USA: Datenschutz und Bundesbehörden im Fokus

Datenschutz und BundesbehördenWelchen Status soll Cannabis bekommen bei den obersten Verbraucherschützern in den USA? Die FDA diskutiert derzeit über CBD, Kiffen und über den Vaporizer und wir sind gespannt, ob sich hier Verbesserungen rund um den Hanf in den USA ergeben. Leider ist aber auch Jeff Sessions in seinem Hass und in seiner Funktion als Justizminister weiterhin aktiv und wir berichten von der Jagd auf Haschisch und Marihuana. Ein zweischneidiges Schwert ist auch die große Datenbank, geplant und strukturiert an der Universität von Philadelphia, wobei wir hier mal das bisher wenig diskutierte Problem von Cannabiskonsum und Datenschutz schauen wollen.

FDA will Cannabis zum Rauchen niemals genehmigen!

Diese Behörde ist in den USA eine Institution: Die FDA (Food and Drug Administration) überwacht und empfiehlt vom Medikament bis zum Softdrink und bietet damit eine ganz gute Kontrolle der Konsumgüter in Amerika. Freilich gehört Kiffen nicht dazu und Cannabis wird laut Aussage der Chefs bei der FDA als Konsumform Rauchen wohl niemals empfohlen. Was steckt dahinter?

Hanf rauchen und Kiffen als Problem

In den USA und auch im bald vollständig legalisierenden Kanada ist Rauchen von Weed auf der Schwarzen Liste: Es drohen die gleichen Gefahren wie beim Tabak und den Konsumenten wird Cannabis als Präparat zum Einnahmen empfohlen. Die Lunge ist besser zu schützen, so die Ansicht der FDA und in einigen Legal States wurde darauf auch Rücksicht genommen bei der Verschreibung von Hanfblüten als Medizin. Konkret wird der Cannabis Vaporizer empfohlen, das Verdampfen von Gras erscheint schonender beim Konsum.

Möglicherweise wird die FDA irgendwann auch Cannabis auf ihren freigegebenen Listen haben. Das medizinische Potential ist nicht zu übersehen und wie kann eine der Gesundheit verpflichtete Bundesbehörde hier auf lange Sicht konsequent den Fortschritt ignorieren? Vor allem beim CBD als wirksamen, nicht-psychoaktiven Cannabinoid sind alsbald Änderungen zu erwarten und das heißt dann mit Sicherheit in ein paar Jahren auch legales Cannabis in den gesamten USA.

Wie Jeff Sessions gegen Cannabis in den USA vorgeht

Noch im letzten Jahr konnte es sich der US-Justizminister nicht verkneifen, ständig miese Witze über Kiffer und über Cannabis zu reißen. Als ausgewiesener Feind von Hanf ist Jeff Sessions aber ohnehin bekannt und das Damoklesschwert vom Eingriff der Bundesbehörden gegen die Legal States mit frei verfügbarem Haschisch und Marihuana hängt weiterhin über der Branche. Die langen Jahre der langsamen, aber stetigen Freigabe unter Barack Obama wurden mit der Übernahme durch die Trump Administration auch beim Cannabis schnell beendet, es kam zur Kündigung verschiedener Ausnahmen. Aber wie konkret gestaltet sich die Jagd auf Kiffer und welche Mittel hat Jeff Sessions für seinen Feldzug, für den er sogar Kalkriesen wie Nancy Reagan mit deren völlig unreflektiertem Puritanismus zitiert? Ein Blick auf die Lage in den USA.

Hanf-Gewerbe vor dem Crackdown?

Ja, es gehen immer noch Leute für Gras in den Knast und das nervt. Zugleich bedeutet der immer wieder angekündigte Crackdown faktisch jedoch gar nichts, zu stark ist die Lobby der Bundesstaaten mit Steuereinnahmen und Regulierungen. Jeff Session ist aber nicht faul und entsandte zum Beispiel Anfang April Bundesagenten zu einer großen Razzia in Kalifornien, bei denen vor allem auch Verbindungen zu kriminellem Geschmeiß in China entdeckt wurden. In Washington wurden Hanfbauern verhaftet, weil keine Lizenz vorlag und erst vor wenigen Tagen machte das Justizministerium mehrere Millionen Dollar locker, um illegale Plantagen in Kalifornien auszurotten.

