Jamaika Hanfmedizin

Entwicklungsländer erhoffen sich gerne viel von Cannabis legal und wir schauen uns dazu mal die aktuellen Pläne auf Jamaika an. Dort möchte die Politik künftig den Hanf als Wellnessprodukt verkaufen – kann das klappen? (Bild von Bruno Glätsch auf Pixabay)

Jamaika ist Cannabis Klischee, Hochburg für Joints und Blunts und die Heimat für Rastafaris, Reggae, karibische Lebenslust. Dieses Image hat die Politik beim Tourismus bisher nur unzureichend genutzt, der Hanf ist zwar überall zu haben, aber bleibt absurderweise noch nicht vollständig legal. Gute Geschäfte machen deshalb oft Kriminelle, die neben dem Gras vielleicht auch Kokain schmuggeln und hier möchte nun die Regierung endlich für neue Impulse sorgen. Kann Jamaika endlich der Cannabis Hot Spot werden, den wir uns alle wünschen – vergleichbar dann mit Amsterdam als bisher heimlicher Kiffer-Hauptstadt? Gibt’s bald komplette Hanf Wellness Kuren auf der Insel in der Karibik?

Minister hält Hanf für eine todsichere Erfolgsformel

Damit hat er ja auch Recht, der Herr Floyd Green, der sich auch um Industrie, Fischerei und Landwirtschaft kümmert – auf Jamaika gibt’s da offenbar kaum Unterschiede. Künftig möchte man auf der Karibikinsel gezielt werben um Besucher, die auf Hanfmedizin setzen. Es sind dazu entsprechende Produktionsanlagen für Cannabinoide geplant dazu besticht das Klima vor Ort, die Natur – in der Summe eine Formel, die dem Cannabis Tourismus einen entscheidenden Schub geben kann.

Aber wir müssen natürlich auch sehen: Um hier zu wachsen braucht es Investitionen! Selbst wenn Hanf praktisch fast von alleine wächst, ist ein Gesamtplan für Wirtschaft und Tourismus erforderlich. Wie Jamaika hegen viele andere eher wenig entwickelte Staaten große Hoffnungen beim Cannabis, aber ob es wirklich auch zu einer echten Umsetzung dieser Pläne kommt?

Bekanntlich gibt’s Haschisch und Marihuana auf Jamaika seit mehr als 150 Jahren. Damals schwappte Hanf quasi überall durch das britische Kolonialreich von Indien aus und in der Karibik wachsen die Spots wegen des tollen Klimas besonders gut. Die berühmten Rastafaris und Bob Marley haben einmalige Strains gezüchtet und bis zur Entkriminalisierung zumindest von geringen Mengen Gras in 2015 kam von Jamaika eine gigantische Menge illegales Cannabis vor allem in die USA.

Wie sieht die Rechtslage aus bei den Tourismusplänen?

Zunächst einmal dürfen die Jamaikaner auch als nicht gläubige Rastafaris bis zu 5 Hanfpflanzen zu Hause anbauen. Beim Besitz sind rund 70 Gramm Marihuana in Ordnung, allerdings eben nicht legal zu kaufen im Fachgeschäft, sondern aus der Zucht auf dem Feld. Eine Art halbe Legalisierung a la Dritte Welt, aber immerhin exportiert das Land schon mal Cannabismedizin in Form von Hanföl nach Kanada. Es gibt eine Dispensarie, das ist ein Fachladen für Haschisch und Marihuana, auf Jamaika und dort bekommen Patienten mit einem Rezept auch das Gras gegen Schmerzen oder Angststörungen.

Der Minister Green jedenfalls lobt bestehende Kooperationen der lokalen Wirtschaft mit großen Hanf Playern. Es wurden schon 47 Lizenzen für Anbau und Verarbeitung von Cannabismedizin ausgegeben, das wird in nächster Zeit laut Plan weiter gesteigert. Vorbereitet werden Standards für die Herstellung, Regulierungen zum Beispiel auch für Verpackungen – Hanfmüll ist kein geringes Problem und vielleicht wird man versuchen hier und da, den Klimawandel ein bisschen zumindest den Kiffern in die Schuhe zu schieben, wenn solche Versuche in puncto Schuldzuweisung an die AfD allzu unglaubwürdig werden.

Wird die USA Jamaika als Cannabis Destination legal akzeptieren?

Der große Bruder in der Region wacht eifersüchtig über jeden Erfolg vor Ort und natürlich hat die amerikanische Cannabis Industrie wenig Interesse an einem Mitbewerber ausgerechnet aus Jamaika. Die Pläne lassen sich zum Beispiel durch eine Weigerung von US-Banken verzögern, den jamaikanischen Unternehmen Geld zu leihen. Auf Bundesebene der USA herrschen Trump und seine Riege und die sind bisher wenig bis gar nicht als Advokaten für Hanf aufgefallen. Gilt America First dann auch beim Cannabis und möglichen Angeboten rund um Wellness und Kuren? Die Karibikinsel hängt wie viele andere Länder der Region ein bisschen sehr an der Zitze von Gods Own Country und wir sind gespannt, ob sich eine regionale Graswirtschaft wirklich so wird ausbilden können wie das sich der Minister auf Jamaika vorstellt.