Soziale Medien steigern Cannabiskonsum

Wer öfters bei Facebook und Instagram unterwegs ist, der wird anfälliger für Cannabis Reklame – eine neue Studie untersucht das Nutzerverhalten im Internet bei jugendlichen Kiffern. (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Facebook, Twitter und Instagram sind für viele Jugendliche nicht mehr wegzudenken aus dem Alltag. Die Nutzung solcher Netzwerke zur Selbstfindung und Unterhaltung wird häufig kritisiert, aber die Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen, was Forscher nun zuvorderst auf die Auswirkungen dieses Medienkonsums schauen lässt. Dabei steht auch Cannabis im Fokus, schließlich werben etwa in den USA und Kanada viele Hanfverkäufer direkt auf den Plattformen für feinstes Haschisch und Marihuana. Was dem Marketing nur recht und billig ist, kann aber ein Problem werden – einer neuen Untersuchung zufolge kiffen jugendliche Social Media Nutzer besonders häufig!

Werbung bei Facebook und Instagram auch für Cannabis…

…ist ein Geschäftsmodell, das nebenbei diese Datenkraken bestens finanziert. Zwar haben die Sozialen Medien auch Filterprogramme, um verbotene Substanzen herauszufiltern beim Marketing, aber die schiere Masse an Offerten ist schwierig zu überblicken. Bei der Studie der Wisconsin School of Medicine and Public Health kam nun heraus, dass sehr aktive Nutzer im Teenageralter bis zu fünfmal häufiger kiffen als bei Social Media wenig aktive Leute! Die Forscher schauten sich das Nutzerverhalten an und in den bekannten Legal States wird oft auch zum Cannabis gegriffen, wenn dieses intensiv beworben wird auf den Plattformen.

Welche Daten wurden bei Hanf und Teenagern erhoben?

Insgesamt befragten die Wissenschaftler knapp 500 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren. Erhoben wurden die Daten in sechs Legal States – in diesen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von Cannabis legal, auch als Genussmittel. Von den Teilnehmern gaben gut 33% an, sie hätten zuletzt Hanf konsumiert und sich dafür auch vom Marketing in den Sozialen Medien ansprechen lassen. Auch wurde deutlich, dass sehr viele Teenager schon eine Markenbindung durchlaufen und das Gras bei einer persönlich schon länger bekannten Dispensarie einkaufen gehen. Immerhin 22% konsumieren auf diese Weise Cannabis und die kiffen dann auch häufiger als jene Jugendlichen, die keinen konkret bevorzugter Hanfverkäufer haben, sondern eher spontan bestellen.

Die Studie zeigt deutlich: Marketing für Cannabis in den Sozialen Medien birgt Risiken für den Konsum durch Heranwachsende! Während Kino, Fernsehen und Zeitung tabu sind für Anzeigen rund um Haschisch und Marihuana, verlagert sich die Werbung hin zu Posts, Pics und Hashtags – was wiederum überproportional von Jugendlichen genutzt wird. Ein Schlupfloch quasi beim ansonsten sehr strengen Jugendschutz, schließlich können auch in Staaten mit Cannabis legal nur erwachsene Leute das Gras legal kaufen.

Wie lassen sich Kinder und Jugendliche vor Hanfkonsum schützen?

Natürlich immer zuerst durch eine Legalisierung. Verbotene Drogen sind häufig der Berührungspunkt für junge Leute mit der Welt des Verbrechens und Prohibitions-Politiker wie Jens Spahn in Deutschland gefährden massiv das Leben und die Gesundheit junger Menschen. Zugleich muss die Freigabe von Gras für Erwachsene aber flankiert sein durch einen umfassenden Jugendschutz auch beim Marketing im Internet. Während nämlich die Bundesregierung hierzulande jeden Nazi-verdächtigen Post am liebsten löschen und brandmarken will, kümmert man sich ansonsten wenig um den Schutz bei Social Media. Es muss deshalb Schluss gemacht werden mit einseitiger Ideologie in der Politik – im 21. Jahrhundert ist der Hanf zu legalisieren und mit einem umfassenden Programm zum Schutz von Heranwachsenden auszugestalten.

Wie genau Cannabis im jugendlichen Hirn Schaden anrichten kann, ist noch nicht geklärt. Aber auch wenn die politische Propaganda hier total übertreibt ist Kiffen nichts für allzu junge Leute, genauso wie Alkohol und Zigaretten übrigens, was durch strenge Auflagen für die Reklame in den Sozialen Medien deshalb von der Politik mit ähnlichem Eifer zu überwachen ist wie man das derzeit schon tut bei der sogenannten Hasskriminalität im Netz. Aber ob Leuten wie Merkel und Seehofer in Deutschland das Wohl von Patienten und Kiffern wichtig ist oder geht es bei der Internetkontrolle vor allem eher um Sanktionen bei missliebigen politischen Ansichten?