Hanfsorten bei Angststörungen

Welches Cannabis und welche Hanfsorten sind geeignet zur Therapie von Angststörungen? Wir zeigen die besten Sorten und ihre Wirksamkeit und stelle eine aktuelle Studie vor. (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Wenn Cannabis als Medizin ernst genommen wird wie in den USA, dann arbeiten die Forscher auch mit Hochdruck an Therapien, die sich dank Hanf bei Angststörungen anwenden lassen. Während in Deutschland Marihuana Blüten dank bornierter Politik eigentlich nur bei tödlichen Krankheiten von Krebs bis AIDS zum Einsatz kommen sollen, ist man in den Vereinigten Staaten Lichtjahre voraus! Eine neue Studie untersucht nun ganz konkret den Einsatz von Cannabis bei chronischen Angstzuständen und wir wollen mal aufzeigen, welche Hanfsorten hier als Therapie geeignet sind.

Eine Frage der Dosis und der Sorte

Ganz genau, denn THC und CBD als besonders wichtige Bestandteile im Hanf sind vor allem bei niedrigdosierter Anwendung hilfreich zur Behandlung von Angststörungen. Wer hingegen das potenteste Gras durch die Bong raucht und vielleicht schon an Angstzuständen leidet, der kann mit Cannabis das auch verstärken – es kommt also in erster Linie auf die Dosis an, im Zusammenspiel mit den richtigen Sorten. Die allermeisten Untersuchungen haben diesen Bezug bis dato nicht hergestellt und bekanntlich ist THC oder eben CBD als reines Isolat nicht ganz so optimal wirksam bei vielen Leuten wie die komplette Mixtur aus der Hanfpflanze.

Welches Cannabis ist bei Angstzuständen wirklich hilfreich?

Wissenschaftler aus Kanada haben sich des Themas angenommen und intensiv geforscht. Das ist im Prinzip Pionierarbeit und immer mehr Experten sind der Ansicht, man müsse ganz konkret die einzelnen Sorten untersuchen, da neben den Cannabinoiden wie eben THC und CBD auch die Terpene, das sind sekundäre Pflanzenstoffe für Aroma und Geruch, auf unseren Organismus positiv einwirken. Terpene wiederum sind je nach Hanfsorte völlig unterschiedlich und auf der Suche nach dem optimalen Strain haben die Wissenschaftler deshalb erstmal Hanfpatienten und Kiffer ausführlich befragt.

Viele Leute kennen sich schon gut aus mit dem Thema und der Selbstversuch ist nun mal die älteste Therapie der Menschheitsgeschichte. Durch einen umfassenden Vergleich lässt sich dann ein Profil von den Cannabissorten erstellen, die bei Angst wirklich helfen und im beschriebenen Experiment wurden insgesamt 442 Teilnehmer dazu befragt. Diese Informationen haben die Forscher dann durch chemische Untersuchungen abgeglichen, dazu gleich mehr.

Grundsätzlich scheinen folgende Hanfsorten zur Therapie von Angststörungen hilfreich:

  • Skywalker OG Kush
  • Bubba Kush
  • Blueberry Lambsread
  • Kosher Kush

Doch damit nicht genug, es wurde schließlich auch nach dem gegenteiligen, sprich eine Angststörung verstärkenden Effekt gefragt. Hier ist folgendes Cannabis besser zu meiden, wenn jemand ein Risikoprofil aufweist:

  • Chocolope
  • Tangerine Dream
  • CBD Shark

Ihr seid also gut beraten, bei Eurer Indoor Zucht von Cannabis oder beim Gras anbauen Outdoor auf diese Sorten zu setzen beziehungsweise die zuletzt genannten dann auch konsequent zu meiden, wenn Panikattacken und eben Angstzustände bekifft zunehmen.

Chemische Grundlagen für die entspannende Wirkung

Als nächsten Schritt wurde nun im Labor abgeglichen, wie es gewissermaßen um den chemischen Fingerabdruck steht der genannten Sorten. Dabei wurde deutlich, dass die für Angststörungen häufig als hilfreich beschriebenen Cannabissorten vergleichsweise viel THC aufweisen und auch das Terpen Trans-Nerolidol. Die genannten Kush-Sorten sind chemisch betrachtet sehr ähnlich mit Bezügen zu uralten Landrassen vom Hanf in Zentralasien! Trans-Nerolidol findet sich übrigens auch im aromatischen Jasmin-Tee und im Zitronengras. Mit dem fruchtig-rosigem Aroma hängen offenbar beruhigende Wirkungen zusammen.

Demgegenüber steht eine Hanfsorte wie Chocolope mit viel Terpinolenen, was möglicherweise mit der fehlenden Wirksamkeit bei Angststörungen zusammenhängt. Auch ist die Sorte ein Sativa-Gras wie Jack Herer, das ebenso viel Terpinolene aufweist. Dazu wurde in allen nicht hilfreichen Sorten Guaiol, das klingt bisschen wie der selbsternannten Übergangspräsident von Venezuela, gefunden – Liegt hier vielleicht der Schlüssel für in Zukunft besonders effiziente Züchtungen zur Anwendung in der medizinischen Therapie?

Weitere Forschungsarbeit erforderlich

Natürlich hat die aktuelle Studie auch ein paar Mängel. Das ist immer so bei Pionierforschung. Zum einen ist bekannterweise der Placebo-Effekt ebenfalls zu studieren, was hier nicht stattgefunden hat. Patienten erhoffen sich Wirkung und das noch zusätzlich, wenn sie die Hanfsorte bestimmen! Zum anderen müssen die Wissenschaftler aber noch viel mehr die Terpene erforschen, es geht dabei um das Testen von Kombinationen und Limits, was freilich angesichts der vielen verfügbaren Formen von Cannabis nicht so ganz einfach ist. Eine kontrollierte Studie ist nötig, dürfte aber nicht lange auf sich warten lassen.

Trotzdem lässt sich sagen: Es gibt spannende erste Einblicke, wie sich Cannabis nun direkt und konkret anwenden lässt bei Angststörungen und dass es vielversprechende Kooperationen zwischen den Cannabinoiden und den Terpenen gibt. Auch hängt die Wirksamkeit von der Biochemie der Patienten ab. Bis hier also der Schlüssel zur allgemein hilfreichen Therapie mit Hanf bei Angstzuständen gefunden ist, könnt Ihr das vorerst nur selbst probieren – haltet Ausschau nach Cannabissorten mit dem oben beschriebenen, chemischen Profil und fragt auch beim Arzt nach diesen Sorten. Ob das dann freilich in der deutschen Apotheke auf Rezept auch vorrätig ist, bleibt allerdings eine andere Frage und wer die vielen verschiedenen Hanfpflanzen probieren möchte, der muss bis auf Weiteres auf den Anbau setzen – was leider in Deutschland noch illegal ist.