Kiffer CDU

„Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin, nun sind sie halt da“ (Angela Merkel)

Ja, es war ein verantwortlicher Gesundheitsminister aus den Reihen der CDU, durch dessen Anschub im Frühjahr Cannabis als Medizin endlich auch in Deutschland beschlossen wurde, das will niemand bestreiten. Aber deshalb nun ausgerechnet die Konservativen zu Freunden der Hanfpflanze zu erklären, das ginge viel zu weit, ganz im Gegenteil. Zum einen ist die politische Mauschelei mit den Krankenkassen bei der Bezahlung der Cannabis Rezepte nicht zu übersehen, hier haben Gröhe und seine Helfershelfer absichtlich Verwirrung gestiftet, zum anderen jedoch zeigte sich jüngst auch ganz konkret im Bundestag, was die CDU / CSU vom freien, selbstbestimmten und dann eben auf Wunsch auch kiffenden Bürger halten.

Das Cannabiskontrollgesetz im Deutschen Bundestag

Vor wenigen Tagen kam es zur Abstimmung und niemand erwartete ein Durchwinken, zumal das Cannabiskontrollgesetz und damit der Aufruf zu einer Lockerung der Vorschriften von der Opposition eingereicht wurden. Selbstverständlich lehnte die Große Koalition ab, dabei natürlich auch die SPD, deren Hoffnungen auf das Kanzleramt mit dem “ruft-doch-mal-Martin” Schulz zunehmend schwinden und die deshalb ganz offensichtlich an einer Wiederauflage der Zusammenarbeit mit der Union auf Bundesebene interessiert ist.

Allerdings argumentierten zumindest einzelne Abgeordnete der Sozialdemokraten etwas realistischer als noch vor Jahren. Man warf der CDU vor, die Meinungen von Fachleuten und sogar Studien zu ignorieren und stattdessen die Konsumenten in der Illegalität zu belassen, wo es keinerlei Sicherheit für den Konsum und für die Qualität der Produkte gibt. Trotzdem stimmte die SPD nicht für den Vorschlag der Grünen und der Linken, so dass sich für uns Kiffer rechtlich gesehen nichts ändert.

Christliche Heuchler und Fake News bei Haschisch und Marihuana

Wenn dann allerdings ein wenig rhetorisch herumgeeiert wird bei der Bemessung von Eigenbedarf und selbst verstockte Bayern von der CSU das Wort „Geringe Menge“ in den Mund nehmen, dann können wir das schon als Anfang vom Ende der Cannabis Prohibition betrachten. „Spät kommen wir, doch wir kommen“ lässt Schiller den Wallenstein sagen und wenn sich tatsächlich die CSU als besonders zurückgebliebene Version der Konservativen zu einer halbwegs fairen Debatte durchringt, dann ist das eigentlich ein gutes Zeichen. Aber wahrscheinlich handelt es sich um die übliche Heuchelei im Bundestagswahljahr, ein wenig Zucker für die Wähler auf beiden Seiten, das war schon immer die Spezialität der Merkel Parteien.

Zudem wurden mal wieder Cannabis Fake News vom Feinsten produziert und die CDU / CSU schwadronierte von vielen neuen Kiffern im Hanf freundlichen Colorado, was schlichtweg eine Falschmeldung ist. Überhaupt verwenden Politiker in Deutschland und ihre Bediensteten vom Polizeipräsidenten bis zur Drogenbeauftragten gerne Fake News, um ihre Ablehnung von Haschisch und Marihuana zu untermauern, wohlwissend, dass sich der Bürger vorm Fernseher kaum um eine Kontrolle dieser Aussagen bemühen wird. Hier gilt es von Seiten verständigerer Politiker aufzuklären und zu zeigen, dass die Konservativen in Deutschland nun wirklich keine Wahlempfehlung für Kiffer bieten.