Warum Menschen Cannabis konsumieren

Eine neue Untersuchung aus Colorado zeigt, warum Menschen zum Cannabis greifen – medizinische Indikationen stehen weit vor dem Rausch und das gerade auch in den Legal States. (Bild von Hayley Zacha auf Pixabay)

Ok, wir könnten jetzt gleich sagen ohne die neue Studie anzuführen: Natürlich kiffen wir, um berauscht ein paar entspannte Stunden zu genießen und wenn Cannabis legal ist, dann können endlich auch Alkoholabstinenzler ihren Rausch finden ohne kriminelle Aktionen wie Gras kaufen beim Dealer und so weiter. Doch der Konsum von Hanf hat vordergründig für viele Leute noch andere Gründe wie die Untersuchung aus den USA zeigt – dort ist Cannabis legalisiert in immer mehr Bundesstaaten und solche Aspekte werden regelmäßig umfassend analysiert.

Hanfmedizin für guten Schlaf und gegen Schmerzen

Das jedenfalls sind die hauptsächlichen Gründe, warum in Amerika die Menschen in eine Dispensarie gehen und sich Cannabis Produkte von CBD-Öl bis Haschisch und Marihuana kaufen. So wird registriert, dass Hanf bei allerlei Leiden und Krankheiten hilft, dazu die Verwendung von Opiaten reduzieren kann und überhaupt ein gut verträgliches Präparat ist ohne besondere Nebenwirkungen. Zugleich ist es aber auch in den USA nicht so einfach, direkt eine Medical Card für den Bezug von Gras als Medizin zu bekommen. Das hängt vom Doktor ab und wenn da ein bräsiger alter Sack sitzt ohne Verständnis vom Hanf, dann gibt’s oft keine sonderlich umfassende Beratung und Betreuung.

Ein Genussmittel als medizinisches Präparat!

Ganz genauso, denn wo Cannabis neben der Freigabe als Medizin auch als Genussmittel für Erwachsene legal ist, da greifen die Leute quasi zur Selbstmedikation und ersparen sich endlose Bettelei bei vielleicht unverständigen Ärzten. In Deutschland ist das leider nicht möglich, weil die Politik alles gegen Hanfpatienten und deren Bedürfnisse tut und es den Krankenkassen überlässt – das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen – zu werten, ob ein Medikament in Ordnung ist oder nicht. Der Arzt ist damit nur Erfüllungsgehilfe korrupter Gesundheitspolitik, mit aller Macht Cannabis verhindern und stattdessen teure, chemische Präparate zur Verschreibung fordert.

Die Amerikaner sind da freier in ihren Entscheidungen und wie beschrieben sind Hanfprodukte bestens geeignet um Schmerzen, Schlafstörungen und vieles mehr zu kurieren. Befragt wurden in Colorado mehr als 1000 Personen, die gerade im Cannabisgeschäft Dispensarie einkauften. Auch erkundigten sich die Wissenschaftler zum Gesundheitszustand der Menschen, ihren Umgang mit verschreibungspflichtigen Medikamenten und auch wie die Substitution etwa von Painkillern mit Hanf funktioniert.

Mehr als 80% der Befragten nutzen lieber Hanf als die chemische Keule

Beeindruckend: Wenn um die 70% Cannabis als wirksames Schlaf- und Schmerzmittel schätzen und mehr als 80% außerdem weniger Pillen einwerfen, dann ist das eine Erfolgsgeschichte! Die Nebenwirkungen starker Schlafmittel oder gar Opiate sind bekannt, wenn auch offenbar nicht in Deutschland oder besser beim Gesundheitsminister Spahn. In den USA haben die Leute die Wahl und warum sollte man sich schädigen, wenn es eine natürliche Pflanzenmedizin frei verkäuflich und legal gibt gleich um die Ecke?

So sind die Experten dann auch nicht sonderlich überrascht. Eine Menge Amis leiden unter chronischen Schmerzen und finden nachts keine Ruhe – in Deutschland ist das ähnlich, wird aber konsequent ignoriert von der Politik. Cannabis ist da eine Option, doch zugleich eben auch der Alptraum der Pharmaindustrie, die nichts mehr fürchtet als Naturmedizin, die auch wirkt. Es spielt dann keine Rolle mehr, ob Haschisch und Marihuana explizit als Genussmittel in den Legal States der USA erlaubt sind – die Menschen konsumieren es eben nicht vorrangig, um bekifft auf dem Sofa Kartoffelchips zu essen wie das uns die Anti-hanf Lobby gerne weismachen will. Vielmehr sind es die alltäglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die immer mehr Leute erfolgreich mit Cannabis angehen und es ist schon erstaunlich, wie hierzulande das verständliche Bedürfnis auf Lebensqualität dem Bürger und Steuerzahler vorenthalten wird.