Freilich: Ein Crackdown sieht anders aus! Sessions versucht vielmehr das Gesicht zu wahren durch punktuelle Aktionen, doch Cannabis legal scheint auch für den alten Feind vom Hanf kaum zu stoppen. Lustigerweise tragen die Razzien zu einer Stärkung des Business bei weil es für legale Hanfbauern cool ist, wenn die illegalen Konkurrenz eingesperrt wird. Hunderttausende Jobs bleiben verfügbar, Steuern werden abgeführt und Persönlichkeitsrechte gewahrt.

Regulierungen und klare Bundesgesetze bei Cannabis

Trotzdem wird die Bundesbehörde und damit das Justizministerium immer weitermachen bis es zu einer in den ganzen USA klar geregelten Vorlage zum Cannabis kommt. Dealerei über Staatsgrenzen hinweg, illegale Plantagen, organisierte Banden – das alles wird sich Sessions kaum bieten lassen und die Gouverneure der Legal States sind darüber sogar glücklich! Die Umsetzung der Gesetze ist enorm wichtig für das legale Gewerbe, hier braucht es natürlich Aktionen gegen illegales Business und viele Kiffer wie Hanfbauern wünschen sich noch mehr! Warum nicht mal Jagd machen auf das Kroppzeug aus Mexiko, das Haschisch und Marihuana ins Land bringt und dabei die heimische Industrie gefährdet? America First auch beim Cannabis?

Jeff Sessions und Donald Trump: Die Berichte von der Chinesen-Mafia sind zudem optimal für Donald Trump, der dann auch schon mal einen Tweet dazu absetzte. Zugleich ist er unzufrieden mit Sessions, der ihn nicht von den Ermittlungen in der Russland-Affäre befreien will und es ist durchaus denkbar, dass Trump den Justizminister alsbald entlässt – auch wenn das die Basis der ultrakonservativen Amerikaner erstmal verschrecken dürfte! Ob sich der Präsident der USA die glänzenden Geschäftszahlen der Cannabis-Unternehmen angeschaut hat und Zweifel daran bekommt, dass Jeff Sessions an dieser Stelle rund um Hanf der richtige Mann ist? Wir sind gespannt!

Universität von Philadelphia mit riesiger Cannabis-Datenbank

Die Thomas-Jefferson-Universität in den Streets of Philadelphia baut gerade eine Datenbank mit bis zu 100.000 Hanfpatienten auf. Die Leute sollen freiwillig teilnehmen und aus den gesamten USA kommen, der Beginn des Projekts ist auf Juli festgelegt. Ziel ist eine Verquickung von Therapiemöglichkeiten und Behandlungsansätzen mit Hanf, was schlussendlich zu einer passgenauen Anwendung von Cannabismedizin für die Patienten führen soll.

Personalisierte Hanfmedizin?

Die Teilnehmer sind dabei aufgerufen den eigenen Hanfkonsum zu dokumentieren und dabei gerade auch Bezug zu nehmen auf die Wirksamkeit von Haschisch und Marihuana bei allerlei Leiden. Es gibt dafür keinerlei finanzielle Vergütung. Im Hintergrund agiert ein Startup namens ioVita, das dann vielleicht auch im Rahmen von Cannabis-Aktien für Euch interessant werden könnte – vorausgesetzt, das Unternehmen geht an die Börse! Forschung am Cannabis ist enorm wichtig für eine weitere Legalisierung in den USA und weltweit, was ja bekanntlich durch Vereinbarungen in der UNO seit fast 60 Jahren gerade bei der Erforschung der Hanfpflanze ungemein schwierig ist. Gut möglich, dass mit der Datenbank alsbald eine konkrete personalisierte Medizin zur Anwendung kommt, mit passgenauen Diagnosen und Therapien für viele Patienten.

