Cannabis Fachgeschäfte

Cannabis Fachgeschäfte im US-Bundesstaat Washington befinden sich oft in der Nachbarschaft von armen Leuten – wo ist der Zusammenhang? (Bild von MoneyforCoffee auf Pixabay).

Voriges Jahr erschien mal eine Untersuchung zu den Dispensaries als Cannabis Fachläden in den USA, genauer gesagt in Colorado, und dabei kam heraus, dass in der Umgebung der Hanf Stores die Grundstückspreise zulegen. Offenbar schätzen viele Leute Cannabis Fachgeschäfte in der Nachbarschaft, doch die Verortung ist nicht immer auch mit hochwertigen Immobilien verbunden. Das zeigt eine neue Studie aus Washington, wo Haschisch und Marihuana offenbar häufig eher in Vierteln zu haben sind, wo arme Leute wohnen – was sind die Ursachen und ist das überhaupt ein Problem in den Städten der Vereinigten Staaten?

Wo darf Gras überhaupt verkauft werden?

Zunächst in den aktuellen Legal States, wo Washington schon eine Weile dazugehört. Dann erheben manche Kommunen Konditionen für die Ansiedelung der Dispensaries und auch Anwohner sind nicht immer begeistert – das Stigma gegen Cannabis, von der Politik jahrzehntelang anerzogen aus ideologischem Interesse und zugunsten der Pharmaindustrie, ist häufig weiter intakt – und demonstrieren, ähnlich wie bei der Windkraft oder der neuen Stromtrasse in Deutschland. Es gibt dann sogar regelrechte Zonen in einigen Gemeinden und wer das ändert möchte zugunsten der Hanf Fachhändler, wird oft noch als mieser Kiffer beschimpft.

Ganz folgerichtig gehen viele Fachgeschäfte eben in eine Nachbarschaft, die sich nicht wehrt, weil Armut und soziale Probleme viel dringlicher sind. Hanf ist ohnehin kein Risiko für die Nachbarschaft, das haben Untersuchungen schon mehrfach gezeigt, aber der Mythos vom kriminellen Cannabisraucher und Dealer hält sich hier und da wie beschrieben. Im Prinzip delegiert die Regierung im Verbund mit Anwohnern und Justiz das Gras hin zu den Problemvierteln, eine ziemlich schändliche Praxis, für die freilich in der Öffentlichkeit das Hanf Business selbst verantwortlich gemacht wird.

Was sind Zoning Regulations in den USA beim Cannabis?

Als Cannabis legal wurde in 2012 im Bundesstaat Washington, da legte die Behörden eine Art Abstandsregelung für die Läden fest, ähnlich wie beim Schnaps. Dieses „Zoning Regulation“ bezieht sich immer wieder auf angeblichen Geruch aus den Geschäften, das könnte die Leute in der Umgebung stören wie eben das Windrad vor dem Haus. Sogar das Outdoor Growing wurde aus diesem Grund untersagt, auch wenn die Cannabis Zucht im Freien umweltfreundlicher ausfällt als der Anbau mit viel Licht unter dem Dach. Das County Spokane ist hier besonders aktiv gegen Haschisch und Marihuana, verbot jüngst auch die Eröffnung neuer Dispensaries.

Kein Gras in der Nähe von öffentlichen Einrichtungen! Meistens liegen Schulen, Kindergärten oder auch Bibliotheken recht zentral, also in guten Vierteln und in deren Umkreis wird der Verkauf von Cannabis nicht erlaubt. Forscher haben genauer hingesehen und die Verteilung von Hanf geographisch abgeglichen mit

  • dem durchschnittlichen Haushaltseinkommen,
  • dem Wert der Immobilien,
  • die örtliche Arbeitslosigkeit und
  • dem Bildungsgrad der Bewohner.

Dieser dann Area Deprivation Index ist eine Art Karte, die Armut und Reichtum anhand von Cannabisgeschäften zeigt in Washington. Klar geht’s auch um Nachfrage nach Gras und um verkäufliche beziehungsweise zur Miete verfügbare Immobilien, aber die erwähnten Gründe sind offensichtlich. Ob sich die lokale Politik darum kümmert oder versucht man in manchen Countys Hanf zu behandeln wie ein Stück Dreck und auch die Konsumenten wie Betreiber – ganz wie in den alten Zeiten des brutalen „War on Drugs“?