterTux auf Pixabay).

In letzter Zeit berichten wir häufig über neue, spannende Cannabinoide. Bekanntlich sind CBD als körperaktives Cannabidiol und THC als berauschender Bestandteil der Hanfpflanze schon lange Klassiker und helfen heute den Menschen als Medizin, Wellness-Produkt oder eben als Rauschmittel zur Entspannung. Doch die Wissenschaft außer in Deutschland schläft nicht und findet beständig neue Cannabinoide im Hanf, von denen wir uns heute mal das THCP Cannabis ansehen wollen. Ausgeschrieben heißt das dann Tetrahydrocannabiphorol, ziemlich sperrig also, aber diese chemische Verbindung hat es in sich! Leider ist die Rechtslage selbst in den USA noch nicht ideal, was eine Erforschung der bis dato mehr als 150 bekannten Cannabinoide etwas behindert, doch mit spezieller Analysetechnik und der Spektrometrie lässt sich vieles schon jetzt herausfinden und verstehen. Was also kann THCP Cannabis, von dem einige Experten schon als neuer Wunderwaffe im Hanf reden?

Chemische Verbindungen ausweiten?

Zusammengefasst ist dies die Herangehensweise bei der Erforschung vom bloßen THC. Die neu entdeckte chemische Struktur von THCP Cannabis weist einige Besonderheiten auf, schließlich können alle bisher untersuchten Cannabinoide nur bis zu fünf Bindungen eingehen – der frische Knaller aus dem Labor hat jedoch bis zu sieben solche Konnektoren. Wir kennen die lang- und kurzkettigen Strukturen aus der Schule und dem Unterricht zur organischen Chemie, was offenbar direkten Einfluss hat auf die Effekte. Das THC als Ausgangspunkt bindet an den CB1-Rezeptoren unseres Körpers und diese Aktivierung des körpereigenen Endocannabinoid-Sytems (ECS) führt zu den bekannten Empfindungen beim Kiffen oder der Einnahme von Hanfmedizin.

Hier wird übrigens der Unterschied von Cannabis zum Alkohol deutlich, der gerade in der deutschen Drogenpolitik gepriesen und verehrt wird, während Haschisch und Marihuana als teuflisch gelten. Alkohol vergiftet schlichtweg den Organismus und das bedeutet den Rausch, während Cannabis lediglich ein körpereigenes System aktiviert!  

Das THC braucht mindestens drei Kanäle für die Verbindung, die sich steigern kann und dann im Laufe der Wirkung wieder absinkt. Und unser neu entdecktes THCP ist so effizient, dass die Bindungen viel zahlreicher auftreten und die Connection mit CB1- Rezeptoren intensiver ausfällt als jemals zuvor gemessen! Entsprechend groß und stark ist die Potenz bei einem Isolat und dessen therapeutische Vorteile könnten enorme Fortschritte bedeuten für die Cannabismedizin.

Verwendungsmöglichkeiten von THCP Cannabis

Ok, das ist noch im Laborstadium und wird untersucht, aber schon in näherer Zukunft könnten etwa Öle oder Speisen mit THCP auf den Markt kommen, zumindest in den USA und Kanada. Diese wirken bis zu 33mal so stark wie klassisches THC! Auch die CB2-Rezeptoren bekommen bei einer Verbindung mit dem mächtigen Cannabinoid einen Push um das bis zu zehnfache und so lassen sich möglicherweise verschiedene Therapien besser steuern. Mikrodosierung ist eine Möglichkeit und es dürften sehr geringe Mengen für eine Wirkung ausreichen, egal ob das neue Gras dann genutzt wird für die Behandlung von Krankheiten oder als Rauschmittel für mutige Kiffer. Zugleich sollten jedoch die Risiken beim Konsum genau untersucht sein, schließlich ist das THCP Cannabis beim Wirkungsprofil so weit weg vom einstigen Hippie-Hanf wie die Milchstraße von der Andromeda Galaxie.