Cannabis Überproduktion in Oregon

Im Legal State Oregon sind gut 450 Tonnen Cannabis zu viel produziert worden – wie geht es weiter und was sind die Ursachen für den überschüssigen Hanf an der amerikanischen Westküste? (Salt Creek Falls, Oregon /Bild von David Mark auf Pixabay)

Wenn die Hanf Wirtschaft auf vollen Touren läuft, dann kommt es wie gerade in Oregon zu beobachten zu Überproduktion – rund 450 Tonnen wurden im wunderschönen Bundesstaat an der Westküste der USA zuletzt verzeichnet. Nun dürfen die Legal States das Gras leider nicht exportieren, nach Deutschland zum Beispiel, wo es noch lange dauert mit dem Anbau und wo in den Apotheken bei gutem Cannabis oft eine Angebotsverknappung besteht.

Cannabis als Rohstoff wie Kaffee oder Reis?

Nun wäre es leicht zu sagen, die gierigen Amis haben mal wieder ohne Plan Hanf angebaut und dabei die tatsächliche Nachfrage ignoriert, aber die Sache ist komplizierter. Cannabis ist in Oregon ein völlig normaler Rohstoff geworden, legal und entsprechend bewirtschaftet und natürlich gibt es dann auch Angebotsspitzen, Überschuss oder auch mal Knappheit. Das können wir bei anderen Agrarrohstoffen von Kaffee bis Weizen beobachten und wer weiß – vielleicht wird Cannabis in ein paar Jahren auch als Grundstoff an der Börse gehandelt, mit einem festen Preis? Zwar ist das eher unwahrscheinlich, weil die Hanfpflanze in allerlei Varianten zur Verfügung steht, aber als Anbauprodukt sind Haschisch und Marihuana zweifellos angekommen in der Landwirtschaft.

Was sind die Ursachen für das Überangebot beim Gras?

Ganz allgemein wird offenbar viel Cannabis produziert, doch die Weitergabe an Dispensaries und Verkaufsläden funktioniert nicht reibungslos. Auch hinkt die Ausstellung neuer Lizenzen mal wieder, dafür sind die trägen Behörden verantwortlich – allerdings wird in Oregon nicht so massiv und vor allem ideologisch verzögert wie in Deutschland, eher ist das die übliche Bräsigkeit in den Ämtern.

Vor drei Jahren legalisierte der Bundesstaat den Hanf und es gab vorher schon eine aktive Cannabiswirtschaft vor Ort, allerdings damals illegal und wie man hört auch sehr engagiert im Export in andere Bundesstaaten. Viele illegal operierende Hanfbauern holten sich die Lizenz, können damit aber eben nicht exportieren – und so stiegen die Lagerbestände schnell an. In Oregon leben gerade mal vier Millionen Leute, das ist zu wenig für die produzierte Menge Gras. Allerdings gibt es Ansätze, möglicherweise über Franchise in mehreren Bundesstaaten anzubauen und Produkte über ein Label zu vertreiben, doch so richtig löst das den Überschuss auch nicht auf.

Pleitegeier kreisen auch über Kommunen

Einige Kommunen in Oregon haben eine Menge Geld investiert in der Hoffnung, mit dem Green Business Cannabis abzuräumen und das hat ja auch funktioniert, doch nun kommt der Markt zum Erliegen. Klassisches Abwürgen eines Booms nennt man das und direkt verantwortlich ist dafür die stumpfsinnige Bundespolitik. Vielleicht können sich die Legal States auch einigen und ignorieren die Anweisungen aus Washington beim Export – immerhin sind Familienbetriebe betroffen und schon geben sich die Investoren aus Kanada die Klinke in die Hand, in der Hoffnung für wenig Geld viel Know How in Oregon einzukaufen.

Das Beispiel zeigt, dass die Legalisierung zwar funktioniert, aber eben Planung braucht und Vorschrift. Wir sind gespannt, was mit dem überschüssigen Gras passiert – auf jeden Fall lohnen sich Kiffer reisen nach Portland und Co, schließlich sind die Preise für Haschisch und Marihuana am Pazifik aufgrund des Überschusses bis auf weiteres ziemlich günstig.