UNOVor kurzem hat die UNO mal wieder ihren Drogenbericht für das vergangene Jahr veröffentlicht. Dabei gibt es neben recht interessanten Lagebeschreibungen auch eine Menge Kritik an den Staaten, die eine Legalisierung von Cannabis vorantreiben? Wie kommt das zusammen: Erst in 2017 hatte die WHO zur Entkriminalisierung geraten, eine Organisation der UN also, und jetzt wird der Hanf und seine Freigabe scharf angegriffen?

Die „Experten“ der UN diskutieren über Hanfpolitik

Wer genauer hinschaut in den Ausführungen des International Narcotics Control Board (INCB), der sieht auch die Teilnehmer der entsprechenden Expertenrunde: Es sind alles Leute mit medizinischen Kenntnissen, vor allem aber aus der Pharmaindustrie – und die haben bekanntlich wenig übrig für eine Legalisierung von Haschisch und Marihuana! In Deutschland ist ein Vertreter dieser Lobbyisten, der schillernde Jens Spahn, gerade zum Gesundheitsminister ernannt worden und der dürfte sich der aktuellen Hetze bei der UNO gegen Cannabis sicher anschließen.

Welche Länder werden für legales Cannabis attackiert?

Zunächst einmal natürlich Nordamerika: In den USA gibt es immer mehr Legal States und auch Kanada arbeitet an einer vollständigen Legalisierung ab Sommer 2018, so dass INCB diesen Staaten eine Verletzung von Verträgen aus den 1960er Jahren vorwirft! Damals wurde festgelegt, dass kontrollierte Substanzen, nichts anderes ist die Hanfmedizin auf Rezept, auf jeden Fall limitiert bleiben sollen in der Ausgabe – Cannabis als Genussmittel ist da nicht vorgesehen!

So kriegen selbstverständlich Uruguay als besonders liberales Hanf-Land und dann auch das ewig bekiffte Jamaika ihr Fett weg. Auf der Insel in der Karibik ist Gras zu religiösen Zwecken erlaubt, auch das akzeptiert die UNO nicht. Ein bisschen Heuchelei, oder? Immerhin wird selbst bei terroristischen Organisationen mit abstrusen Weltbildern stets um Toleranz gebeten, aber bei den Rastafaris aus Jamaika ist das offenbar nicht der Fall. Besonders abscheulich ist noch der Hinweis, nach dem eine Legalisierung von Cannabis die Drogenkartelle erst richtig in Schwung bringt – Narco-Terror geht also nicht auf kriminelle Banden zurück, sondern indirekt auf Kiffer und deren Passion für den Joint?

Sind die Vereinten Nationen ein Vorbild oder nur Interessenverbände?

Scharf angegangen wird auch der Hanfanbau durch Privatpersonen. Allerdings ist die Taktik schnell ersichtlich: Es geht der UNO um Legitimation. Immer wieder wird im Bericht auf die Fakten in 2018 verwiesen und auf einen damit einhergehenden Rechtsbruch mit Vereinbaren aus dem Jahre 1961! Anstatt die neuen Realitäten rund um Cannabis anzuerkennen, scheint diese offensichtlich parteiisch agierende Lobbygruppe des INCB sich an Paragraphen festzukrallen, um die eigene Bedeutung und das Recht auf Mitsprache zu sichern. Das freilich dürfte sich zum Rohrkrepierer entwickeln: Wer unwillig ist fair und auf Basis von Fakten zu argumentieren und stattdessen alte Bürokratie bemüht, der geht an der Realität vorbei und es ist gut möglich, dass diesen aktuellen Bericht kaum ein Staat ernsthaft zu Rate zieht, außer vielleicht Singapur, China oder auch wie erwähnt Deutschland in Person des Herrn Spahn.

Antonio Manuel de Oliveira Guterres: Der Chef der UNO ist bekanntlich Portugiese und im Südwesten Europas sind Haschisch und Marihuana zwar nicht legal, werden aber so gut wie nicht mehr bestraft! Obwohl das Land mit dieser Herangehensweise im INCB Bericht auftauchen und kritisiert werden sollte, findet sich nichts. Ein Schelm wer Böses dabei denkt oder gar meint, die ganzen Vereinten Nationen wären ein korrupter Haufen, der schleunigst modernisiert werden sollte.