Cannabis Steuern

Bei der Planung einer Legalisierung von Cannabis überbieten sich Politiker oft in deren Hoffnung auf neue Steuereinnahmen – doch die Höhe solcher Steuern zu projizieren ist extrem kompliziert. (Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay)

In Deutschland ist die Politik extrem gut im Erfinden von Bedrohungen und in der dazu gleich passenden Kreation von Steuern – doch beim Cannabis sind Abgaben und damit eine Legalisierung noch nicht beschlossen. Das liegt natürlich an der Bereitschaft von Merkel und Spahn, die Bürger möglichst massiv zu gefährden beim Kauf von Hanf beim Dealer und dann am besten gleich noch zu bestrafen, wofür eine faire rechtliche Regelung ungeeignet ist. Aber wie funktioniert das überhaupt bei der Planung mit einer Cannabis Steuer in den USA und Kanada und warum lassen sich die Einnahmen durch den Hanf für den Staat nicht so einfach planen, auch wenn die Regierung die Legalisierung gut durchdacht hat?

Abweichende Schätzungen bei Hanf Freigabe normal?

Offenbar: Die Planungen vor der Legalisierung in den Bundesstaaten der USA, die Cannabis für Erwachsene erlauben, treffen in puncto Steuerabgaben in der Regel nicht zu – nach der eigentlichen Freigabe beim Hanf können die Einnahmen viel höher oder eben auch viel niedriger liegen als angedacht! So hat beispielsweise Nevada etwa die Hälfte an Steuern mehr einkassiert als vorgesehen, während es in Kalifornien genau andersherum ist. Auch wachsen die Einnahmen langsamer oder eben schneller als ursprünglich von der Politik angedacht! Liegt das nun an einem Mangel an verwertbaren Daten oder ändert sich das konkrete Konsumverhalten nach der Legalisierung von Cannabis?

Wie funktionieren Haschisch und Marihuana als Genussmittel?

Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Die Politiker können bei einer Freigabe immer nur ungefähr schätzen, wie die Leute konsumieren und nehmen dabei Daten aus einer Zeit, in der das Gras eben nicht erlaubt ist! Dabei fallen logischerweise eine Menge Aspekte unter den Tisch, zum Beispiel:

  • Wie hoch ist die eigentliche Nachfrage bei einem normalisierten Produkt?
  • Welche Arten von Konsumenten gibt es überhaupt?
  • Wie viel sind die Leute bereit auszugeben für ein Genussmittel, das neu auf den Markt kommt?
  • Welchen Einfluss behält der Schwarzmarkt, der zwar reduziert, aber nicht so ganz auszurotten ist?

Je weiter die rechtliche Erlaubnis zum Kiffen fortschreitet, desto mehr Daten stehen zur Verfügung. In Kalifornien hatte sich Hanf legal bekanntlich verzögert, was die Steuer Projektionen durcheinanderbrachte, dazu gehen viele Cannabisbauern und Firmen in die Knie, wenn die Lizenz zum kommerziellen Vertrieb extrem teuer ist wie an der Westküste der USA. Legales Gras ist damit teurer um exakt die staatliche Abgabe – und viele Kunden kaufen dann noch beim Dealer, was die Steuern weiter reduziert.

Die große Vielfalt bei Cannabis Produkten

Auch das ist ein Punkt, denn die Leute konsumieren mal dieses und mal jenes Angebot, egal ob es sich nun um klassisches Marihuana handelt, um Konzentrate oder eben um Cannabis zum Essen und Trinken. Trends kommen dazu und plötzlich sind vielleicht teure Offerten beliebt, die mehr Steuern abwerfen, während die Politik vielleicht einen endlosen Preiskampf als Basis für die Vorausberechnung annimmt. Ein Beispiel ist die Schätzung für Connecticut, wo die Regierung von rund 30 Millionen Dollar Steuern ausgeht, während Analysten eher das Doppelte erwarten!

Ein Problem bei solchen Projektionen wird dabei schnell deutlich: Um Cannabis zu legalisieren, braucht es immer den Verweis auf neue Steuereinnahmen, denn Geld zieht immer! Wenn diese Einnahmen für den Staat dann völlig anders ausfallen, so nagt das eventuell an der Glaubwürdigkeit einer Regierung, welcher die eigene Legitimation noch nicht so vollkommen egal ist wie beispielsweise dem deutschen Finanzminister Olaf dem Scholzomat. Es wäre aber sehr wohl hilfreich und fair, diese Schwierigkeiten beim Schätzen einfach zuzugeben – die Legalisierung von Hanf ist ein gesellschaftliches Projekt, das mehr Freiheit, Recht und Sicherheit bringt und deshalb eben in einigen Bereichen immer wieder verbessert werden muss.