Zwischen Datenschutz und Cannabis Legalisierung

Freilich behindert in Amerika auch weiterhin die Gesetzeslage im Bund die Forschung am Cannabis massiv. Zugleich muss wenn überhaupt an Gras geforscht werden, das die Bundesbehörden zur Verfügung stellen – in entsprechend lächerlicher Qualität und damit kaum als Vergleichswert im Labor geeignet! Alternativ greift die Wissenschaft daher zu Umfragen und zur Sammlung von Daten. Das ist prinzipiell positiv, aber auch eine Herausforderung: Der Datenskandal bei Facebook zeigt deutlich, dass online respektive in der Cloud abgelegte Daten zum Hanfkonsum durchaus gehackt und missbraucht werden können und wer möchte schon als Kiffer öffentlich gebrandmarkt werden? Es ist der Universität Philadelphia zu wünschen, dass das Riesenprojekt ein Erfolg wird, doch sollen die Forscher bitte auch auf die Persönlichkeitsrechte der Teilnehmer achten und auf keinen Fall schmutzige Deals eingehen mit Politik, Justiz und der in den USA allgegenwärtigen Pharmalobby.

Bundespolizei in Oregon gegen Cannabis aktiv!

Über diesen pittoresken Bundesstaat mit extrem liberalen Cannabis-Gesetzen haben wir zuletzt häufig berichtet. Dieser Tage nun sind die News aus Oregon nicht ganz so toll, haben sich doch dort die örtlichen Justiziare zu einer verstärkten Jagd auf Kiffer und Dealer entschlossen – obwohl der Hanf eigentlich freigegeben ist! Hintergrund ist die weiterhin nervig sanktionierende Bundespolitik und offenbar hält sich der örtliche Staatsanwalt nun für berechtigt, auf Cannabiskonsumenten einzudreschen.

Die Stunde der Staatsanwälte

Seit der Kündigung einer Ausnahmeregelung im Bund der USA vor einigen Monaten dürfte die Ankündigung der Staatsanwälte in Oregon die erste übergreifende Maßnahme überhaupt darstellen. Es geht dabei vor allem um Grenzübertritte, um die Zuständigkeit des Justizministers also und bisher blieb es zunächst ruhig an dieser Front. Jeff Sessions in Washington überlässt es den örtlichen Staatsanwälten gegen Cannabis vorzugehen, aber so ganz ohne Weisung kommen diese offenbar auch nicht aus. Hintergrund ist die beim THC.Guide berichtete Überproduktion von Cannabis in Oregon und hier fürchten sich Cops und Politiker offenbar vor dem Weiterverkauf des Hanfs über die Staatsgrenzen hinweg.

Jagd auf Dealer und Kiffer?

Die betreffenden Gesetzeshüter beeilen sich jedoch zu betonen, dass man die Rechtslage der Bundesstaaten nicht antasten möchte. Es geht also keine Willkür mehr ohne Ankündigung – zu wichtig ist das Cannabisbusiness und zu stark sind die Interessen und Lobbygruppen der Kiffer in 2018! Auch haben die Staatsanwälte gar nicht das Personal zur Jagd auf Hanfkonsumenten in Oregon, wobei es allerdings auch die Ankündigung gibt, mit beschlagnahmtem Drogengeld gleich mal den Einsatz der Feds bezahlen zu wollen. Auch wünschen sich diese Anti-Hanf Politiker ein Limit bei der Vergabe von Lizenzen beim Anbau und Verkauf von Cannabis, aber ob sich die Bundesbehörden hier durchsetzen können?

Ein Überangebot an Cannabis: Mehr als dreimal so viel wie benötigt wurde produziert an Haschisch und Marihuana in Oregon und es gibt Hinweise, dass in mehr als 30 anderen US-Bundesstaaten das Gras aus Portland auftaucht! Offenbar wird also kräftig gedealt und das möchten die Behörden jetzt stärker bekämpfen. Auch die Kontrolle von Minderjährigen soll verstärkt und die vielen illegalen Labore zur Produktion von Haschischöl ausgehoben werden – Ist das eine Hexenjagd oder realistische Drogenpolitik? 

 

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