Cannabis Wechselwirkungen Schulmedizin

Mögliche Wechselwirkungen zwischen Cannabis und Schulmedizin sollten gerade bei der Einnahme von Hanf als Arznei beachtet werden.

Hanf als natürliches Heilmittel ist rund um eine mögliche Wechselwirkung mit anderer Arznei bei weitem nicht so gefährlich wie etwa die Kombination von Opiaten und Alkohol. Trotzdem sollten gerade Patienten genau Bescheid wissen und am besten mit dem Hausarzt abklären, welche Medikamente man konkret einnimmt und diese dann auf eventuelle Risiken durch die gleichzeitige Einnahme von Marihuana abklopfen. Wir kennen mittlerweile hunderte Cannabinoide von THC bis CBD, dazu kommen Terpene und weitere Inhaltsstoffe aus der Hanfpflanze. Das ist alles aktiv und wirksam und um die gewünschten Heileffekte durch Gras zu optimieren, sind eben genau jene Wechselwirkungen zwischen Cannabis und Schulmedizin zu beachten.

Welche Substanzen und Arzneimittel interagieren besonders stark mit Cannabis?

Wenn Ihr eine Aspirin einwerft gegen Kopfschmerzen werden auch ein paar Joints im Anschluss oder der Zug an der Bong keine Probleme verursachen. Komplizierter wird’s bei einigen häufig verschriebenen Präparaten beziehungsweise Wirkstoffe, bei denen allerdings auch die Dosis eine Rolle spielen kann bei möglichen Wechselwirkungen. Menschen mit Herzproblemen, Leberschäden oder einer Nierenerkrankung müssen meistens recht viel Schulmedizin einnehmen und mit Blick auf eine mögliche Interaktion mit Cannabis ist besondere Umsicht angebracht bei

  • Blutverdünnern, die Einfluss haben auf die Produktion und Struktur der Bluttplättchen – Hanf kann im schlechtesten Fall eine Blutung verstärken durch eine recht ähnliche Wirkung,
  • Antidepressiva, die bekanntlich meistens müde machen und träge und das kann im Zusammenspiel mit dem vergleichbar wirksamen Gras zu viel sein bei der Sedierung,
  • SSRI-Medikamenten, bei denen Cannabis durch die selektiven Wiederaufnahmehemmer Risiken für eine Manie erhöhen kann und
  • Protease-Inhibitoren, die als antivirale Medizin durch THC in ihrer Wirksamkeit manchmal verringert werden.

Außerdem stehen verschiedene Metaboliten im Fokus der Forschung und Steroide, Hormone sowie bestimmte Toxine könnten schwerer ausgeschieden werden bei einem entsprechend hohen Anteil THC im Körper. Das kann zu einem Anstieg der Cannabinoide führen oder eben zum verringerten Abbau der eingenommenen Substanzen der Schulmedizin.

Hinweise zur Nachweisbarkeit von Cannabis und verzögerten Interaktionen

Auch Alkohol solltet Ihr nach Möglichkeit nicht mit Cannabis gemeinsam konsumieren. In der Praxis ist das freilich kaum machbar etwa auf Partys und so lasst es wenigstens langsam angehen und verwendet beim Trinken eher mildes Marihuana und bitte keinen Schnaps bis zum Vollrausch.

Ein noch nicht abschließend geklärtes Problem ist das Nachwirken der Cannabinoide durch die Einlagerung in Fettzellen. Zwar hat das keinen Einfluss zum Beispiel auf die Fahrtüchtigkeit mit dem Auto und wird auch niemandem plötzlich a la LSD-Flashback bekifft machen, doch es wurden schon Reaktionen mit Medikamenten beobachtet, die erst Wochen nach dem letzten Joint auftraten.

THC wird den Blutdruck vorübergehend ansteigen lassen – CBD hingegen senkt diesen Wert nachweislich. Ein Vollspektrum Hanfprodukt einzunehmen ist also vorteilhaft durch den Ausgleich der Substanzen untereinander, doch generell sollten Patienten mit einem wie oben aufgeführten Medikamentenplan auf die Cannabis Therapie verzichten. Angst ist jedoch nicht zielführend, sondern es braucht eine klare und umfassende Analyse der eingenommenen Substanzen, schließlich sind längst nicht alle Cannabinoide auf die gleiche Weise wirksam und ziemlich sicher dürfte die Forschung in nächster Zeit Inhalte aus dem Hanf entdecken, die eine bessere Verträglichkeit auch mit den Pillen der Schulmedizin in Aussicht stellen.